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Stoffwindeln benutzen wir mittlerweile seit mehr als zwei Jahren, da wäre es eigentlich naheliegend gewesen, sich in dieser Zeit auch mit selbstgemachten Feuchttüchern aus Stoff zu beschäftigen. Wirklich konsequent und regelmäßig benutzen wir Stofffeuchttücher aber erst seit etwas über einem halben Jahr – und das mittlerweile sogar in der Kita. Aber von Anfang an.

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In der ersten Schwangerschaft haben wir darauf geachtet, wirklich nur das Nötigste für unser Baby anzuschaffen. Einerseits hatten wir als Studenten auch nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung, andrerseits wollten wir auch bewusst nicht zu viel Kram besorgen, der dann doch nur Staub fängt und nicht genutzt wird. Dazu kommt die Tatsache, dass man vor dem ersten Kind auch noch gar nicht weiß, was man jetzt wirklich benötigt und was nur „nice to have“ ist. Dies stellte sich dann aber relativ schnell in den ersten Lebensmonaten heraus und wir bekamen einen besseren Überblick darüber, welche Sachen für uns tatsächlich sinnvoll waren und welche weitergegeben wurden.

Viele der Anschaffungen, die sich als sinnvoll herausgestellt haben, haben wir, als unsere Tochter größer geworden ist, zurückgelegt und für das nächste Kind verwahrt. Und so sind wir nun in der glücklichen Lage, dass Vieles schon da ist und nur einzelne gezielte Dinge besorgt werden müssen. Für unser zweites Kind habe ich mittlerweile dennoch ein paar Dinge ins Auge gefasst, die ich in den nächsten Monaten gerne anschaffen würde und dachte, ich teile meine Wunschliste für Baby Nr. 2 hier auch mit euch.

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In meiner ersten Schwangerschaft habe ich mir fest vorgenommen, dass mein Kind nur begrenzt industriell hergestellte Süßigkeiten bekommt. Gar nicht erst großartig damit anfangen, dann wird sie es schon auch nicht verlangen. Tja, da habe ich die Rechung ohne mein kleines Leckermäulchen gemacht. Wie ihre Mama ist sie nämlich ein riesen Fan von Schokolade, Eis, Keksen und sowieso allem, was irgendwie süß ist.

Im ersten Lebensjahr hat sie davon so gut wie nichts bekommen. Im zweiten Lebensjahr bekam sie hier und da mal etwas angeboten und mittlerweile weiß sie ganz genau, was sie gerne mag und dann auch haben will. Dennoch versuchen wir natürlich den Konsum in Grenzen zu halten und das hat sich bisher gottseidank auch nicht als problematisch erwiesen. Sie versteht mittlerweile, wenn man ihr sagt, dass sie schon ein Eis gegessen hat und dass sie jetzt nicht noch eins bekommt. Und sie lässt sich auch gut mit anderen, gesünderen und weniger verarbeiteten Alternativen zufriedenstellen. Und da es zu diesem Thema eigentlich nie genügend Anregungen geben kann, habe ich euch hier meine 5 liebsten Süßigkeitenalternativen zusammengestellt.

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In meinem letzten Momday Beitrag hatte ich erwähnt, dass ich zum Waschen unserer Stoffwindeln das Ecoegg Waschei benutze. Waschen ist ja bekanntlich ein Riesenthema beim Stoffwickeln und nicht selten heiß diskutiert. Da ich mittlerweile schon sehr häufig nach meinen Erfahrungen mit dem Ecoegg als Waschmittelalternative gefragt wurde, soll es heute genau darum gehen.

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Momentan geht es bei mir echt stressig zu. Ich habe nicht nur viel beruflich zu tun, sondern muss auch endlich mein Studium beenden. Die Uni hat mir eine Deadline gesendet. Das ist zwar zu schaffen, aber dafür muss man eben auch was tun! Nebenbei steht noch unglaublich viel ehrenamtliche Arbeit an, denn einen Tag nach meinem Geburtstag im September sind in Berlin Wahlen und dafür gibt es natürlich einiges zu tun.

 

Nebenbei will ich ja eigentlich auch noch Sport machen. Und mich gesund ernähren. Leider bleibt es meistens beim Döner, Bürger, Pizza oder Shawarma von einem der Läden rund um den Rosenthaler Platz. Nicht wirklich gut und gesund. Dabei habe ich mir extra eine App runtergelassen und einen Ernährungscoach gebucht um mal wieder gesünder und vor allem kohlenhydratarm zu essen. Die Rezepte sind echt lecker und machen satt. Aber man muss natürlich alles am Abend vorbereiten, vorkochen, schnippeln. Einkaufen nicht vergessen.

 

Einkaufen gehe ich eigentlich sehr gerne. Doch dann bekam ich die Möglichkeit, einmal den Online Supermarkt Allyouneed Fresh zu testen. Warum also nicht? Es hat lange gedauert, bis ich mir die Zeit genommen habe, mich dann auch endlich mal mit dem Shop auseinander zu setzen. Und eigentlich ist es ganz easy. Einkaufen wie in jedem Online-Shop. Bisschen komisch ist es schon, Äpfel einzeln zu bestellen, aber nunja… Das Angebot ist echt groß und vielseitig. Bei den Lebensmitteln hatte ich nicht das Gefühl, dass sie teurer waren als im Supermarkt. Beim Deo (ich habe ein paar Wochen später nochmal bestellt) allerdings schon. Es gab sogar frischen jungen Blattspinat, was mich total begeistert hat. Bei der zweiten Bestellung gab es leider keinen – aber wie dort auch gesagt wird. Es sind halt frische Lebensmittel und Spinat nun auch nicht unbedingt saisonal, da ist das schon ok.

 

Alles in Warenkorb gelegt und zur Kasse gegangen. Da ich über 40€ beim ersten Mal bestellt habe, wurden mir die Versandkosten erlassen. Was ich total gut und spannend fand, dass das geht, war, dass ich auswählen konnte, wann meine Lieferung kommen sollte. Es waren imm Zeitfenster von zwei Stunden möglich und ich entschied mich zwischen 20 und 22 Uhr, denn da bin ich dann auch zuhause.

 

Am morgen der Lieferung kam eine Mail, mit dem Hinweis, dass keine Tomaten geliefert werden können, da keine mehr vorrätig waren. Die Kosten dafür wurden mir sofort per PayPal, das ich auch als Zahlungsmethode wählte, gut geschrieben. Schade um die Tomaten – aber passiert. Dass mir das so schnell und unkompliziert gutgeschrieben wurde (und kein extra Gutschein oder Guthaben bei Allyouneed Fresh) fand ich ziemlich gut. In der Mail, die meine Lieferung dann ankündigte, stand, dass drei Pakete kommen würden. Ich war da schon ein bisschen schockiert und gespannt auf das, was mich erwarten würde.

 

Um 21 Uhr kam dann der junge DHL Mann. Und wie ich im Video erzähle, war es mir irgendwie ein wenig unangenehm, wie er da mit zwei Riesen großen Transportboxen hoch kam. Ich wohne ja nur im ersten Stock aber er erzählte mir, dass viele natürlich auch im siebten Stock ohne Lift bestellen. Und dann nicht zu knapp. Und natürlich auch Getränke. Schlau von denen – aber mir war es irgendwie unangenehm (übrigens beim zweiten Mal gar nicht mehr so, hehe).

 

Er hatte drei Transportboxen dabei, weil jede für eine andere Gruppe an Lebensmitteln war. Ich habe bewusst mal aus allen möglichen Bereichen was bestellt. Eine Box war also für die TK-Produkte, eine für die gekühlten Sachen und eines für die trockenen Sachen. Es kam auch alles gefroren bzw. gut gekühlt an! In den Boxen selber waren dann einzelne Einkaufstüten, in denen die Lebensmittel an mich übergeben wurden. Bei der zweiten Bestellung habe ich nur Kühlprodukte und trockene Produkte bestellt. Das Deo kam da in einer zu den Lebensmitteln separaten Tüte – was mich sehr an das Einpackverhalten in ägyptischen Supermärkten erinnerte.

 

Wie ich auch in dem Video erzähle – leider echt viel Verpackungsmüll. Die ganzen einzelnen Tüten, zusätzlich zu der sonstigen Verpackung in der die Lebensmittel schon eingepackt sind, das ist echt so das einzige Manko, was ich an der Bestellung sah. Wenn ich bei mir um die Ecke im Supermarkt einkaufen gehe, nehme ich entweder einen Beutel mit oder eine Tüte die ich schon mal gebraucht habe. Und die wird dann auch bis an die Belastungsgrenze bepackt. Hier waren leider teilweise einzelne Produkte in einer Tragetasche und Einzelne Lebensmitteln nochmal in Tüten. Ich kann verstehen, dass das logistisch wahrscheinlich so am einfachsten und effektivsten Funktioniert und die Tüten sollen ja laut Aufschrift auch gut recyclebar sein, aber da sehe ich dennoch noch deutlichen Optimierungsbedarf.

 

Für einen größeren Einkauf würde ich aber öfter mal dort bestellen – gerade wenn ich wenig Zeit habe und an Tagen wie heute um 20 Uhr echt genervt und gestresst an der ewig langen Kasse im Supermarkt stand. Da ist es wirklich um einiges bequemer am Abend auf die Lieferung zu warten – und jetzt wo ich Zuhause endlich Internet habe, kann ich dabei sogar richtig produktiv sein!

 

Hier mein „unboxing“ Video der ersten Lieferung. Ich habe es direkt bei Snapchat gesnappt. Leider sind beim herunterladen meiner Geschichte Bild und Ton nicht mehr passend, aber nunja. Hier mein erstes öffentliches Video 😃 Ihr könnt mir übrigens unter anncathrin-87 auf Snapchat folgen!

 

anncathrin87 snapchat

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von Allyouneed Fresh.

In den letzten Wochen war es etwas ruhiger hier auf unserem Blog, was unter anderem mit meinem Umzug von Tübingen nach Reutlingen zu tun hatte, aber auch noch durch andere Ereignisse verursacht wurde, von denen ihr hier bald vielleicht etwas mehr erfahrt! Motivation und Ideen sind auf jeden Fall da… nur die Zeit läuft gefühlt gerade gegen mich, aber wem erzähle ich das 🙂

Als kleines Lebenszeichen und hoffentlich auch Start in einen wieder regelmäßigeren Blogrhytmus habe ich heute ein Novum für euch: Unser erster Tag auf dem Blog. Undzwar wurde ich von der lieben Agnes gefragt, ob ich nicht Lust hätte, beim Stoffwindeltag von new Mamas World mitzumachen. Da ich sowas selbst ganz gerne lese/sehe und dachte, dass es vielleicht für einige Stoffwindelfans und -neulinge interessant sein könnte, fange ich auch gleich mal an!

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Heute bist Du zwei Jahre alt. Es kommt mir vor wie gestern, dass Du geboren wurdest und doch ist so unfassbar viel in diesen zwei Jahren passiert. Vieles, das ich nie vergessen werde und anderes, an das ich mich nur noch verschwommen erinnere.

Im letzten Jahr bist Du ein Kita-Kind geworden. Du freust dich jeden morgen darauf, dort deine Freunde zu sehen. Das macht mir vieles einfacher, weil ich weiß, dass Du gerne dort bist und dich wohl fühlst.

Du hast im letzten Jahr gelernt, alleine zu laufen. Erst sehr wackelig, aber mittlerweile – auch wenn Du immer noch ein kleiner Tollpatsch bist – klappt es schon so gut, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es gewesen ist, als Du noch nicht alleine gehen konntest und ich dich überall hin tragen musste. Manchmal fehlt mir das auch.

Du hast gelernt zu sagen, was Du möchtest und was nicht. Mit den zwei Sprachen, die Du von uns mitbekommst gehst Du richtig gut um. Wenn Du merkst, dass Du mit einer Sprache nicht weiterkommst, versuchst Du es mit der anderen. Du kannst bis 10 zählen. Du hast eine Menge mitzuteilen, selbst im Schlaf plapperst Du oft noch vor dich hin. Das ist unglaublich süß und macht jedes Einschlafdrama wieder wett.

Bis vor kurzem wurdest Du nachts noch regelmäßig gestillt. Das hast Du so gebraucht und ich wahrscheinlich auch. Dann warst Du für einen kurzen Moment wieder mein kleines Baby. Manchmal, wenn Du so dasitzt und dich in einem Buch oder etwas anderem vertiefst wirkst Du manchmal schon so groß. Und im nächsten Moment kommst Du dann wieder zu mir und fragst „Kuscheln?“ und zeigst mir, dass Du trotzdem immer noch mein kleines Mädchen bist.

Du liebst Musik, singst und tanzt sehr gerne. Wenn Dir ein Lied gefällt, merkst Du es dir sehr schnell und möchtest es wieder und wieder hören. Und irgendwann wirst Du auch verstehen, dass wir nur bedingt steuern können, was im Radio läuft, egal wie laut Du „nochmaaaal“ rufst. Außerdem magst Du Bücher und wenn Du mit „Buch schau mal“ ankommst, kannst Du sie stundenlang mit mir oder deinem Papa durchblättern. Du singst gerne Kinderlieder und erfindest dabei gerne deine ganz eigenen Texte, Kopf, Schulter, Käsefuß ist glaube ich meine Lieblingsvariation von Dir.

Du liebst Nudeln, Joghurt, Erbsen, Suppe und alles, was süß ist. Momentan vor allem Granatapfel, Mango und Schokolade. Von wem Du das nur hast?

Und heute bist Du offiziell zwei Jahre alt. Zwei wundervolle, anstrengende und lehrreiche Jahre, für Dich und für mich. Ich freue mich auf das nächste Lebensjahr, jeden weiteren Tag, jeden einzelnen Moment mit Dir. Ich liebe Dich.
Deine Mama

Alle paar Monate steht für uns eine kleine Reise aus dem Ländle ins Emsland an. Wem das jetzt nichts sagt, das sind ca. 700 km einmal längs durch Deutschland. Ziel ist meine Familie, die viel zu weit weg wohnt. Als wir noch kein Auto hatten, sind wir diesen Weg mit dem Zug gefahren – leider ist die Anbindung nicht soo toll und die Preise immer zu hoch. Seit wir mobil sind, greifen wir deswegen allein aus Kostengründen schon auf das Auto zurück – leider. Denn gerade mit quirligem Kleinkind an der Seite, welches nach spätestens einer Stunde „Mama, runter?“ fragt und aus ihrem Sitz möchte, kann so eine 8 stündige Fahrt noch anstrengender werden, als sie es sowieso schon ist. Da wir aber mittlerweile schon etwas erprobt sind, was die Ablenkung und das Bei-Laune-Halten der kleinen Madame angeht, habe ich hier ein paar Tipps für euch, wie ihr die langen Autofahrten mit Kleinkind übersteht.

  • Wenn ihr zu zweit seid, setzt euch neben euer Kind auf die Rückbank. Es wird sonst sehr unangenehm für euren Nacken, wenn ihr euch ständig verbiegen müsst, um das Kind bei Laune zu halten, das 100. Mal „blind“ das runtergeworfene Buch/Flasche/Schnuller/… aufzuheben. Solange das Kind wach ist, könnt ihr euch so viel besser mit ihm beschäftigen, es ablenken, auf seine Bedürfnisse eingehen und habt so definitiv weniger Geschrei.

 

  • Die richtige Kleidung! Ihr kennt euer Kind am besten und wisst, ob es dazu neigt, schnell zu schwitzen oder eher unempfindlich ist. Wichtig ist aber, gerade in der kalten Jahreszeit: Die dicken Winterjacken ausziehen! Alles andere ist nicht sicher, da das Kind dadurch zu locker sitzt und bei einem Aufprall auch angeschnallt aus dem Sitz rutschen kann. Meine Tochter möchte oft die Schuhe ausgezogen haben, weshalb ich im Winter gerne zusätzlich dicke Socken mitnehme.

 

  • Bücher. Unsere Tochter ist ein richtiger Bücherwurm und kann sich stundenlang damit beschäftigen, diese durchzublättern. Perfekt also. Wir wechseln die Bücher im Auto immer mal wieder durch und nehmen für lange Autofahrten auch immer ihre momentanen Favoriten mit. Wenn man diese mit ihr zusammen anschaut und sich von ihr dazu „erzählen“ lässt, kann man so schon einiges an Zeit überbrücken.

 

  • Wenn eure Kinder gerne Malen, kann ich euch diese Malmatte* ans Herz legen. Unsere Kleine hat einen großen Spaß daran, auch wenn man ihr etwas malt und dazu eine Geschichte erzählt. Sehr praktisch, weil nichts schmutzig werden kann und es sehr klein zu verstauen ist. Die Idee auf dem Bild – aus einer leeren DVD Hülle ein Malbuch mit Stiften zu machen finde ich auch sehr genial – ist aber wahrscheinlich praktischer für ältere Kinder.

 

  • Etwas zu essen und zu trinken. Bei uns ist die Purakiki Flasche immer dabei, mittlerweile natürlich ohne Trinklernaufsatz, da das Tochterkind einfach so aus der Öffnung trinkt. Außerdem haben sich Dinge wie Manderinen, Knabberstangen und Kekse besonders bewährt. Und ja, das Auto muss danach erstmal gründlich gestaubsaugt werden. Das ist mir ein gut gelauntes Kind dann aber wert 😉

 

  • Kindermusik. Das Tochterkind liebt Musik und das große Problem beim Radio ist, dass der Aufforderung „Nochmal“ nicht so einfach nachgekommen werden kann, wenn ihr ein Lied gefallen hat 😉 Wir haben zwei CDs mit Kinderliedern, eine auf arabisch und eine auf deutsch*, die sie unglaublich gerne hört – und auch als Eltern gewöhnt man sich irgendwann an das x-te Mal „Eine kleine Spinne“ 😉

 

  • Nicht zu viele Pausen. Ja das hört sich erstmal komisch an. Aber bei uns ist es so, dass sie nach den Pausen eher unzufriedener ist, wieder in den Sitz zu müssen, deswegen versuchen wir immer, so lang wie möglich am Stück zu fahren und nur zu halten, wenn die Windeln gewechselt werden müssen, der Tank leer ist oder wir uns wirklich die Beine vertreten müssen. Bei den 700 km kommen wir da meist mit zwei Stopps ganz gut hin.

 

Ansonsten kann ich euch wirklich empfehlen, mal bei Pinterest nach Anregungen zu schauen, da sind wirklich ein paar sehr tolle Ideen dabei auch für jüngere oder ältere Kinder. Gerade so ein „Busy Book“ finde ich total toll, da man es individuell gestalten und auch an die Altersstufe seines Kindes anpassen kann. Hier findet ihr mehr Anregungen dazu.

Was sind eure Tipps für entspanntere Autofahrten? Ich bin da immer glücklich über neue Anregungen!

Alles Liebe
Farina

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Brüste. Ein wunderschöner Teil des weiblichen Körpers. Allerdings hat er mich gut die Hälfte meines 28-jährigen Daseins auf dieser Erde ziemlich gestresst und mir viele Probleme bereitet.

 

Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln und die ganzen Berichte danach haben mich wie so viele andere wütend gemacht. Und ich habe überlegt: Wie oft hätte ich eigentlich schon wegen sexueller Delikte gegen mich zur Polizei gehen können? Oft. Viel zu oft und schon viel zu früh. Ich hätte es in Deutschland können, in Palästina und Ägypten. Ja, sexuelle Übergriffe gegen Frauen passieren überall. In Europa muss jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt erleben. Jede Dritte. Und ich bin eine davon.

 

Ich habe sicherlich viel verdrängt, was mir so alles passiert ist. Und ich musste überlegen, was das erste Ereignis war, an das ich mich erinnern kann. Und dann fällt es mir ein – und auch, dass ich niemals darüber sprach. Ich glaube, jetzt, hier das erste Mal. Vielleicht weil ich dachte, es ist ja nicht so schlimm?

 

Brüste. Die fingen bei mir recht früh an zu wachsen. In der vierten Klasse muss man schon gute Ansätze gesehen haben. Grund genug für einen Jungen – er war in der Klasse meiner Schwester, also zwei Stufen unter mir – lief an mir auf meinem ein paar hundert Meter langen Schulweg vorbei und grabschte mir an die Brust. Lachte und lief weg. Wohlgemerkt: Ich komme aus einer sehr behüteten Gegend. Aber ja, das war er, mein erster Übergriff.

 

In der fünften und sechsten Klasse ging es weiter: Gefühlt die ganzen zwei Jahre lang durften eine Klassenkameradin und ich, die nunmal die größten Brüste der Klasse hatten, uns anhören, dass wir Silikonbrüste hätten. Lautes Gekicher, Lachen und mit dem Finger auf uns zeigen, uns lächerlich machen – alles dabei. Aber wie geht man damit als junges Mädchen um, das damit klar kommen muss, dass sich gerade ihr Körper völlig verändert? Schweigen, das war meine und ich glaube auch ihre Lösung.

 

Siebte Klasse: Die Jungs fingen an, unsere Brüste toll zu finden. Ein normaler Ausschnitt war bei mir schon recht groß. Sie fingen an zu gucken, mir fiel es nicht weiter auf. Den anderen Mädchen schon – die fanden es wiederum nicht gut, dass die Jungs auf mein Dekolletee guckten und nicht auf sie. Mobbing war die Folge. Und natürlich auch diverse andere Gründe, die pubertierende Mädchen so haben.

 

Anzeigen? Den Lehrern was sagen? Zuhause was sagen? Kam nie ansatzweise in Frage. Es wurde ertrugen.

  1. Ein Freund der Familie ist zu einem guten Freund und einer Art Vaterersatz geworden. Er legt sich ziemlich oft zu mir ins Bett. Keiner bekommt was mit, keiner findet es komisch. Er streichelt mich überall, ich ertrage regungslos und stillschweigend. Ganz selten, wenn es mir zu viel wird, schlage ich seine Hand weg und sage, er soll es lassen. Nach mehreren Aufforderungen ließ er es dann auch endlich. Gesagt habe ich das nie. Bis ich irgendwann Jahre später auf Partys, wenn ich betrunken war, immer heulend zusammenbrach. Ich erzählte es einem guten Freund, einer Freundin. Aber erst mein damaliger Freund brachte mich dazu, es zur Anzeige zu bringen. Unter Tränen erzählte ich alles sieben Jahre später bei der Polizei.

 

Ein paar Wochen später kam die Staatsanwaltschaft. Sie sagte: Gute Frau, es ist schon zu lange her. Und: Sie hätten doch nein sagen können. Das war’s.

 

Seit meinem 18. Lebensjahr habe ich gekellnert. Mit ein paar Unterbrechungen acht Jahre lang. Die meisten Sprüche im Alltag habe ich vergessen. Nicht beachtet. Hängen geblieben ist mir ein Segel-Event, bei dem ich das Catering mitgemacht habe. Nur gut situierte Männer dort. „Du könntest zwar meine Tochter sein, aber dich würde ich schon gerne mal ficken“ – durfte ich mir von einem sichtlich stockbesoffenen Mann anhören, als ich mich neben ihm auf eine Bank setzte, um eine zu rauchen. Sprüche, die mehr als deutlich aussagten, dass der werte Herr mir gerade massiv auf die Brüste starrte, kamen mehr als einmal vor.

 

Heute gehe ich viel offener mit meinen Brüsten um. Wer mich kennt, weiß das. Und ich reagiere mit sehr viel Humor auf viele Sprüche. Kokettiere selber gerne mit mir und meiner Weiblichkeit. Warum auch nicht? Ich möchte ausdrücklich nicht, dass wir Brüste dämonisieren. Ich möchte, dass wir einander für alle möglichen Körperteile mal ein nettes ernstgemeintes Kompliment machen können. Warum auch nicht? Ich will, dass wir unsere Körper als etwas ganz Normales ansehen. Aber selbst wenn ich, auf viele Witze in Bezug auf meinen Ausschnitt, auch gerade im Dirndl, mit witzigen, blöden Sprüchen zurück antworten kann, über Vieles lachen kann – für ein „geile Titten“ aus dem sabbernden Mund eines betrunkenen Mannes, der auf mein Dekolletee starrt, habe ich auch wenig Verständnis. Noch weniger Humor. Aber: Heute sage ich was.

 

Ja, das passierte alles hier in Europa. Von Europäern.

Jede Dritte.

 

Aber ich will auch nicht totschweigen, dass es mir auch im Ausland passiert ist. Als Islamwissenschaftlerin reise ich liebend gerne in den Nahen Osten, und nichts hat mich bisher davon abgehalten, es immer wieder zu tun. Zu reich wurde ich durch die Erfahrungen und die Menschen dort beschenkt.

 

Ägypten im Sommer 2011. Ein Mann lief mir nach, ich wechselte die Straßenseite, er verfolgte mich. Ich ging schneller durch die gefüllte Straße. Es war Zuckerfest. Er ließ nicht ab, er schnippte seine Zigarette in meine Richtung, sie fiel auf meinen Fuß, ich fing lauthals an, ihn auf Deutsch anzuschreien und zu beschimpfen. Dass irgendwas sein müsste, hätte man erkennen können, auch wenn mich keiner verstand. Aber nichts passierte. Nur er folgte mir endlich nicht mehr.

 

Der Kiosk vor meiner Tür. Ein Mann stand vor der dem Kiosk, unterhielt sich mit dem Besitzer, ich stand vor der Auslage und begutachtete die unbekannten Süßigkeiten. Er ging an mir vorbei, streifte mit der Hand meinen Hintern, und ich dachte nur: Herrgott, hier ist so viel Platz, warum geht der so dicht an mir vorbei? Dass er es auf meinen Po abzielte, fiel mir erst ein, als er nochmal an mir vorbei ging und mich streifte. Ich schrie ihn laut an, er gucke verwundert, der Kiosk-Besitzer guckte verwundert, nichts passierte. Ich ging.

 

Die Behörde am Tahrir-Platz. Ich will mein Visum verlängern. Quetsche mich wie alle anderen durch die Sicherheitsschleuse und den Metalldetektor. Dass die Hand an meinem Po nicht da war, weil es einfach so eng ist, und es einfach aus Versehen passierte, wurde mir erst viel später klar.

 

Aber genauso habe ich von Männern dort unglaublich viel Respekt und Wertschätzung erfahren. Sei es die persönliche Übergabe von mir von einem Freundeskreis an den anderen, weil es in Ägypten zu gefährlich ist, mit dem Kleid, das ich zu einer Hochzeit trug, auf der Straße rumzulaufen. Einladungen von quasi Fremden in deren Ferienhaus, wo wir beiden Mädchen morgens zum Strand gefahren wurden und abends abgeholt wurden (weil Ramadan war, gingen die Jungs selber nicht hin). Einladungen zu Hochzeiten, Verlobungen, Familien. Und niemals – egal, wo wir zu zweit oder zu dritt alleine waren, auch nicht auf engstem Raum im Auto, kam einer auf die Idee, mich anzufassen oder zu belästigen.

 

Palästina 2012. Ich war in Israel, alleine, weil der Freund, den ich besuchte, nicht mit rüber durfte. Ich kam an einem Freitag zurück nach Hebron und dachte, es sei wie in Ägypten – egal ob Freitag oder ein anderer Wochentag, in der Stadt ist immer Trubel. Nein, in Hebron ist freitags alles zu, und die „Taxis“ fuhren auch nicht. Als ich in die Moschee wollte, um mir dort eine Leggings unter mein wadenlanges Kleid zu ziehen und mir mein Kopftuch anzuziehen (ja, in Hebron war es besser, bedeckt rum zu laufen – das war für mich aber nie ein Problem), sprach mich ein Mann an und fragte, was ich suche, ob er helfen könne. Sein Englisch war miserabel, mein Arabisch ebenfalls, also machte ich es wie immer in arabischen Ländern, ich rief jemanden an, der vermitteln konnte. Der Freund, bei dem ich war und in dessen Dorf ich wieder musste, schilderte dem Mann meine Problematik, der rief Freunde an, die kamen vorbei und sollten mich zum Dorf fahren. Währenddessen führte er mich noch zu einem Verschlag mit Plumpsklo, da ich mir ja immer noch was anderes anziehen wollte. Ich sah, wie er versuchte, durch den Spalt der Tür zu gucken, sich an meiner Tasche zu schaffen machen wollte, und stürmte wieder raus.

 

Die Kerle im Auto waren mir ziemlich suspekt. Und der Weg, den sie fuhren, kam mir ganz und gar nicht bekannt vor. Es wurde unheimlich, der eine versuchte meine Tasche zu öffnen, ich schimpfte, bekam sie nach hinten zu mir auf den Rücksitz, sie fragten mehrfach, ob ich Geld dabei hätte, mir wurde die ganze Sache viel zu komisch und ich hatte das erste Mal wirklich Angst in meinem Leben. Ich schrie „Stopp!“, sie hielten an, ich packte meine Tasche und stürmte aus dem Auto. Rannte zu einem kleinen Laden, völlig aufgelöst. Ganz viele junge Männer und Kinder kamen sofort auf mich zu, waren überfordert mit mir. Eine junge Europäerin stürmt aus einem Auto und steht da nun heulend und zitternd vor ihnen. Sie holten einen alten Mann aus dem Laden, der sprach Englisch. Sie beruhigten mich, und man merkte, wie gerne mich einige in den Arm nehmen und trösten wollten, aber niemand tat es, weil es sich dort nicht gehört. Der Mann rief bei meinem Freund an, fragte, wo ich hin muss, und fuhr mich dann zum Checkpoint, wo ich erwartet wurde.

 

Es stellte sich raus, dass die Jungs aus dem Auto den richtigen, nur einen anderen Weg fuhren. Oder ich erkannte die Stadt so leer einfach nicht. Ich hatte Angst, angefasst oder bedroht haben sie mich nie.

 

Warum ich das alles schreibe? Weil ich ebenso wie beim Thema Depression finde, dass das raus muss. Dass uns allen klar werden muss, dass es überall passiert. Auch unter uns. In jeder Kultur, in jeder Religion, in jeder Nation. Zu viele Freundinnen von mir sind Opfer sexueller Übergriffe. Über „Kleinigkeiten“ reden auch wir kaum, das nimmt man als Frau irgendwie hin. Und das ist ganz schlecht. Wir müssen alle darüber reden, nie aufhören und zeigen, dass wir alle ein Problem haben.

 

Damit Farinas kleine Maus so etwas nie erleben muss. Damit keine Frau so etwas je erleben muss.