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Heute bist Du zwei Jahre alt. Es kommt mir vor wie gestern, dass Du geboren wurdest und doch ist so unfassbar viel in diesen zwei Jahren passiert. Vieles, das ich nie vergessen werde und anderes, an das ich mich nur noch verschwommen erinnere.

Im letzten Jahr bist Du ein Kita-Kind geworden. Du freust dich jeden morgen darauf, dort deine Freunde zu sehen. Das macht mir vieles einfacher, weil ich weiß, dass Du gerne dort bist und dich wohl fühlst.

Du hast im letzten Jahr gelernt, alleine zu laufen. Erst sehr wackelig, aber mittlerweile – auch wenn Du immer noch ein kleiner Tollpatsch bist – klappt es schon so gut, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es gewesen ist, als Du noch nicht alleine gehen konntest und ich dich überall hin tragen musste. Manchmal fehlt mir das auch.

Du hast gelernt zu sagen, was Du möchtest und was nicht. Mit den zwei Sprachen, die Du von uns mitbekommst gehst Du richtig gut um. Wenn Du merkst, dass Du mit einer Sprache nicht weiterkommst, versuchst Du es mit der anderen. Du kannst bis 10 zählen. Du hast eine Menge mitzuteilen, selbst im Schlaf plapperst Du oft noch vor dich hin. Das ist unglaublich süß und macht jedes Einschlafdrama wieder wett.

Bis vor kurzem wurdest Du nachts noch regelmäßig gestillt. Das hast Du so gebraucht und ich wahrscheinlich auch. Dann warst Du für einen kurzen Moment wieder mein kleines Baby. Manchmal, wenn Du so dasitzt und dich in einem Buch oder etwas anderem vertiefst wirkst Du manchmal schon so groß. Und im nächsten Moment kommst Du dann wieder zu mir und fragst „Kuscheln?“ und zeigst mir, dass Du trotzdem immer noch mein kleines Mädchen bist.

Du liebst Musik, singst und tanzt sehr gerne. Wenn Dir ein Lied gefällt, merkst Du es dir sehr schnell und möchtest es wieder und wieder hören. Und irgendwann wirst Du auch verstehen, dass wir nur bedingt steuern können, was im Radio läuft, egal wie laut Du „nochmaaaal“ rufst. Außerdem magst Du Bücher und wenn Du mit „Buch schau mal“ ankommst, kannst Du sie stundenlang mit mir oder deinem Papa durchblättern. Du singst gerne Kinderlieder und erfindest dabei gerne deine ganz eigenen Texte, Kopf, Schulter, Käsefuß ist glaube ich meine Lieblingsvariation von Dir.

Du liebst Nudeln, Joghurt, Erbsen, Suppe und alles, was süß ist. Momentan vor allem Granatapfel, Mango und Schokolade. Von wem Du das nur hast?

Und heute bist Du offiziell zwei Jahre alt. Zwei wundervolle, anstrengende und lehrreiche Jahre, für Dich und für mich. Ich freue mich auf das nächste Lebensjahr, jeden weiteren Tag, jeden einzelnen Moment mit Dir. Ich liebe Dich.
Deine Mama

Alle paar Monate steht für uns eine kleine Reise aus dem Ländle ins Emsland an. Wem das jetzt nichts sagt, das sind ca. 700 km einmal längs durch Deutschland. Ziel ist meine Familie, die viel zu weit weg wohnt. Als wir noch kein Auto hatten, sind wir diesen Weg mit dem Zug gefahren – leider ist die Anbindung nicht soo toll und die Preise immer zu hoch. Seit wir mobil sind, greifen wir deswegen allein aus Kostengründen schon auf das Auto zurück – leider. Denn gerade mit quirligem Kleinkind an der Seite, welches nach spätestens einer Stunde „Mama, runter?“ fragt und aus ihrem Sitz möchte, kann so eine 8 stündige Fahrt noch anstrengender werden, als sie es sowieso schon ist. Da wir aber mittlerweile schon etwas erprobt sind, was die Ablenkung und das Bei-Laune-Halten der kleinen Madame angeht, habe ich hier ein paar Tipps für euch, wie ihr die langen Autofahrten mit Kleinkind übersteht.

  • Wenn ihr zu zweit seid, setzt euch neben euer Kind auf die Rückbank. Es wird sonst sehr unangenehm für euren Nacken, wenn ihr euch ständig verbiegen müsst, um das Kind bei Laune zu halten, das 100. Mal „blind“ das runtergeworfene Buch/Flasche/Schnuller/… aufzuheben. Solange das Kind wach ist, könnt ihr euch so viel besser mit ihm beschäftigen, es ablenken, auf seine Bedürfnisse eingehen und habt so definitiv weniger Geschrei.

 

  • Die richtige Kleidung! Ihr kennt euer Kind am besten und wisst, ob es dazu neigt, schnell zu schwitzen oder eher unempfindlich ist. Wichtig ist aber, gerade in der kalten Jahreszeit: Die dicken Winterjacken ausziehen! Alles andere ist nicht sicher, da das Kind dadurch zu locker sitzt und bei einem Aufprall auch angeschnallt aus dem Sitz rutschen kann. Meine Tochter möchte oft die Schuhe ausgezogen haben, weshalb ich im Winter gerne zusätzlich dicke Socken mitnehme.

 

  • Bücher. Unsere Tochter ist ein richtiger Bücherwurm und kann sich stundenlang damit beschäftigen, diese durchzublättern. Perfekt also. Wir wechseln die Bücher im Auto immer mal wieder durch und nehmen für lange Autofahrten auch immer ihre momentanen Favoriten mit. Wenn man diese mit ihr zusammen anschaut und sich von ihr dazu „erzählen“ lässt, kann man so schon einiges an Zeit überbrücken.

 

  • Wenn eure Kinder gerne Malen, kann ich euch diese Malmatte* ans Herz legen. Unsere Kleine hat einen großen Spaß daran, auch wenn man ihr etwas malt und dazu eine Geschichte erzählt. Sehr praktisch, weil nichts schmutzig werden kann und es sehr klein zu verstauen ist. Die Idee auf dem Bild – aus einer leeren DVD Hülle ein Malbuch mit Stiften zu machen finde ich auch sehr genial – ist aber wahrscheinlich praktischer für ältere Kinder.

 

  • Etwas zu essen und zu trinken. Bei uns ist die Purakiki Flasche immer dabei, mittlerweile natürlich ohne Trinklernaufsatz, da das Tochterkind einfach so aus der Öffnung trinkt. Außerdem haben sich Dinge wie Manderinen, Knabberstangen und Kekse besonders bewährt. Und ja, das Auto muss danach erstmal gründlich gestaubsaugt werden. Das ist mir ein gut gelauntes Kind dann aber wert 😉

 

  • Kindermusik. Das Tochterkind liebt Musik und das große Problem beim Radio ist, dass der Aufforderung „Nochmal“ nicht so einfach nachgekommen werden kann, wenn ihr ein Lied gefallen hat 😉 Wir haben zwei CDs mit Kinderliedern, eine auf arabisch und eine auf deutsch*, die sie unglaublich gerne hört – und auch als Eltern gewöhnt man sich irgendwann an das x-te Mal „Eine kleine Spinne“ 😉

 

  • Nicht zu viele Pausen. Ja das hört sich erstmal komisch an. Aber bei uns ist es so, dass sie nach den Pausen eher unzufriedener ist, wieder in den Sitz zu müssen, deswegen versuchen wir immer, so lang wie möglich am Stück zu fahren und nur zu halten, wenn die Windeln gewechselt werden müssen, der Tank leer ist oder wir uns wirklich die Beine vertreten müssen. Bei den 700 km kommen wir da meist mit zwei Stopps ganz gut hin.

 

Ansonsten kann ich euch wirklich empfehlen, mal bei Pinterest nach Anregungen zu schauen, da sind wirklich ein paar sehr tolle Ideen dabei auch für jüngere oder ältere Kinder. Gerade so ein „Busy Book“ finde ich total toll, da man es individuell gestalten und auch an die Altersstufe seines Kindes anpassen kann. Hier findet ihr mehr Anregungen dazu.

Was sind eure Tipps für entspanntere Autofahrten? Ich bin da immer glücklich über neue Anregungen!

Alles Liebe
Farina

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Brüste. Ein wunderschöner Teil des weiblichen Körpers. Allerdings hat er mich gut die Hälfte meines 28-jährigen Daseins auf dieser Erde ziemlich gestresst und mir viele Probleme bereitet.

 

Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln und die ganzen Berichte danach haben mich wie so viele andere wütend gemacht. Und ich habe überlegt: Wie oft hätte ich eigentlich schon wegen sexueller Delikte gegen mich zur Polizei gehen können? Oft. Viel zu oft und schon viel zu früh. Ich hätte es in Deutschland können, in Palästina und Ägypten. Ja, sexuelle Übergriffe gegen Frauen passieren überall. In Europa muss jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt erleben. Jede Dritte. Und ich bin eine davon.

 

Ich habe sicherlich viel verdrängt, was mir so alles passiert ist. Und ich musste überlegen, was das erste Ereignis war, an das ich mich erinnern kann. Und dann fällt es mir ein – und auch, dass ich niemals darüber sprach. Ich glaube, jetzt, hier das erste Mal. Vielleicht weil ich dachte, es ist ja nicht so schlimm?

 

Brüste. Die fingen bei mir recht früh an zu wachsen. In der vierten Klasse muss man schon gute Ansätze gesehen haben. Grund genug für einen Jungen – er war in der Klasse meiner Schwester, also zwei Stufen unter mir – lief an mir auf meinem ein paar hundert Meter langen Schulweg vorbei und grabschte mir an die Brust. Lachte und lief weg. Wohlgemerkt: Ich komme aus einer sehr behüteten Gegend. Aber ja, das war er, mein erster Übergriff.

 

In der fünften und sechsten Klasse ging es weiter: Gefühlt die ganzen zwei Jahre lang durften eine Klassenkameradin und ich, die nunmal die größten Brüste der Klasse hatten, uns anhören, dass wir Silikonbrüste hätten. Lautes Gekicher, Lachen und mit dem Finger auf uns zeigen, uns lächerlich machen – alles dabei. Aber wie geht man damit als junges Mädchen um, das damit klar kommen muss, dass sich gerade ihr Körper völlig verändert? Schweigen, das war meine und ich glaube auch ihre Lösung.

 

Siebte Klasse: Die Jungs fingen an, unsere Brüste toll zu finden. Ein normaler Ausschnitt war bei mir schon recht groß. Sie fingen an zu gucken, mir fiel es nicht weiter auf. Den anderen Mädchen schon – die fanden es wiederum nicht gut, dass die Jungs auf mein Dekolletee guckten und nicht auf sie. Mobbing war die Folge. Und natürlich auch diverse andere Gründe, die pubertierende Mädchen so haben.

 

Anzeigen? Den Lehrern was sagen? Zuhause was sagen? Kam nie ansatzweise in Frage. Es wurde ertrugen.

  1. Ein Freund der Familie ist zu einem guten Freund und einer Art Vaterersatz geworden. Er legt sich ziemlich oft zu mir ins Bett. Keiner bekommt was mit, keiner findet es komisch. Er streichelt mich überall, ich ertrage regungslos und stillschweigend. Ganz selten, wenn es mir zu viel wird, schlage ich seine Hand weg und sage, er soll es lassen. Nach mehreren Aufforderungen ließ er es dann auch endlich. Gesagt habe ich das nie. Bis ich irgendwann Jahre später auf Partys, wenn ich betrunken war, immer heulend zusammenbrach. Ich erzählte es einem guten Freund, einer Freundin. Aber erst mein damaliger Freund brachte mich dazu, es zur Anzeige zu bringen. Unter Tränen erzählte ich alles sieben Jahre später bei der Polizei.

 

Ein paar Wochen später kam die Staatsanwaltschaft. Sie sagte: Gute Frau, es ist schon zu lange her. Und: Sie hätten doch nein sagen können. Das war’s.

 

Seit meinem 18. Lebensjahr habe ich gekellnert. Mit ein paar Unterbrechungen acht Jahre lang. Die meisten Sprüche im Alltag habe ich vergessen. Nicht beachtet. Hängen geblieben ist mir ein Segel-Event, bei dem ich das Catering mitgemacht habe. Nur gut situierte Männer dort. „Du könntest zwar meine Tochter sein, aber dich würde ich schon gerne mal ficken“ – durfte ich mir von einem sichtlich stockbesoffenen Mann anhören, als ich mich neben ihm auf eine Bank setzte, um eine zu rauchen. Sprüche, die mehr als deutlich aussagten, dass der werte Herr mir gerade massiv auf die Brüste starrte, kamen mehr als einmal vor.

 

Heute gehe ich viel offener mit meinen Brüsten um. Wer mich kennt, weiß das. Und ich reagiere mit sehr viel Humor auf viele Sprüche. Kokettiere selber gerne mit mir und meiner Weiblichkeit. Warum auch nicht? Ich möchte ausdrücklich nicht, dass wir Brüste dämonisieren. Ich möchte, dass wir einander für alle möglichen Körperteile mal ein nettes ernstgemeintes Kompliment machen können. Warum auch nicht? Ich will, dass wir unsere Körper als etwas ganz Normales ansehen. Aber selbst wenn ich, auf viele Witze in Bezug auf meinen Ausschnitt, auch gerade im Dirndl, mit witzigen, blöden Sprüchen zurück antworten kann, über Vieles lachen kann – für ein „geile Titten“ aus dem sabbernden Mund eines betrunkenen Mannes, der auf mein Dekolletee starrt, habe ich auch wenig Verständnis. Noch weniger Humor. Aber: Heute sage ich was.

 

Ja, das passierte alles hier in Europa. Von Europäern.

Jede Dritte.

 

Aber ich will auch nicht totschweigen, dass es mir auch im Ausland passiert ist. Als Islamwissenschaftlerin reise ich liebend gerne in den Nahen Osten, und nichts hat mich bisher davon abgehalten, es immer wieder zu tun. Zu reich wurde ich durch die Erfahrungen und die Menschen dort beschenkt.

 

Ägypten im Sommer 2011. Ein Mann lief mir nach, ich wechselte die Straßenseite, er verfolgte mich. Ich ging schneller durch die gefüllte Straße. Es war Zuckerfest. Er ließ nicht ab, er schnippte seine Zigarette in meine Richtung, sie fiel auf meinen Fuß, ich fing lauthals an, ihn auf Deutsch anzuschreien und zu beschimpfen. Dass irgendwas sein müsste, hätte man erkennen können, auch wenn mich keiner verstand. Aber nichts passierte. Nur er folgte mir endlich nicht mehr.

 

Der Kiosk vor meiner Tür. Ein Mann stand vor der dem Kiosk, unterhielt sich mit dem Besitzer, ich stand vor der Auslage und begutachtete die unbekannten Süßigkeiten. Er ging an mir vorbei, streifte mit der Hand meinen Hintern, und ich dachte nur: Herrgott, hier ist so viel Platz, warum geht der so dicht an mir vorbei? Dass er es auf meinen Po abzielte, fiel mir erst ein, als er nochmal an mir vorbei ging und mich streifte. Ich schrie ihn laut an, er gucke verwundert, der Kiosk-Besitzer guckte verwundert, nichts passierte. Ich ging.

 

Die Behörde am Tahrir-Platz. Ich will mein Visum verlängern. Quetsche mich wie alle anderen durch die Sicherheitsschleuse und den Metalldetektor. Dass die Hand an meinem Po nicht da war, weil es einfach so eng ist, und es einfach aus Versehen passierte, wurde mir erst viel später klar.

 

Aber genauso habe ich von Männern dort unglaublich viel Respekt und Wertschätzung erfahren. Sei es die persönliche Übergabe von mir von einem Freundeskreis an den anderen, weil es in Ägypten zu gefährlich ist, mit dem Kleid, das ich zu einer Hochzeit trug, auf der Straße rumzulaufen. Einladungen von quasi Fremden in deren Ferienhaus, wo wir beiden Mädchen morgens zum Strand gefahren wurden und abends abgeholt wurden (weil Ramadan war, gingen die Jungs selber nicht hin). Einladungen zu Hochzeiten, Verlobungen, Familien. Und niemals – egal, wo wir zu zweit oder zu dritt alleine waren, auch nicht auf engstem Raum im Auto, kam einer auf die Idee, mich anzufassen oder zu belästigen.

 

Palästina 2012. Ich war in Israel, alleine, weil der Freund, den ich besuchte, nicht mit rüber durfte. Ich kam an einem Freitag zurück nach Hebron und dachte, es sei wie in Ägypten – egal ob Freitag oder ein anderer Wochentag, in der Stadt ist immer Trubel. Nein, in Hebron ist freitags alles zu, und die „Taxis“ fuhren auch nicht. Als ich in die Moschee wollte, um mir dort eine Leggings unter mein wadenlanges Kleid zu ziehen und mir mein Kopftuch anzuziehen (ja, in Hebron war es besser, bedeckt rum zu laufen – das war für mich aber nie ein Problem), sprach mich ein Mann an und fragte, was ich suche, ob er helfen könne. Sein Englisch war miserabel, mein Arabisch ebenfalls, also machte ich es wie immer in arabischen Ländern, ich rief jemanden an, der vermitteln konnte. Der Freund, bei dem ich war und in dessen Dorf ich wieder musste, schilderte dem Mann meine Problematik, der rief Freunde an, die kamen vorbei und sollten mich zum Dorf fahren. Währenddessen führte er mich noch zu einem Verschlag mit Plumpsklo, da ich mir ja immer noch was anderes anziehen wollte. Ich sah, wie er versuchte, durch den Spalt der Tür zu gucken, sich an meiner Tasche zu schaffen machen wollte, und stürmte wieder raus.

 

Die Kerle im Auto waren mir ziemlich suspekt. Und der Weg, den sie fuhren, kam mir ganz und gar nicht bekannt vor. Es wurde unheimlich, der eine versuchte meine Tasche zu öffnen, ich schimpfte, bekam sie nach hinten zu mir auf den Rücksitz, sie fragten mehrfach, ob ich Geld dabei hätte, mir wurde die ganze Sache viel zu komisch und ich hatte das erste Mal wirklich Angst in meinem Leben. Ich schrie „Stopp!“, sie hielten an, ich packte meine Tasche und stürmte aus dem Auto. Rannte zu einem kleinen Laden, völlig aufgelöst. Ganz viele junge Männer und Kinder kamen sofort auf mich zu, waren überfordert mit mir. Eine junge Europäerin stürmt aus einem Auto und steht da nun heulend und zitternd vor ihnen. Sie holten einen alten Mann aus dem Laden, der sprach Englisch. Sie beruhigten mich, und man merkte, wie gerne mich einige in den Arm nehmen und trösten wollten, aber niemand tat es, weil es sich dort nicht gehört. Der Mann rief bei meinem Freund an, fragte, wo ich hin muss, und fuhr mich dann zum Checkpoint, wo ich erwartet wurde.

 

Es stellte sich raus, dass die Jungs aus dem Auto den richtigen, nur einen anderen Weg fuhren. Oder ich erkannte die Stadt so leer einfach nicht. Ich hatte Angst, angefasst oder bedroht haben sie mich nie.

 

Warum ich das alles schreibe? Weil ich ebenso wie beim Thema Depression finde, dass das raus muss. Dass uns allen klar werden muss, dass es überall passiert. Auch unter uns. In jeder Kultur, in jeder Religion, in jeder Nation. Zu viele Freundinnen von mir sind Opfer sexueller Übergriffe. Über „Kleinigkeiten“ reden auch wir kaum, das nimmt man als Frau irgendwie hin. Und das ist ganz schlecht. Wir müssen alle darüber reden, nie aufhören und zeigen, dass wir alle ein Problem haben.

 

Damit Farinas kleine Maus so etwas nie erleben muss. Damit keine Frau so etwas je erleben muss.

 

Bevor das Tochterkind geboren wurde, haben wir unsere Einkäufe ungeplant und zwischendurch erledigt. Jeden Tag kam die ungeliebte Frage „Was wollen wir heute essen“ auf und wenn wir uns dann auf etwas geeinigt hatten, sind wir in den Supermarkt um die Ecke gestiefelt, um die fehlenden Zutaten zu besorgen. Da man selten nur das mitnimmt, was man wirklich braucht und es bei dieser Einkaufsroutine auch häufig dazu kommt, dass man schon angebrochene Lebensmittel zuhause vergisst, haben wir unser Einkaufsverhalten schon vor einiger Zeit komplett geändert und sind damit sehr zufrieden. Da ich dazu schon sehr häufig gefragt wurde, möchte ich meine Erfahrungen und Tipps zum nachhaltigeren Einkaufen heute teilen.

Wir kaufen mittlerweile wirklich nur noch einmal in der Woche ein. Da wir inzwischen auch ein Auto haben, ist das auch keine große Schlepperei mehr, aber auch ohne ging es dank Carsharing wirklich ganz gut und ich kann jedem, der kein Auto hat dieses Modell wirklich ans Herz legen. Damit wir nicht mehr wahllos durch den Supermarkt laufen und irgendwas auf Vorrat mit nach Hause nehmen und dann am Ende doch 10 Sachen vergessen haben, machen wir uns jeden Sonntag abend gemeinsam Gedanken, was wir die Woche über essen und kochen wollen. Dazu sei gesagt, dass wir immer abends als Familie zusammen etwas warmes essen und in der Regel auch frisch kochen. Wir machen also einen Essensplan und schauen dementsprechend, was wir noch zuhause haben, was noch verbraucht werden muss und was fehlt. Die Vorteile von dieser Routine sind für mich eindeutig:

  1. Zeitersparnis: Einmal geplant, muss man sich die Woche über keine Gedanken mehr über das Abendessen machen. Man muss auch nicht nochmal extra zum Laden rennen, weil irgendwas fehlt.
  2. Geldersparnis: Dadurch, dass man nur einmal einkauft und so weniger zu „Ach, das nehme ich auch noch mit“ verleitet wird, sparen wir deutlich an Geld, auch wenn unser Einkauf zum größten Teil aus frischen Lebensmitteln besteht, die ja immer den schlechten Ruf haben, sehr teuer zu sein.
  3. Mehr Abwechslung: „Gestern hatten wir schon Nudeln, davor Reis, auf Kartoffeln keine Lust…hmm“ Wer kennt es nicht, es fällt einfach nichts ein, was man machen könnte. Durch unseren Essensplan kommen auch immer häufiger neue Gerichte auf den Tisch. So oft finde ich auf Pinterest oder anderen Blogs tolle Rezepte, die ich unbedingt nachkochen möchte. Die speichere ich mir dann ab und schreibe sie direkt auf unseren Essensplan. Noch benötigte Lebensmittel landen auf der Einkaufsliste und schwupps, etwas mehr Abwechslung auf dem Teller.
  4. Weniger Lebensmittelverschwendung: Es werden zu viele Nahrungsmittel weggeschmissen, das ist kein Geheimnis. Seit wir unsere Planung haben, landen viel weniger Lebensmittel im Abfalleimer, da wir effizienter einkaufen und die Mengen, die wir für eine Woche benötigen, besser einschätzen können.

Nach ein paar Malen ist man dann auch gewohnt, so einen Plan zu erstellen und weiß, was und wieviel man jede Woche braucht. Bei uns sind das vor allem Salatzutaten, denn ein Salat zum Essen darf bei uns nie fehlen. Wenn man doch mal, gerade frische Zutaten, auch zwischendurch benötigt, gehen wir natürlich trotzdem nochmal in den Supermarkt um die Ecke, aber das kommt nun wirklich nur noch total selten vor und spart wiederum wie schon gesagt enorm Geld. Natürlich ist unser Plan nie starr, manchmal haben wir doch keine Lust das zu machen, was auf dem Plan steht und wir essen zwischendurch einfach Nudeln mit Pesto (etwas, das immer im Haus ist) oder machen etwas, das für einen anderen Tag geplant war. Manchmal bleibt auch etwas übrig und wir essen es zwei Tage später nochmal, sodass sich der Plan verschiebt.

Für die Einkaufsplanung nutze ich eine einfache kostenfreie App und für die Essensplanung meinen Kalender. Es gibt aber natürlich auch hier schönere Varianten. Eine kostenfreie Version habe ich zum beispiel hier auf dem Blog der lieben Saskia gefunden. Die Vorlage könnt ihr euch einfach Ausdrucken und habt dann Speiseplan und Einkaufsliste in einem. Eine sehr schöne bestellbare Version findet ihr hier, auch eine sehr schöne Geschenkidee, wie ich finde.

Und nun würde mich interessieren, wie ihr das mit dem Einkaufen und Essensplanen so macht? Plant ihr auch im Voraus oder ist das gar nichts für euch?

Alles Liebe,
Farina

Das neue Jahr steht vor der Tür und obwohl noch nicht mal Weihnachten ist, steht es gefühlt schon mit einem Fuß im Türspalt und drängt sich energisch herein. Dabei muss noch so viel erledigt, besorgt, abgearbeitet und vorbereitet werden. Denn mit dem neuen Jahr kommen ja bekannterweise auch die guten Vorsätze. Gesünder leben, mehr Sport, mehr Lesen, effektiver Arbeiten… da kann man schonmal ganz schön gestresst sein. Ich selbst erwische mich immer wieder dabei, wie ich an mehreren Sachen gleichzeitig arbeite und mir dann irgendwann denke: Wie soll ich das noch alles schaffen. Und dann noch möglichst viel Zeit mit meinem Kind verbringen. Unmöglich? Für alle, die sich in diesen Zeilen wiedererkennen habe ich einen Buchtipp. „Sowieso schon keine Zeit und jetzt will sie noch, dass ich ein Buch lese? Wann denn bitte?“ Ja genau so würde ich jetzt auch erstmal denken. Aber lest erstmal weiter, dann wisst ihr, warum es sich lohnen wird, ein paar freie Minuten pro Tag für dieses Buch und nicht für eure Social Media Kanäle, Mails oder To Do Listen zu nutzen.

Das Buch, welches ich meine trägt den Titel „Der Tag, an dem ich aufhörte, „Beeil dich“ zu sagen – Lektionen einer entspannten Mutter„*, die Autorin heißt Rachel Macy Stafford, sie ist Bloggerin und lebt mit ihren zwei Kindern in den USA. Letzteres muss man auf jeden Fall dazu sagen, denn mir ist diese typisch Amerikanische Art beim Lesen sofort ins Auge gesprungen. Das kann störend sein (so geht es mir bei Filmen und Serien oft, wenn es zu amerikanisch synchronisiert wird), bei diesem Buch kann man sich aber schon sehr gut darauf einstellen, sodass es nicht zu stark stört.

Das große Thema des Buches ist Entschleunigung. „Nicht jetzt“ „Beeil dich“ „Dafür haben wir jetzt keine Zeit“. Ich glaube, nicht nur Müttern kommen diese Sätze bekannt vor, ich zumindest sage sie auch oft gedanklich zu mir selbst. Die Autorin ist Gründerin der „Hands Free-Revolution“, einer Seite auf Facebook, die enormen Zuspruch erhalten hat und mittlerweile zu einer richtigen Bewegung geworden ist, mit dem Ziel, für Achtsamkeit im Umgang mit Technologien und das Erleben des Augenblicks zu plädieren.

Das Buch ist keines, welches man in die Hand nehmen und in einem Stück durchlesen sollte. Angelegt ist es auf einen Veränderungsprozess, der ein Jahr andauert und ist dementsprechend in 12 Kapitel unterteilt (man kann aber – anhängig von seinem eigenen Fortschritt auch schneller oder langsamer voran kommen). Diese bestehen aus 4 Einheiten, für jede Woche eine und beginnen jeweils mit sehr greifbaren Beispielen aus dem persönlichen Alltag der Autorin, durch die sie deutlich macht, welche Situationen sie selbst zum Nachdenken und Entschleunigen gebracht haben. Anschließend folgt die „Strategie der Woche“, in der sie bestimmte Wege zeigt, sich selbst von den Dingen zu befreien, die sie davon abhalten, Zeit mit ihren Kindern oder den Menschen, die ihr wichtig sind, zu verbringen. Dabei geht es wirklich um kleine Schritte und keine radikalen Maßnahmen. Am Ende jedes Kapitels und damit jedes Monats folgt eine Betrachtung, eine kleine Beschreibung von Situationen, die die Wichtigkeit des Moments deutlich machen. Es schließt dann mit einigen Fragen, die der Leser sich selbst stellen kann und zum weiteren Nachdenken anregen sollen.

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Ich selbst habe dieses Buch noch nicht zuende gelesen. Ich habe es – ganz klischeemäßig – mit in den Urlaub genommen und die ersten Kapitel immer während des Mittagsschlafs meiner Tochter gelesen. Und wirklich, es hat mir sehr viele Dankanstöße gegeben und mich aufmerksamer und sensibler gemacht. Vielleicht wäre mir der Junge im Hotel sonst nicht aufgefallen, dessen Eltern wirklich ununterbrochen jeweils auf ihr Smartphone/Tablet gestarrt haben und nicht einmal mit ihrem Sohn ins Wasser gegangen sind. Oder wie oft ich selbst schon meine to-do Listen im Kopf durchgehe und nicht die Auto- oder Fahrradfahrt mit meiner Tochter auch geistig anwesend genieße. Deswegen kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich bin davon überzeugt, dass es niemals schaden kann, seine eigenen Handlungsabläufe und Gewohnheiten zu hinterfragen, und das tut dieses Buch auf jeden Fall. Besonders – aber nicht nur – für viel beschäftigte Mütter (wenig beschäftigte gibt es ja auch nicht 😉 ) auch eine tolle Geschenkidee!

Alles Liebe,
Farina

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Am letzten Wochenende durften wir wieder an einem Bloggertreffen teilnehmen und dieses Mal hatten wir sogar ein Heimspiel: In Tübingen fand der alljährliche Schokoladenmarkt statt und wir waren mittendrin. Während Ann Cathrin extra aus Berlin angeflogen kam, konnte ich mich also morgens mehr oder weniger gemütlich mit dem Fahrrad auf den Weg machen. Das Ziel: Die SchokoWerkstatt von Ritter Sport, in dem wir auch auf die anderen Blogger/innen und den Organisator der chocolART trafen. Das Wetter meinte es wohl gut mit uns und zeigte sich – eiskalt und sonnig – von seiner besten Seite.

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Morgens um 10:00 Uhr kam man noch leicht durch die verhältnismäßig leere Tübinger Altstadt – dies sollte sich in den nächsten Stunden ändern.

Zuerst erfuhren wir viele interessante Details zur chocolART, die dieses Jahr ihr 10. Jubiläum hatte. Ich wusste z.B. vorher nicht, wie das Schokofestival entstanden ist oder dass seitens der Organisatoren einen großen Wert auf faire Produktion und das Stichwort „Slow Food“ gelegt wird. So darf von den Ausstellern auf dem Markt, beispielsweise für die beliebten heißen Trinkschokoladen nur TüBio Milch verwendet werden (in den 6 Tagen des Markts sind es bis zu 5000 Liter!), die jeden morgen frisch angeliefert wird und regionale, faire und biologische Milchhaltung unterstützt. Begonnen hat die chocolART mit 30 Ständen, mittlerweile sind über 100 internationale Aussteller fester Bestandteil des Marktes und die chocolART in Tübingen der größte Schokomarkt Deutschlands. Die schokoladigen Argumente ziehen jedes Jahr 300.000 Besucher an – zum Vergleich: Tübingen selbst hat etwa 90.000 Einwohner.

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Achtung, es folgt eine kleine Bilderflut.

Weiter ging es im Programm und wir durften in der Schokowerkstatt unsere eigene Schokolade machen. Dazu wählten wir zwischen Zutaten wie getrockneten Himbeeren, Smarties oder auch Chili unsere Favoriten aus, die dann mit leckerer Schokolade vermischt und in eine quadratisch praktisch gute Form gebracht wurden. Während die Schokolade trocknete hatten wir Zeit, die Schokoladenverpackung mehr oder weniger kreativ zu designen und die anderen Blogger/innen kennenzulernen.

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Anschließend – draußen drängte sich schon eine Gruppe von Kindern vor das Zelt, die nun an der Reihe waren, ihre eigene Schokolade herzustellen – ging es für uns wieder in die Kälte und zum Stand der Madlon Confiserie, bei dem Herr Madlon uns von seiner Genuss – Philosophie und seinem ganzen Stolz, seinen Pralinen Kreationen berichtete. Seine Anti – Stress Praline kommt beispielsweise mit einer Gebrauchsanleitung für den richtigen Genuss daher und an seiner Erzählung war die Leidenschaft für seine Arbeit nicht zu übersehen.

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Auch hier durfte eine Kostprobe nicht fehlen, bevor es zum nächsten Stand weiterging.

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Weiter ging es zum ShowRoom, einem Zelt mit Fenstern, in dem die mittlerweile schon sehr zahlreichen Besucher von außen live die Produktion der beliebten Chocolinos bewundern konnten. Von Konditor Johannes Becker erfuhren wir mehr über die Herstellung und durften jeden dort mit unseren Fragen über die schokoladigen Kunstwerke löchern.

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Auch hier durften sich die Chocolino und andere Kreationen einem Geschmackstest von uns unterziehen, der ohne Frage bestanden wurde.

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Mit nun schon einigem an Schokolade intus bewegten wir uns ein paar Meter weiter und bekamen – live übersetzt – auf dem Marktplatz etwas über die Produkte und Geschichte der L’Artigiano Perugino – Chocolateria aus Tübingens Partnerstadt in Italien erzählt. Darauf folgte der wohl süßeste Teil des Tages: Wir durften uns einmal kreuz und quer durch den Stand probieren – und dieser hatte von Schokolade mit Früchten über Nüsse und Gewürze wirklich einiges zu bieten. Besonders die weiße Schokolade mit Cranberrys und die Haselnussschokolade haben einen großen Zuspruch in der Bloggerrunde gefunden.

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Gefühlte 5 kg Schokolade später ging es dann zum Mittagessen, nun aber herzhaft. Im Stadtmuseum wird jedes Jahr von dem Lions Club Tübingen ein Essen angeboten, dessen Erlös einem sozialen Zweck zu Gute kommt. Nach dem Essen hatten wir Zeit, uns auf eigene Faust den Markt und das schöne Tübingen anzuschauen, was allerdings bei den Menschenmassen, die mittlerweile durch die Tübingen Altstadt strömten, gar nicht mehr richtig entspannt möglich war.

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Der nächste Programmpunkt war mein persönliches Highlight: Das faire Schokoladentasting mit dem beeindruckenden Jan Marcel Schubert. Jeder, der sich zur Schokomarkt-Zeit in Tübingen aufhält sollte versuchen, an diesem Schokoladentasting teilzunehmen (man muss sich vorher anmelden), es gibt so viel zu erfahren, sowohl geschmacklich als auch über die Hintergründe der Schokoladenproduktion.

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Die dort gewonnenen Informationen bestärken mich persönlich nochmal darin, Wert auf faire Produkte zu legen und auch beim Thema Schokolade weiterhin das Prinzip „lieber weniger/seltener und dafür gut und fair“ zu verfolgen, denn gerade in diesem Bereich kann man selbst mit seinen Entscheidungen wirklich einen Unterschied machen.

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Nach dem fairen Schokotasting folgte dann noch ein obligatorisches Gruppenbild, bevor es dann dunkel wurde und wir uns durch die Menschenmassen langsam zum Rathaus vorarbeiteten, wo u.a. die Ausstellstücke aus dem Konditorenlehrlingswettbewerb bestaunt wurden.

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Mit Einbruch der Dunkelheit fogte dann auch die wunderbare Illuminierung der Häuserfassaden, einem geradezu magischen Anblick.

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Wir hatten alle zusammen einen wirklich tollen Tag mit viel Input. Auch in den vorigen Jahren waren wir zwar schon als Besucher auf der chocolART gewesen, jedoch ist der große Nachteil an der riesigen Resonanz und dem enormen Besucherstrom, dass man meist, besonders am Wochenende, mittlerweile aber oft auch schon unter der Woche, gar nicht so viel sehen kann, wie man gern möchte.  Umso herzlicher bedanken wir uns für die tolle Gelegenheit, einmal etwas hinter die Kulissen blicken und schmecken zu dürfen, neue tolle Bekanntschaften zu schließen und die chocolART einfach zu genießen.

Wie einige von euch vielleicht schon auf Instagram und Facebook verfolgt haben, war ich am vergangenen Wochenende in Stuttgart. Ich durfte im Rahmen der Messe veggie&frei von mit knapp 40 anderen Blogger/innen an einem Bloggertreffen teilnehmen, mehr über die Messe und Aussteller erfahren und hatte dabei wirklich eine Menge Spaß. Schon im letzten Jahr war ich beim Bloggertreffen von laufmamalauf, welches auf der Babywelt stattfand, die sich dieses Jahr eine Halle mit der veggie&frei von teilte.

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Vor allem das Showkochen von Christian Weber („einfach anders essen“) und seine Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit haben mir gut gefallen

Die veggie&frei, die „Leitmesse für Genuss und Gesundheit“, hat dieses Jahr das erste Mal stattgefunden und bot neben über 130 Ausstellern zum vegetarisch/veganen Lifestyle und allergenfreier Ernährung auch ein Bühnenprogramm mit Showkochen, sowie Vorträgen und Diskussionen. Sowohl Neulinge in dem Bereich (zu denen ich mich immer noch zählen würde), als auch Menschen, die sich schon lange mit dem Thema gesunde Ernährung befassen sind an dem Wochenende auf ihre Kosten gekommen und konnten nicht nur leckere, neue Produkte, sondern auch neuen Input und Kontakte mit nach Hause nehmen.

Nach einer Kennenlern- und Informationsrunde im Pressezentrum hatten wir die Möglichkeit, mit einigen Ausstellern ins Gespräch zu kommen und anschließend auf eigene Faust die Messe zu erkunden. Zusammen mit Julia von dem Blog lila violett und Annelina, dem Gesicht hinter food_without_regrets, schoben wir uns mit den Massen an Besuchern an den Ständen entlang, probierten leckeren Agavendicksaft, frisches Kokoswasser direkt aus der Kokosnuss, vegane Snacks für Kinder, frisch gepresste Säfte, Kekse, Tortellini, Balsamicoessig, veganen Käse, glutenfreie Pizza…und ich könnte hier wirklich noch lange weitere Leckereien aufzählen. Das Angebot und die Vielfalt auf der Messe war für mich wirklich beeindruckend. Besonders gefallen hat mir auch die Aufteilung in einen „vegetarischen“ und einen „veganen“ Bereich.

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Kokoswasser mochte ich bisher – außer in Smoohies – überhaupt nicht. Frisch aus der Kokosnuss schmeckt es jedoch ganz anders und ist ein richtiger Genuss!

Von einigen Gesprächsfetzen, die ich von anderen Messebesuchern aufgeschnappt habe, kann ich sagen, dass auch Menschen, die sich bisher noch nicht großartig mit veganer/glutenfreier oder vegetarischer Ernährung beschäftigt haben, sehr angetan von den Produkten der Aussteller waren. Das war nämlich ein positiver Nebeneffekt der Hallenaufteilung: Viele Besucher der Babywelt haben auch auf der veggie&frei von vorbeigeschaut und sind so ganz ungezwungen in Kontakt mit alternativen Ernährungsweisen gekommen, was ich persönlich immer toll finde.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren, die uns wirklich einen schönen Tag, viele neue Eindrücke und tolle Bekanntschaften beschert haben. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, in dem die veggie&frei von in die zweite Runde geht.

Alles Liebe,
Farina

Nachdem ich in puncto Grüne Smoothies richtig auf den Geschmack gekommen bin, haben mich auch die auf Instagram viel gepriesenen Säfte sehr interessiert. Nicht die Detox-ich-geb-mal-eben-ein-paar-hundert-Euro-aus Säfte, sondern die selbstgemachten, frischen. Doof nur, dass ich keinen Entsafter habe und unsere kleine Küche platztechnisch mit dem Thermomix auch schon ausgelastet ist. Als ich dann letztens ein paar Knollen Roter Beete zuhause hatte, habe ich mich aber wirklich nach einem Entsafter gesehnt, denn sie mussten schnell verbraucht werden und im Smoothie mag ich die Konsistenz leider überhaupt nicht. Ich habe es trotzdem versucht und die Rote Beete zusammen mit Karotte Orange und etwas Wasser in den Themomix geworfen – und fand es immer noch schrecklich. Zum Glück fiel mir dann ein Trick ein, den ich in einem Youtube Video gesehen hatte und der mir meinen Smoothie mit den guten Früchten doch noch schmackhaft machen konnte: Saft ohne Entsafter selber machen. Wie das geht? Ganz einfach.

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Ihr braucht:
Obst/Gemüse eurer Wahl
Mixer
Wäschenetz

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Und so gehts:
1. Zuerst geht ihr genau so vor, als würdet ihr euch einen Smoothie zubereiten: Früchte waschen und/oder schälen, in Stücke schneiden, die euer Mixer verarbeiten kann und nach Belieben mit so viel Wasser begießen, wie ihr mögt. Dann möglichst fein pürieren.

2. Nun die entstandene Masse durch das Wäschenetz geben, dieses noch so lange mit der Hand ausdrücken, bis fast keine Tropfen mehr kommen und fertig ist euer Saft!

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Ihr sehr, es geht wirklich ganz schnell und ist super, wenn man sich erstmal an Säfte herantasten will, ohne gleich Geld für ein neues Gerät auszugeben. Noch ein paar Tipps: Kauft lieber ein neues Wäschenetz und nehmt keins, welches schon einmal seinen ursprünglichen Zweck erfüllt hat. Ihr wollt ja schließlich einen Waschmittel-Saft haben. Dieses vor dem ersten Gebrauch ein paar Mal heiß unter klarem Wasser ausspülen. Ihr könnt es beim Saft machen am besten zusätzlich in ein Sieb legen, das über einer Schüssel ist, so geht auch nichts von dem guten Saft daneben.

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Nach dem gleichen Prinzip könnt ihr z.B. auch Nussmilch machen, eine Anleitung dafür gibt es beispielsweise hier. Der Rote Beete Saft hat mir dadurch richtig gut geschmeckt und wurde auch gleich ein zweites und sicherlich nicht letztes Mal gemacht.

Seid ihr auch Fans von frischen Säften? Habt ihr vielleicht sogar einen Entsafter und könnt ihn empfehlen?

Alles Liebe,
Farina

Der November ist schon ein paar Tage alt und vielen Eltern geht spätestens jetzt die Frage nach den Weihnachtsgeschenken durch den Kopf. Was schenken, was schenken lassen? Was ist zu viel, was wird wirklich gebraucht? Wir haben uns bisher generell sehr zurück gehalten, was das Schenken an Feiertagen anging. Das Tochterkind ist nun 21 Monate alt und versteht noch nicht, was Schenken heißt. Sie weiß noch nicht, dass ihr etwas gehört, was sie auspackt. Sie findet meist immer noch die Verpackung interessanter als den Inhalt. Und am allerliebsten spielt sie mit Alltagsgegenständen: Dosen, Löffeln, Stiften, Zeitschriften, Tüchern… was nicht heißt, dass sie kein eigenes Spielzeug hat, aber es ist – so habe ich das Gefühl – verhältnismäßig wenig.

Und das finde ich gut so. Mal abgesehen davon, dass wir in unserer kleinen Wohnung gar keinen Platz für Unmengen an Spielzeug haben, bin ich auch bei diesem Thema von dem Prinzip „Weniger ist Mehr“ überzeugt. Selbst bei den Sachen, die meine Tochter hat, konzentriert sie sich meist auf ein paar Sachen, während sie an anderen schnell die Lust verliert und diese dann bald in der Kiste mit den wenig bespielten Sachen landen. Sie hat ein Regalbrett, welches sie nach Lust und Laune ausräumen darf und in dem hauptsächlich ihre Bücher, Puzzle und ein Ball liegen. Von den anderen Regalbrettern, in denen unsere Bücher stehen, weiß sie, dass das nicht ihre sind und sie dort auch nicht dran darf.

Wenn ich allerdings die Diskussionen um das Schenken zum Geburtstag oder zu Weihnachten verfolge, erschrecke ich mich manchmal ein bisschen. Brauch ein Kind wirklich ein eigenes Bällebad? Muss das Tipi im Zimmer sein? Die Ikea Küche zu Weihnachten? Oder lieber die Eisenbahn? (Das heißt nicht, dass ich irgendwen dafür verurteile, diese Dinge für sein/e Kind/er zu kaufen, das hier ist meine persönliche Sichtweise auf unseren Umgang mit dem Überangebot an Spielzeug). Wir haben all diese Sachen nicht und auch vorerst nicht vor, sie zu kaufen. Und manchmal bekomme ich ein schlechtes Gewissen, bin ich zu geizig, bräuchte sie vielleicht doch mehr, fördere ich sie nicht genug? Sie hat kein Spielzimmer, in dem viele bunte Kisten voller pädagogisch wertvoller oder weniger wertvoller Dinge sind. Es geht ja schon in der Schwangerschaft los, dass den werdenden Eltern suggeriert wird, dies und jenes werde unbedingt gebraucht, um ein Kind großzuziehen. Wenn das Kind dann da ist, hört das nicht auf, sondern wird – so kommt es mir vor – noch mehr. Vor allem um die Feiertage ist das Thema sehr präsent und kann ganz schön verunsichern.

Doch dann stelle ich mir vor: Hätten wir ein Bällebad oder eine Spielküche zuhause, würde sie sich in der Kita dann noch so darüber freuen, diese dort zu bespielen? Wahrscheinlich nicht. Für sie ist es dort etwas besonderes und das finde ich schön so. Und vor allem bin ich mir sicher, dass sich mit der Zeit vermutlich sowieso ganz viele Spielsachen anhäufen werden, je älter sie wird oder wenn Geschwister dazu kommen. Deswegen gehen wir, solange sie klein ist und das Schenken noch nicht richtig begreift, bewusst den Weg des Minimalismus und begrenzen uns bei Geschenken und Wünschen für sie auf Dinge wie Kleidung, Schuhe oder allgemein Dinge, die wirklich benötigt werden.

Nun würde mich interessieren, wie geht ihr mit dem Thema Schenken an Feiertagen um? Habt ihr vielleicht eine ganz andere Meinung?

Alles Liebe,
Farina

Seit einem halben Jahr geht das Tochterkind nun schon in die Kita, unfassbar, dabei haben wir sie doch grad erst eingewöhnt! Sie geht aber gottseidank sehr gerne hin und auch ich genieße es, Zeit zu haben, in der ich meine Sachen erledigen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich mich eigentlich lieber mit ihr beschäftigen würde. Und ich freue mich jeden Tag aufs Neue riesig darauf, sie von der Kita abzuholen, auf ihr strahlendes Gesicht, wenn sie mich sieht und mir aufgeregt mit „Mama! Mama!“ entgegen läuft. Wenn wir dann nach Hause gehen, nehme ich nicht nur sie mit, sondern auch einen Beutel mit den benutzten Stoffwindeln vom Kitatag (was vom Kind immer laut mit „Ihh“ kommentiert wird). Ja, auch in der Kita kann sie mit Stoff gewickelt werden und ich bin sehr froh darüber, das wir die Möglichkeit haben. Und deswegen möchte ich gerne meine bisherigen Erfahrungen zu „Kita und Stoffwindeln“ teilen.

In der Eingewöhnungszeit der Kita habe ich die Erzieherinnen gefragt, ob sie grundsätzlich bereit dazu wären, sich an das Stoffwickeln zu wagen, denn bisher gab es noch kein anderes Kind, bei dem dies der Fall gewesen wäre. Da sie sagten, dass sie es gerne versuchen würden, habe ich einfach gezeigt, worauf sie achten müssen: Papiervlies kann bei Verschmutzung weggeschmissen werden, die restliche Windel einfach in den mitgegebenen Wetbag und die saubere Windel genau wie eine normale Wegwerfwindel anziehen. Normalerweise wird das Tochterkind in der Zeit, in der sie in der Kita ist 2 Mal gewickelt, weswegen ich jeden morgen 2, manchmal auch 3 Stoffwindeln mitgebe. Zur Sicherheit sind auch immer ein paar Wegwerfwindeln griffbereit, falls sie doch öfter gewickelt werden muss und nicht genügend Stoffies da sind, aber das kam bisher wirklich selten vor.

Ich habe mich anfangs dazu entschlossen, meine All-in-Ones mitzugeben, da diese am einfachsten für ungeübte Stoffwickler zu händeln  und Wegwerfwindeln am ähnlichsten sind (wir haben Blueberry Simplex und Totsbots Easyfit V3 und V4, alle mit Klett). Morgens, wenn ich sie noch zuhause wickel, verwende ich entweder unsere Blueberry Simplex mit Druckknöpfen oder eine Pocketwindel (Little Bloom oder Milovia), die dann für die Erzieherinnen ganz einfach zu wechseln sind. Zwischendurch habe ich auch mal versucht, mit unseren gDiapers All-in-Threes zu verwenden, das habe ich aber relativ schnell wieder gelassen. Ein Hin und Her zwischen den Systemen ist nicht unbedingt empfehlenswert, da es für die Erzieherinnen schnell verwirrend wird und der Vorteil der All-in-Threes, nämlich, dass nur ein Teil von ihnen gewaschen werden muss und man somit weniger Wäsche hat, oft nicht zum Tragen kam, da wie bei den AIOs die komplette Windel in den Wetbag gegeben wurde, wodurch natürlich auch der äußere Stoffteil der g’s in die Wäsche musste.

Wieviele Stoffwindeln brauchen wir für die Kita? Wir haben insgesamt 10 Windeln, die nur für die Kita genutzt werden. Bei den 2 Malen, die sie am Tag dort gewickelt wird, reicht das auch vollkommen aus. Dienstags wasche ich nach der Kita die 6 benutzten Windeln von Montag und Dienstag (plus natürlich denen, die wir zuhause genutzt haben), Mittwochs haben wir dann noch 4 saubere, auf die wir zurückgreifen können und Donnerstags und Freitags sind die gewaschenen Windeln vom Anfang der Woche wieder einsatzbereit. Mit dieser Routine fahren wir bisher gut.  Generell gebe ich lieber die Windeln mit Klettverschluss mit, da ich finde, dass diese für ungeübte Hände am einfachsten in der Enge zu regulieren sind. Deswegen verwende ich selbst morgens unsere Windeln mit Druckknöpfen.

Ich kann allen Eltern, die ihre Kinder auch in der Kita oder bei der Tagesmutter mit Stoff gewickelt wissen wollen raten, den Erzieherinnen von Anfang an die Scheu davor zu nehmen und zu zeigen, dass dies wirklich nicht kompliziert sein muss. Meist sind sie davon ganz überrascht und sogar begeistert von den schönen Designs. Bleibt bei einem System, wenn ihr z.B. lieber gDiapers oder Windelmanufaktur-Windeln benutzt, dann erklärt einfach ganz am Anfang und notfalls auch mehrmals, worauf es ankommt (dass z.B. die Außenwindel nicht sofort mit in den Wetbag muss) und was euch wichtig ist. Die Kita sollte kein Grund sein, auf Stoffwindeln verzichten zu müssen, lasst lieber andere an dem Spaß teilhaben =)

Was sind eure Erfahrungen mit dem Stoffwickeln in der Fremdbetreuung?

Alles Liebe,
Farina