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Vor ein paar Wochen hatte mich wieder das Heimweh gepackt und ich bin für ein langes Wochenende nach Hause geflogen. Im Norden ist es eben doch am schönsten und er lässt mich momentan einfach nicht los. Neben dem Heimweh stand noch ein ganz besonderes Event an: Meine Schwester eröffnete in Dänemark als Kuratorin die Ausstellung die sie im Rahmen ihres Praktikums geplant und nun auch umgesetzt hat. Vor Stolz platzend bin ich mit unserer Mutter und Freunden am Samstag Morgen nach Dänemark gefahren um uns die Eröffnung anzusehen.

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Der Katalog zur Ausstellung meiner Schwester <3

Zum Glück musste ich nicht fahren, sondern konnte die ganze Fahrt über schlafen… Zwei Nächte hintereinander nahezu durch machen ist echt keine gute Idee (ebenso wenig den ersten Flug um 6.40 von Stuttgart nach Hamburg zu nehmen, vor allem wenn man mit dem Bus aus Tübingen zum Flughafen fahren muss…). In Tønder angekommen haben wir uns erst mal kurz das Museum angesehen und sind dann in der Innenstadt bummeln gegangen. Wusstet ihr, dass die Luft im Norden viel besser ist? Ich rieche immer, dass das Meer nicht mehr weit ist. Da musste ich mehrmals kräftig einatmen um wieder meinen Frischluftspeicher für die nächste Zeit hier in Tübingen zu füllen. Tønder ist echt eine wunderschöne Stadt und das Bummeln dort macht richtig Spaß – vor allem weil es so viele süße Läden gibt mit ganz viel Krimskrams für die Küche oder zum Dekorieren. In einem, man würde hier wahrscheinlich 1€-Laden sagen, habe ich dann ein paar Sachen zum Backen und Dekorieren gekauft: Eine kleine Tortenplatte, Muffin-Förmchen aus Pappe und einen Keksstempel.

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Der Keksstempel ist echt super, wenn man schnell ein paar Kekse machen will und wenig Zeit hat. Einfach einen Teig für Butterplätzchen zubereiten, mit einer runden Form Plätzchen ausstechen und zack – den Stempel drauf. Ist doch eine süße Idee oder?

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Für die Muffin-Förmchen habe ich mit ein Rezept für Schoko-Cupcakes mit Schoko-Topping raus gesucht. Sie sind extrem süß – für mich ehrlich gesagt viel zu süß. Selbst von diesen kleinen habe ich nur einen halben geschafft, danach war mein Zuckerbedarf des Tages bei weitem gedeckt. Außerdem hab ich noch ein paar Pralinen gemacht. Meine Schwester hat mir vor einiger Zeit eine Silikon-Pralinen-Form mitgegeben und ich wollte sie nun endlich mal aufprobieren. Aber bevor ich mich an Experimente wage habe ich einfach mal Vollmilchschokolade geschmolzen, sie zur Hälfte in die Form gegossen, eine ganze Haselnuss hineingelegt und die Form mit Schokolade aufgefüllt. War super einfach und sie haben auch super geschmeckt. Jetzt werde ich mich wohl mal nach ein paar ausgefalleneren Rezepten umsehen.

Aber nun zum Cupcake-Rezept:

Zutaten:
Teig
250g Zucker
100g Butter
100g Mehl
75g Kakao
1 Tl Backpulver
1 Prise Salz
2 Eier
125ml Milch
10 Tropfen Vanillearoma

Topping
200g Butter
300g Puderzucker
6 EL Kakaopulver
400g Zartbitterschokolade
weiße Schokoraspeln zum Dekorieren

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1.
In eine Schüssel die Butter und den Zucker geben und schaumig rühren. Die Eier unter Rühren hinzugeben. Mehl, Kakaopulver, Salz und Packpulver in eine separate Schüssel sieben, Milch und Vanillearoma ebenfalls in einer separaten Schüssel vermischen. Dann unter rühren abwechselnd Mehlmischung und Milchmischung in den Teig geben. So lange weiter rühren, bis der Teig geschmeidig wird.

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2.
Den Ofen auf 175 Grad vorheizen und ein Muffinblech mit Fröschen auslegen. Dann den Teig bis zur Hälfte in die Fröschen füllen und 25 Min im Ofen backen.

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3.
Für das Frosting ein Wasserbad vorbereiten und die Schokolade in einer Schüssel langsam schmelzen lassen. Den Kakao in eine separate Schüssel geben und mit zwei Esslöffeln Wasser glatt rühren. Die Butter in eine weitere Schüssel geben und glatt und geschmeidig rühren. Den Puderzucker nach und nach dazu geben, danach das Kakaopulver und wenn dies alles glatt verrührt ist, die geschmolzenen Schokolade gut unterrühren. Das Frosting in einen Spritzbeutel geben und auf die ausgekühlten Cupcakes geben.

Lasst es Euch schmecken!

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Wie ihr unschwer erkennen könnt, hat sich designtechnisch einiges auf unserem Blog getan. Wir brauchten mal wieder etwas Neues, einen anderen Anstrich. Und so ist das tänzerisch-verspielte Rosa einem schlichteren Schwarz-Weiß und klareren Linien gewichen. Außerdem haben sich die Sidebars verändert, sie sind nun geordneter und einheitlicher.  Denn so wie wir uns mit der Zeit verändern und weiterentwickelt, so soll es doch auch mit unserem Blog sein. Noch arbeiten wir hier und da am letzten Schliff, aber wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem frischen Wind, der hier nun eingekehrt ist. Lasst uns doch wissen, wie euch das neue Design gefällt 🙂

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vorher…

auf tuchfuehlung

…nachher

Mein-Interview-auf-HeimgourmetAußerdem wurden wir letzte Woche von Heimgourmet interviewt, einem neuen Netzwerk für Koch- und Backbegeisterte. In dem Interview könnt ihr mehr darüber erfahren, wie wir dazu kamen, auf tuchfühlung ins Leben zu rufen und welche Rezepte wir besonders empfehlen =)

Schaut doch einfachmal rein 🙂

Lang, lang ist’s her seit dem letzten Blog Eintrag. Was ist passiert? Nicht viel, wir hatten einfach viel zu viel um die Ohren und kaum Zeit zum Bloggen bzw. zum Backen, Kochen usw.
Seit zwei Wochen lebe ich wieder in Hamburg. Nicht für immer, aber für ein kurzes Zwischenspiel. Und ich genieße es in vollen Zügen. Alte Freunde, Großstadt, S-Bahn, Hochdeutsch, Franzbrötchen, Seeluft. All das und noch viel mehr genieße ich gerade jeden Tag. Auch wenn ich kaum dazu komme, da ich hier viel am Arbeiten bin. Aber ich versuche so viel zu genießen wie möglich. Am Samstag war ich mit einer meiner langjährigsten und besten Freundinnen im Hamburger Hafen unterwegs. Ich hab dabei auch gleich endlich mal die Queen Mary 2 gesehen. Hier jetzt also ein paar Impressionen. Mehr Bilder und Videos gibt es bei Instagram! Und bald hoffentlich mehr hier von uns.

Alle Liebe, Ann Cathrin

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Bald ist es ein Jahr her, dass wir unseren Blog gegründet haben. Nie im leben hätten wir damit gerechnet, dass wir so viele tolle Menschen dadurch erreichen und kennenlernen durften und hoffentlich noch dürfen werden.
Und weil wir jetzt „so groß“ geworden sind, haben wir beschlossen unseren Blog auf einen eigenen Server umzuziehen. Daher erreicht ihr uns jetzt direkt über www.auftuchfuehlung.de (aber keine Sorge, die alte URL funktioniert noch immer und wird umgeleitet).

Alles neu macht der Mai heißt der Artikel und bei uns ist nicht nur der Blog neu. Farina hat endlich ihre lang ersehnte Wohnung bekommen und wir sind ins neue Semester an der Uni gestartet. Da heißt es wieder fleißig lernen und die Zeit gut einplanen. Zu all diesen Themen werdet ihr bald mehr hier lesen und natürlich auch wieder viele leckere Rezepte von uns.
Was bringt der Mai neues bei euch und was wünscht ihr euch neues von uns auf dem Blog zu lesen?
Genießt den Frühling und lasst die Sonne in euer Herz!

Eure Ann Cathrin

Nachtrag: Wenn Ihr uns über WordPress, Bloglovin‘ oder Blog connect abonniert habt, müsst Ihr uns wohl erneut abonnieren, damit Ihr immer auf dem Laufenden bleibt. Falls jemand weiß, wie man Follower mit umzieht – wir sind für jeden Hinweis dankbar!

Als ich nach Tübingen gezogen bin, entschied ich mich nach einer ersten kleinen Wohnungssuchtour dafür, doch ins Studentenwohnheim zu ziehen, beworben hatte ich mich vorsichtshalber vorher schon. Denn die Preise für Wohnungen in Tübingen sind wirklich unverschämt hoch und überhaupt eine Wohnung zu finden, bei der es nicht gleich 30 andere Bewerber gibt, ist schon eine Herausforderung für sich.

Also zog ich zunächst für die ersten zwei Semester in ein Zimmer im Wohnheim, in dem ich für einen guten Preis in einer zwar nicht zentralen, aber wie ich finde sehr schönen Lage wohnte. Nach meinem Auslandssemester im dritten Jahr zogen wir in eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Familienwohnheim, gleiche Lage und für zwei Personen sogar ein noch günstigerer Preis. Da wohnen wir bis jetzt. Allerdings gibt es vom Studentenwerk aus die Beschränkung der Wohnzeit auf 6 Semester, weshalb wir im September ausziehen müssen.

In einem dieser Häuser mit Neckar-Blick eine Wohnung zu finden, ist wohl der Traum jedes Tübingers...

In einem dieser Häuser mit Neckar-Blick eine Wohnung zu finden, ist wohl der Traum jedes Tübingers…

Da uns klar war, dass sich die Wohnungssuche nicht unbedingt leicht gestalten würde, haben wir bereits im Oktober letzten Jahres mit der Suche angefangen: Wir schauten auf wg-gesucht.de, in der Zeitung, gaben eine Annonce auf und schauten später auch beim Makler. Anfangs hatten wir noch gewisse Vorstellungen, was wir unbedingt haben wollten und was nicht. Das haben wir dann nach ca. 3 Monaten aufgegeben, wir wollten einfach nur noch eine bezahlbare Wohnung finden. Pro Monat hatten wir bestimmt 8 – 12 Besichtigungen, je nach dem, wie hoch das Angebot war. Wir haben in den letzten zwei Monaten nur noch Zusagen gemacht, da wir einfach irgendeine Wohnung haben wollten. Teilweise wurden wir nicht genommen, die Vermieter wollten uns nicht oder es wurde dann doch nur eine Person gewünscht und kein Paar. Klar, wenn ich Vermieter in Tübingen wäre, würde ich auch lieber fest angestellte Personen nehmen, als Studenten, die womöglich kein ausreichend hohes Einkommen haben und nach kurzer Zeit wieder weg ziehen.

Wir hatten somit nicht die besten Voraussetzungen im Konkurrenzkampf um die Wohnungen. Aber im letzten Monat, als wir zwei Maklerbesichtgungen hatten (wir waren zu dem Zeitpunkt auch bereit, Provision zu bezahlen, damit wir überhaupt was finden), waren wir eigentlich recht zuversichtlich: Wir hatten das Gefühl, einen guten Eindruck gemacht zu haben, die Zahl der Mitbewerber schien nicht sehr hoch zu sein und wir hatten eine schnelle Zusage gemacht. Was soll ich sagen: Nach drei Wochen haben wir nicht mal eine Absage bekommen. Nach einer Nachfrage um den Stand der Dinge hieß es, man hätte uns eine Mail geschrieben. Diese ist aber nie angekommen. Nach dieser Odysse kann man schon mal verzweifeln.

Alle Besichtigungen haben wir bisher zu zweit gemacht. Am letzten Wochenende war ich dann auf der Zahnräder Konferenz und wir bekamen spontan ein Besichtigungsangebot für den Samstag, sodass mein Mann alleine ging. Die Wohnung hat eine super Lage und er sagte sofort zu. Und was soll ich sagen? Wir haben die Wohnung. Am Freitag, bevor ich gefahren bin, habe ich noch zum Spaß gesagt: „Wenn wir diese Wohnung bekommen, dann lag es bisher an mir bzw. meinem Aussehen.“ Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß in diesen Situationen nie, ob man sich in solchen Situationen zu schnell in etwas hineinsteigert, deswegen bin ich vorsichtig, wenn es um die Aussage „Und alles nur wegen meines Kopftuchs“ geht. Allerdings habe ich, bevor ich es getragen habe, auch immer gedacht, es würde in dieser Hinsicht generell übertrieben. Mittlerweile habe ich jedoch meine Erfahrungen gemacht, was die Außenwahrnehmung einer Kopftuchträgerin angeht. Und leider muss ich sagen, ein bitterer Beigeschmack bei dieser Wohnungszusage bleibt.

Nachtrag: Mein Gefühl war wohl tatsächlich nicht ganz unberechtig. Ich habe heute Nachmittag noch eine Antwort von einer Maklerin bekommen, mit der wir eine Wohnung noch vor Ostern besichtigt hatten. Begründung dafür, dass man sich bisher nicht gemeldet hätte: In den arabischen Ländern bekomme man ja viel Besuch, deswegen hätten die Vermieter doch Bedenken. Vergeben sei die Wohnung jedoch nicht. Da fehlen mir echt die Worte [zumal wir vor und während der Besichtigung mehrmals versichert haben, dass wir ruhige Mieter sind].

Zum zweiten Weihnachtstag gibt’s nun auch von uns ein paar weihnachtliche Grüße! Wir hoffen – und ob nun Weihnachten gefeiert oder nicht – dass Ihr die freien Tage mit Euren Liebsten verbracht habt, und Ihr Euch vom vergangen Jahr ein bisschen erholt habt.IMG_5829

Farina und ich sind zusammen in den hohen Norden gefahren und haben das Wochenende vor Weihnachten zusammen in Hamburg verbracht. Leider hatten wir viel zu viel zu tun, daher müssen wir das unbedingt wiederholen und Euch dann ein paar mehr Bilder von uns in Hamburg präsentieren.

Wir hatten übrigens den Schnee mit in den Norden gebracht. Als wir um drei Uhr nachts ankamen fielen die ersten Flocken und als wir am nächsten morgen erwachten, war alles in wunderbares weiß gehüllt. Allerdings hielt der Schnee nur zwei Tage – leider nicht bis zum heiligen Abend…

IMG_5899Aber nun zu Weihnachten! Ein besonders großer Weihnachts-Fan bin ich ja nicht, aber es ist immer schön zu dieser Zeit nach Hause zu kommen. Und da nun seit drei Jahren ein kleines Mädchen in der Familie ist, wird Weihnachten wieder weihnachtlicher… und vor allem spannender, was das Geschenke auspacken angeht.

Was habt Ihr denn so alles vom Weihnachtsmann, Christkind oder einfach von der Familie und Freunden bekommen? Hier sind meine wundervollsten Geschenke, die ganz klar in eine Richtung gehen: backen!

Cupcakes! Meine Freundin fand sie wohl sehr verlockend und will jetzt auch welche. Aber größere! Dafür gab es Silikonförmchen und ganz viele leckere Rezepte.

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CakePops! Die will ich schon lange mal backen. Von meiner Schwester und Farina gabs das entsprechende Zubehör. Natürlich mit rosa Deko und Glasur 🙂

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Parfüm! Mal was neues von Mama. Estée Lauder – Sensuous. Laut Beschreibung riecht es nach geschmolzenen Holznoten, Amber, Jasmin und Ghost Lily. Hätte ich niemals raus gerochen, aber es riecht super und passt vor allem zu mir.

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Buch! Obligatorisch, wie jedes Jahr von Mama. „Mit Romanen brauch ich Dir ja nicht kommen!“, sagte sie und schenkte mir „Die Kunst des klaren Denkens“ von Rolf Dobelli.IMG_5974

Nochmal vielen Dank für all die schönen Geschenke!

Eure Ann Cathrin

Über 100 Fans auf Facebook und das Überschreiten der 10.000-er Marke bei der Besucherzahl unseres Blogs! Wir haben uns wirklich riesig darüber gefreut. Klar, andere Blogs haben täglich 1000de Besucher, aber für uns sind 100 Leser eine ganze Menge und wir wollen uns bei EUCH ganz <3-lich dafür bedanken! Und um euch ein bisschen zurückzugeben, haben wir uns gedacht, wir starten unser erstes „Gewinnspiel“.

Und zwar könnt ihr ein ganz tolles Backset gewinnen, in dem 12 Muffin-Silikon-Formen in Herzform enthalten sind und ein Buch mit vielen tollen Rezeptideen. Passend zu der Jahreszeit, in der ja sowieso viel gebacken wird, habt ihr also hier die Möglichkeit, eure Backausstattung zu erweitern und euch weitere Inspirationen zu holen.

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Und so könnt ihr gewinnen:

  • Ihr solltet unseren Blog entweder über Facebook, Email oder Bloglovin folgen.
  • Hinterlasst einen Kommentar unter diesem Post – gerne dürft ihr auch sagen, was euch an unserem Blog gefällt oder was ihr euch hier wünschen würdet. Im Kommentar solltet ihr bitte auch eine Kontaktmöglichkeit angeben (z.B. Emailadresse).
  • Mitmachen könnt ihr bis einschließlich Sonntag

Viel Glück =)

Eure Ann Cathrin & Farina

Und ich kenne dich nicht, aber ich sage dir, lass es uns versuchen. Lass uns so tun, als würden wir einander etwas bedeuten. Lass uns so tun, als wären wir freiwillig aneinander gebunden und fänden genau das lebenswert. Lass uns so tun, als würden wir einander folgen. Und wenn auch nur für einen halben Moment, einen halben Tag. Oder vielleicht, wenn wir so tun, als würden wir nichts mehr fürchten, für ein halbes Leben. Lass uns ignorieren, dass wir zu kaputt sind, um uns selbst noch aufzuopfern. Lass uns so tun, als würden wir keine Angst mehr haben, verletzt zu werden oder zu verletzten, weil wir es eben nicht besser wissen. Lass uns so tun, als wären wir nicht halb so kompliziert, wie wir selbst von uns denken. Lass uns so tun, als wären wir nicht austauschbar, neben all den schönen anderen Wesen, mit ihrer glitzernden Oberfläche und dem tiefen Abhang dahinter.

Folge mir in den Halbdüsterwald, dort wo die roten Bäume stehen, dort wo die weißen Schatten jener Gedanken zu Boden gehen, die wir miteinander teilen, in der Illusion, dass alles wirklich ist und wahr. Lass uns im grünen Dunkeln des Sees schweben, dann, wenn man ihn nicht mehr vom Himmel unterscheiden kann und er eins ist mit allem, um sich herum. Eine transparente Schwärze, in der man nur noch unsere blassen Körper sieht, wie sie aufeinander zu treiben, sich einer dem Anderen nähert, wie sich unsere Silhouetten dann umeinander schlingen und eins werden mit allem, das da nicht ist. Lass uns miteinander reden und so tun, als verstünden wir den Anderen, sodass er sich sicher fühlen kann und nicht allein ist, mit allem, was ihn quält an Frustration und Schönheit.

Ich folge dir in den warmen Schnee, in dem wir fast vollständig verschwinden und man nur noch unsere ebenholzfarbenen Wimpern sieht, wie sie einander zu blinzeln und die Pupillen dahinter, umrandet von der goldzarten Iris, lächeln. Die blassvioletten Weiten lassen Stürme aufmaschieren und wir halten uns an den Händen, lachend, während wir aus dem Schnee in die Welt geweht werden. Unsere Lippen, zu schwach, um sich zu bewegen, erklären die Erhabenheit und Größe des Ganzen, das pochende Glück in der Brust und noch vieles mehr. Und auch wenn wir stumm sind, verstehen wir doch jedes Wort des Gegenüber. Denn wir wollen es so. Wir wollen so tun, als sei die Kälte der Welt um uns herum nicht wahr, als sei jedweder Abgrund nie vor unsere Füße gewachsen, als sei die Einsamkeit ein Ort, den wir gewählt hätten und den wir jederzeit wieder verlassen könnten. Wir wollen so tun, als ob. Als sei das wirkliche Liebe zwischen uns. Als sei das Leben des Anderen mehr wert, als das eigene. Und wenn wir lange genug so tun, dann könnte es irgendwann vielleicht wahr sein. Wenn wir fest daran glauben, könnte dies eine grenzenlose, eine sich nicht erklärende, mutige und wahrhafte Liebe sein. Wenn wir das wollten. Aber du weißt so gut wie ich, dass wir uns eigentlich nur dafür entscheiden müssen.

Dieser Text stammt von Susa (und hier ist ihr toller Blog). Danke, dass wir diesen wundervollen Text bei uns veröffentlichen durften.

Eure Ann Cathrin

Und ich spüre noch immer Deine Hand, als Du die Meine nahmst und sie ganz fest hieltst. Spüre das Glück in mir, als ich aufschaute und das Strahlen in Deinen Augen sah. Höre, wie Du mir „I love you“ ins Ohr flüstertest, als Du auf meinem Schoß saßt, während wir über die holprigen Straßen fuhren.

Ich öffne morgen noch immer meine Augen und sehe Dich, obwohl Du nicht da bist. Stelle mir vor, wie wir uns wieder minutenlang angucken würden, grinsen, und irgendwann beginnen zu sagen „ich will nicht, dass Du gehst“.  Ich sehe uns noch immer vorm Spiegel stehen, beratend, welche Farbe des Tuches wohl am besten zu meinem Outfit passe. Höre Dich sagen, „nimm Dir einfach ein Tuch von mir, Du bist jetzt meine Schwester“. Spüre Deine Hände, die mir jeden Tag das Tuch um Kopf legten, damit auch ja alles richtig sitzt.

Ich schmecke noch immer Deinen Tee auf meiner Zunge. Der Tee, der nach Geborgenheit schmeckte. Der Tee, der jeden Tag zu einem der schönsten meines Lebens machte. Ich sehe Dich lachen, weil Du mir versucht mit einzelnen Wörtern und Handzeichen etwas zu erklären und ich es wieder nicht verstehe. Ich spüre noch immer Deine Umarmungen, voller Wärme und Zuneigung, wie nur eine Mutter sie geben kann.

Ich höre Dich noch immer, wie Du mit mir redest, und vermutlich gar nicht merkst, dass ich Dich nicht verstehe.  Aber ich höre Dir zu, spende Dir Trost. Reiche Dir Taschentücher, damit Du Deine Tränen nicht ins Kopftuch wischen musst; und wünschte Du könntest mir jetzt welche reichen für meine Tränen.

Mein Bauch schmerzt noch immer, von dem ganzen leckeren Essen, das allein Du gekocht hast. Und er schmerzt von dem vielen Gelächter, wegen Dir. Wegen Deinen vielseitigen Sprachkenntnissen, Deinen beeindruckenden Gymnastikübungen, Deinen unendlich vielen Brüdern.

Ich will wieder mit Dir unterm Sternehimmel tanzen. Dein unschuldiges Kichern hören. Kein Wort mit Dir reden und Dich dennoch mehr als genug verstehen. Dir noch einmal meine liebste Kette umhängen, damit irgendwas von mir bei Dir bleibt. Dich auf meinem Schoß wiegen, Dich in den Schlaf singen.

Ich habe bei jedem Einzelnen ein Stück meines Herzens gelassen und mehr zurück bekommen, als ich je erwarten konnte.

Ich vermisse Euch.

Frage

Dir erzähle ich meine Geschichte
und du kannst es nicht ertragen
dir das Geschehende anzuhören
bedenke
wie es mir dabei gehen soll
da ich das Ganze
an Leib und Seele
erfahren habe.

Afsane Bahar
(aus: Palästina. Reisen zu den Menschen)