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WHAT I THOUGHT ABOUT

Das viele Nachdenken in der vergangenen Woche hat mich dazu bewogen, doch mal wieder öfter und regelmäßiger aufzuschreiben, was mich so bewegt. Das Thema meiner letzten Wochen und vor allem in der letzen war: was kann und will ich eigentlich erreichen und wie erreiche ich meine Ziele? Und die wichtigste Erkenntnis (etwas, das doch eigentlich jeder weiß) war: one step at a time. Meine größte Schwäche ist, dass ich immer alles auf einmal will. Und das auch noch jetzt sofort. Aber das funktioniert einfach nicht. Nach 1,5 Jahren protokollierten und erbärmlich gescheiterten Versuchen, versuche ich es jetzt doch mal mit dieser Erkenntnis.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass meine Zeit dahin rennt. Nicht meine Lebenszeit – zum Glück – sondern die, um meinen Bachelor-Abschluss E-N-D-L-I-C-H zu machen. Denn die Unis sagt nun: yallah, Madame! Vielleicht ist es also nur der enorme Druck der mich letzte Woche sagen lassen hat: das und das geht jetzt einfach nicht mehr. Ein großer Faktor war die politische Arbeit. So gerne (ok, es ist eine Hassliebe) ich es auch mache und so kurz es auch vor dem Wahlkampf ist: Es kostet viel Zeit und bringt kein Geld. Daher muss es jetzt einfach ganz weit hinten anstehen, denn Job und Studium haben da einfach eine höhere Priorität.

Und es klappt alles ganz gut. Ich motiviere mich selbst gerade enorm. Zwinge mich, und bringe Leute dazu mich zu zwingen. Ich versuche mir eine tägliche Routine anzugewöhnen, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit aufzustehen, damit es irgendwann so eine Gewohnheit wird, dass ich gar nicht mehr drüber nachdenken muss. Ich hoffe sehr dass es klappt und bin diesmal wirklich guter Dinge. Meine größte Motivation ist glaube ich, dass ich nächsten Monat 29 werden und ich mich da frage: willst du und wolltest du so mit 29 sein? Und da kann ich antworten: Ich wollte ganz anders sein, aber dass ich jetzt so bin wie ich bin und dort bin wo ich bin, ist super. Aber da gibt es noch ganz viel, bei dem ich nicht wollte das es so ist wie es ist. Noch keinen Studienabschluss zum Beispiel. Oder so schrecklich unsportlich. Aber es ist ja bekanntlich nie zu spät, etwas zu ändern…

 

WHAT I READ

Abends die Zeit nutzen, noch etwas zu lesen – das versuche ich momentan zu tun. Vor allem um nicht kurz vorm schlafen gehen noch auf irgendeinen Screen zu gucken. Ich bin nicht so der große Fan von Belletristik. Sachbücher sind eher meins und ich habe nun endlich angefangen von Ulrike Gutrot – Warum Europa eine Republik werden muss zu lesen und bin total begeistert. Europa braucht mehr Liebe. Und mehr junge Leute, Feministen und einfach begeisterte Europäer, die sich für ein besseres Europa einsetzen. Ich bin noch ganz am Anfang, kann aber jetzt schon eine absolute Leseempfehlung aussprechen!

 

WHAT I LISTENED TO

Ich lasse mich ja gerne von den Playlisten von Spotify inspirieren und bin ein totaler Fan von deutschen Texten. Dieses Lied habe ich letzte Woche rauf und runter gehört

 

WHAT INSPIRED ME

Ich versuche mindestens einen TED Talk am Tag zu gucken. Ich liebe die Dinger einfach. Neue Ideen, Motivation, Inspiration, neue Perspektiven – großartig. In den Talk und die Speakerin habe ich mich direkt verliebt:

 

WHAT I LOVED

Unendliche Liebe, die man von Menschen entgegengebracht bekommt, die man eigentlich gar nicht kennt. Festgehalten auf Post-Its in der Wohnung.

 

INSTA PICK

Ich glaube, es ist kaum eleganter und ästhetischer seinen Körper zu präsentieren, als diese Athletinnen es tun.

@sleepinthegardn ❤️😂 „Are you not entertained?!“

Ein von Selkie Hom (@selkiehom) gepostetes Video am

Momentan geht es bei mir echt stressig zu. Ich habe nicht nur viel beruflich zu tun, sondern muss auch endlich mein Studium beenden. Die Uni hat mir eine Deadline gesendet. Das ist zwar zu schaffen, aber dafür muss man eben auch was tun! Nebenbei steht noch unglaublich viel ehrenamtliche Arbeit an, denn einen Tag nach meinem Geburtstag im September sind in Berlin Wahlen und dafür gibt es natürlich einiges zu tun.

 

Nebenbei will ich ja eigentlich auch noch Sport machen. Und mich gesund ernähren. Leider bleibt es meistens beim Döner, Bürger, Pizza oder Shawarma von einem der Läden rund um den Rosenthaler Platz. Nicht wirklich gut und gesund. Dabei habe ich mir extra eine App runtergelassen und einen Ernährungscoach gebucht um mal wieder gesünder und vor allem kohlenhydratarm zu essen. Die Rezepte sind echt lecker und machen satt. Aber man muss natürlich alles am Abend vorbereiten, vorkochen, schnippeln. Einkaufen nicht vergessen.

 

Einkaufen gehe ich eigentlich sehr gerne. Doch dann bekam ich die Möglichkeit, einmal den Online Supermarkt Allyouneed Fresh zu testen. Warum also nicht? Es hat lange gedauert, bis ich mir die Zeit genommen habe, mich dann auch endlich mal mit dem Shop auseinander zu setzen. Und eigentlich ist es ganz easy. Einkaufen wie in jedem Online-Shop. Bisschen komisch ist es schon, Äpfel einzeln zu bestellen, aber nunja… Das Angebot ist echt groß und vielseitig. Bei den Lebensmitteln hatte ich nicht das Gefühl, dass sie teurer waren als im Supermarkt. Beim Deo (ich habe ein paar Wochen später nochmal bestellt) allerdings schon. Es gab sogar frischen jungen Blattspinat, was mich total begeistert hat. Bei der zweiten Bestellung gab es leider keinen – aber wie dort auch gesagt wird. Es sind halt frische Lebensmittel und Spinat nun auch nicht unbedingt saisonal, da ist das schon ok.

 

Alles in Warenkorb gelegt und zur Kasse gegangen. Da ich über 40€ beim ersten Mal bestellt habe, wurden mir die Versandkosten erlassen. Was ich total gut und spannend fand, dass das geht, war, dass ich auswählen konnte, wann meine Lieferung kommen sollte. Es waren imm Zeitfenster von zwei Stunden möglich und ich entschied mich zwischen 20 und 22 Uhr, denn da bin ich dann auch zuhause.

 

Am morgen der Lieferung kam eine Mail, mit dem Hinweis, dass keine Tomaten geliefert werden können, da keine mehr vorrätig waren. Die Kosten dafür wurden mir sofort per PayPal, das ich auch als Zahlungsmethode wählte, gut geschrieben. Schade um die Tomaten – aber passiert. Dass mir das so schnell und unkompliziert gutgeschrieben wurde (und kein extra Gutschein oder Guthaben bei Allyouneed Fresh) fand ich ziemlich gut. In der Mail, die meine Lieferung dann ankündigte, stand, dass drei Pakete kommen würden. Ich war da schon ein bisschen schockiert und gespannt auf das, was mich erwarten würde.

 

Um 21 Uhr kam dann der junge DHL Mann. Und wie ich im Video erzähle, war es mir irgendwie ein wenig unangenehm, wie er da mit zwei Riesen großen Transportboxen hoch kam. Ich wohne ja nur im ersten Stock aber er erzählte mir, dass viele natürlich auch im siebten Stock ohne Lift bestellen. Und dann nicht zu knapp. Und natürlich auch Getränke. Schlau von denen – aber mir war es irgendwie unangenehm (übrigens beim zweiten Mal gar nicht mehr so, hehe).

 

Er hatte drei Transportboxen dabei, weil jede für eine andere Gruppe an Lebensmitteln war. Ich habe bewusst mal aus allen möglichen Bereichen was bestellt. Eine Box war also für die TK-Produkte, eine für die gekühlten Sachen und eines für die trockenen Sachen. Es kam auch alles gefroren bzw. gut gekühlt an! In den Boxen selber waren dann einzelne Einkaufstüten, in denen die Lebensmittel an mich übergeben wurden. Bei der zweiten Bestellung habe ich nur Kühlprodukte und trockene Produkte bestellt. Das Deo kam da in einer zu den Lebensmitteln separaten Tüte – was mich sehr an das Einpackverhalten in ägyptischen Supermärkten erinnerte.

 

Wie ich auch in dem Video erzähle – leider echt viel Verpackungsmüll. Die ganzen einzelnen Tüten, zusätzlich zu der sonstigen Verpackung in der die Lebensmittel schon eingepackt sind, das ist echt so das einzige Manko, was ich an der Bestellung sah. Wenn ich bei mir um die Ecke im Supermarkt einkaufen gehe, nehme ich entweder einen Beutel mit oder eine Tüte die ich schon mal gebraucht habe. Und die wird dann auch bis an die Belastungsgrenze bepackt. Hier waren leider teilweise einzelne Produkte in einer Tragetasche und Einzelne Lebensmitteln nochmal in Tüten. Ich kann verstehen, dass das logistisch wahrscheinlich so am einfachsten und effektivsten Funktioniert und die Tüten sollen ja laut Aufschrift auch gut recyclebar sein, aber da sehe ich dennoch noch deutlichen Optimierungsbedarf.

 

Für einen größeren Einkauf würde ich aber öfter mal dort bestellen – gerade wenn ich wenig Zeit habe und an Tagen wie heute um 20 Uhr echt genervt und gestresst an der ewig langen Kasse im Supermarkt stand. Da ist es wirklich um einiges bequemer am Abend auf die Lieferung zu warten – und jetzt wo ich Zuhause endlich Internet habe, kann ich dabei sogar richtig produktiv sein!

 

Hier mein „unboxing“ Video der ersten Lieferung. Ich habe es direkt bei Snapchat gesnappt. Leider sind beim herunterladen meiner Geschichte Bild und Ton nicht mehr passend, aber nunja. Hier mein erstes öffentliches Video 😃 Ihr könnt mir übrigens unter anncathrin-87 auf Snapchat folgen!

 

anncathrin87 snapchat

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von Allyouneed Fresh.

Die Ereignisse nach Köln und die darauf folgende gesellschaftliche Debatte (Wenn man das überhaupt noch so nennen kann), haben mich sehr nachdenklich gemacht. Einer der Gründe, warum ich jetzt die Rubrik „Sunday Thoughts“ auf unserem Blog starten möchte.

In den letzten Monaten habe ich kaum was gebloggt – nur meine zwei sehr persönlichen Artikel. Über meine Depression und sexuelle Belästigungen die ich bisher erlebt habe. Beide Artikel sind auf wunderbare Resonanz gestoßen, und ich bin allen für Ihr Feedback dankbar und freue mich auch darüber, dass Betroffene mir schrieben. Bei letzterem Artikel kam bisher nur ein ziemlich dummer Kommentar – und den habe ich auch freigegeben. Denn ich denke, sowas muss sichtbar sein. Genauso wie die ganzen Rückmeldungen die ich auf Twitter bekommen habe. Manche davon habe ich auf Facebook veröffentlicht. Man muss natürlich nicht mit mir einer Meinung sein, aber was man sich – gerade als Frau – auf solchen Netzwerken anhören muss ist nicht ganz ohne. Und ich habe nur eine sehr, sehr kleine Reichweite. Je mehr Reichweite, desto schlimmer die Beleidigungen und Drohungen
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Interessant ist dabei, dass sie fast hauptsächlich (in meinem Fall ausschließlich) von Männern kommen. Weißen Männern, wie ich vermute. Diejenigen, die sich nun plötzlich für die Rechte der Frauen einsetzen und lauthals gegen „die Flüchtlinge“ wettern und hetzen – die natürlich zu verurteilende Straftaten in Köln begangen haben. Schlimm finde ich vor allem, dass wir erst jetzt über das Sexualstrafrecht nachdenken – und wir gar nicht, vermutlich nie – darüber reden, dass den Männern, die den Frauen das antaten, aufgrund unzureichender Gesetze vielleicht nie richtig belangt werden. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen. Auch lesenswert in Bezug auf die Rechtslage ist die Kolumne „Unser Sexmob“.

Ebenso widerlich finde ich die aktuelle Debatte. Nicht nur unter den „normalen Bürgern“, sondern auch in den Nachrichtenmagazinen, Feuilletons und Kolumnen. Plötzlich wissen sie wieder alle Bescheid: über Frauen, den Islam, die Rolle der Frau im Islam, den patriarchalen Strukturen, Integration, das sexuelle Verlangen des muslimisches Mannes und natürlich der Rassenkunde. Wieder werden alle und alles über einen Kamm geschert – wir importieren uns die Frauenverachter und merken mal wieder nicht wie frauenverachtend unsere Gesellschaft selbst ist . Das soll keinesfalls relativieren, dass in anderen Ländern – und das überall auf der Welt – die Position der Frau deutlich schlechter ist als bei uns, aber wie können wir es uns heraus nehmen, so über andere zu reden, so zu urteilen, als seien wir perfekt und die idealen Vorreiter in Sachen Frauenrechte? Die wunderbare Moshtari hat einen tollen Artikel im „der Freitag“ veröffentlicht, in dem sie zeigt, wie Polemik in Debatten – vor allem auch in den Medien funktioniert. Und „Monitor“ hat mit Monika Hauser gesprochen, die davor warnt, das rechte Kräfte die Debatte übernehmen.

Was also tun? Ich möchte nicht dran verzweifeln. Und ich möchte nicht in so einer Gesellschaft leben. Nicht nur schwarz weiß denken. Erstens nicht in einer, die so empfänglich für so viel Hass ist und zweitens in einer, die mit gespaltener Zunge spricht. Irgendwas werde ich tun müssen und ich bin froh um die Gespräche mit Leuten, die das ebenso sehen.

Brüste. Ein wunderschöner Teil des weiblichen Körpers. Allerdings hat er mich gut die Hälfte meines 28-jährigen Daseins auf dieser Erde ziemlich gestresst und mir viele Probleme bereitet.

 

Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln und die ganzen Berichte danach haben mich wie so viele andere wütend gemacht. Und ich habe überlegt: Wie oft hätte ich eigentlich schon wegen sexueller Delikte gegen mich zur Polizei gehen können? Oft. Viel zu oft und schon viel zu früh. Ich hätte es in Deutschland können, in Palästina und Ägypten. Ja, sexuelle Übergriffe gegen Frauen passieren überall. In Europa muss jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt erleben. Jede Dritte. Und ich bin eine davon.

 

Ich habe sicherlich viel verdrängt, was mir so alles passiert ist. Und ich musste überlegen, was das erste Ereignis war, an das ich mich erinnern kann. Und dann fällt es mir ein – und auch, dass ich niemals darüber sprach. Ich glaube, jetzt, hier das erste Mal. Vielleicht weil ich dachte, es ist ja nicht so schlimm?

 

Brüste. Die fingen bei mir recht früh an zu wachsen. In der vierten Klasse muss man schon gute Ansätze gesehen haben. Grund genug für einen Jungen – er war in der Klasse meiner Schwester, also zwei Stufen unter mir – lief an mir auf meinem ein paar hundert Meter langen Schulweg vorbei und grabschte mir an die Brust. Lachte und lief weg. Wohlgemerkt: Ich komme aus einer sehr behüteten Gegend. Aber ja, das war er, mein erster Übergriff.

 

In der fünften und sechsten Klasse ging es weiter: Gefühlt die ganzen zwei Jahre lang durften eine Klassenkameradin und ich, die nunmal die größten Brüste der Klasse hatten, uns anhören, dass wir Silikonbrüste hätten. Lautes Gekicher, Lachen und mit dem Finger auf uns zeigen, uns lächerlich machen – alles dabei. Aber wie geht man damit als junges Mädchen um, das damit klar kommen muss, dass sich gerade ihr Körper völlig verändert? Schweigen, das war meine und ich glaube auch ihre Lösung.

 

Siebte Klasse: Die Jungs fingen an, unsere Brüste toll zu finden. Ein normaler Ausschnitt war bei mir schon recht groß. Sie fingen an zu gucken, mir fiel es nicht weiter auf. Den anderen Mädchen schon – die fanden es wiederum nicht gut, dass die Jungs auf mein Dekolletee guckten und nicht auf sie. Mobbing war die Folge. Und natürlich auch diverse andere Gründe, die pubertierende Mädchen so haben.

 

Anzeigen? Den Lehrern was sagen? Zuhause was sagen? Kam nie ansatzweise in Frage. Es wurde ertrugen.

  1. Ein Freund der Familie ist zu einem guten Freund und einer Art Vaterersatz geworden. Er legt sich ziemlich oft zu mir ins Bett. Keiner bekommt was mit, keiner findet es komisch. Er streichelt mich überall, ich ertrage regungslos und stillschweigend. Ganz selten, wenn es mir zu viel wird, schlage ich seine Hand weg und sage, er soll es lassen. Nach mehreren Aufforderungen ließ er es dann auch endlich. Gesagt habe ich das nie. Bis ich irgendwann Jahre später auf Partys, wenn ich betrunken war, immer heulend zusammenbrach. Ich erzählte es einem guten Freund, einer Freundin. Aber erst mein damaliger Freund brachte mich dazu, es zur Anzeige zu bringen. Unter Tränen erzählte ich alles sieben Jahre später bei der Polizei.

 

Ein paar Wochen später kam die Staatsanwaltschaft. Sie sagte: Gute Frau, es ist schon zu lange her. Und: Sie hätten doch nein sagen können. Das war’s.

 

Seit meinem 18. Lebensjahr habe ich gekellnert. Mit ein paar Unterbrechungen acht Jahre lang. Die meisten Sprüche im Alltag habe ich vergessen. Nicht beachtet. Hängen geblieben ist mir ein Segel-Event, bei dem ich das Catering mitgemacht habe. Nur gut situierte Männer dort. „Du könntest zwar meine Tochter sein, aber dich würde ich schon gerne mal ficken“ – durfte ich mir von einem sichtlich stockbesoffenen Mann anhören, als ich mich neben ihm auf eine Bank setzte, um eine zu rauchen. Sprüche, die mehr als deutlich aussagten, dass der werte Herr mir gerade massiv auf die Brüste starrte, kamen mehr als einmal vor.

 

Heute gehe ich viel offener mit meinen Brüsten um. Wer mich kennt, weiß das. Und ich reagiere mit sehr viel Humor auf viele Sprüche. Kokettiere selber gerne mit mir und meiner Weiblichkeit. Warum auch nicht? Ich möchte ausdrücklich nicht, dass wir Brüste dämonisieren. Ich möchte, dass wir einander für alle möglichen Körperteile mal ein nettes ernstgemeintes Kompliment machen können. Warum auch nicht? Ich will, dass wir unsere Körper als etwas ganz Normales ansehen. Aber selbst wenn ich, auf viele Witze in Bezug auf meinen Ausschnitt, auch gerade im Dirndl, mit witzigen, blöden Sprüchen zurück antworten kann, über Vieles lachen kann – für ein „geile Titten“ aus dem sabbernden Mund eines betrunkenen Mannes, der auf mein Dekolletee starrt, habe ich auch wenig Verständnis. Noch weniger Humor. Aber: Heute sage ich was.

 

Ja, das passierte alles hier in Europa. Von Europäern.

Jede Dritte.

 

Aber ich will auch nicht totschweigen, dass es mir auch im Ausland passiert ist. Als Islamwissenschaftlerin reise ich liebend gerne in den Nahen Osten, und nichts hat mich bisher davon abgehalten, es immer wieder zu tun. Zu reich wurde ich durch die Erfahrungen und die Menschen dort beschenkt.

 

Ägypten im Sommer 2011. Ein Mann lief mir nach, ich wechselte die Straßenseite, er verfolgte mich. Ich ging schneller durch die gefüllte Straße. Es war Zuckerfest. Er ließ nicht ab, er schnippte seine Zigarette in meine Richtung, sie fiel auf meinen Fuß, ich fing lauthals an, ihn auf Deutsch anzuschreien und zu beschimpfen. Dass irgendwas sein müsste, hätte man erkennen können, auch wenn mich keiner verstand. Aber nichts passierte. Nur er folgte mir endlich nicht mehr.

 

Der Kiosk vor meiner Tür. Ein Mann stand vor der dem Kiosk, unterhielt sich mit dem Besitzer, ich stand vor der Auslage und begutachtete die unbekannten Süßigkeiten. Er ging an mir vorbei, streifte mit der Hand meinen Hintern, und ich dachte nur: Herrgott, hier ist so viel Platz, warum geht der so dicht an mir vorbei? Dass er es auf meinen Po abzielte, fiel mir erst ein, als er nochmal an mir vorbei ging und mich streifte. Ich schrie ihn laut an, er gucke verwundert, der Kiosk-Besitzer guckte verwundert, nichts passierte. Ich ging.

 

Die Behörde am Tahrir-Platz. Ich will mein Visum verlängern. Quetsche mich wie alle anderen durch die Sicherheitsschleuse und den Metalldetektor. Dass die Hand an meinem Po nicht da war, weil es einfach so eng ist, und es einfach aus Versehen passierte, wurde mir erst viel später klar.

 

Aber genauso habe ich von Männern dort unglaublich viel Respekt und Wertschätzung erfahren. Sei es die persönliche Übergabe von mir von einem Freundeskreis an den anderen, weil es in Ägypten zu gefährlich ist, mit dem Kleid, das ich zu einer Hochzeit trug, auf der Straße rumzulaufen. Einladungen von quasi Fremden in deren Ferienhaus, wo wir beiden Mädchen morgens zum Strand gefahren wurden und abends abgeholt wurden (weil Ramadan war, gingen die Jungs selber nicht hin). Einladungen zu Hochzeiten, Verlobungen, Familien. Und niemals – egal, wo wir zu zweit oder zu dritt alleine waren, auch nicht auf engstem Raum im Auto, kam einer auf die Idee, mich anzufassen oder zu belästigen.

 

Palästina 2012. Ich war in Israel, alleine, weil der Freund, den ich besuchte, nicht mit rüber durfte. Ich kam an einem Freitag zurück nach Hebron und dachte, es sei wie in Ägypten – egal ob Freitag oder ein anderer Wochentag, in der Stadt ist immer Trubel. Nein, in Hebron ist freitags alles zu, und die „Taxis“ fuhren auch nicht. Als ich in die Moschee wollte, um mir dort eine Leggings unter mein wadenlanges Kleid zu ziehen und mir mein Kopftuch anzuziehen (ja, in Hebron war es besser, bedeckt rum zu laufen – das war für mich aber nie ein Problem), sprach mich ein Mann an und fragte, was ich suche, ob er helfen könne. Sein Englisch war miserabel, mein Arabisch ebenfalls, also machte ich es wie immer in arabischen Ländern, ich rief jemanden an, der vermitteln konnte. Der Freund, bei dem ich war und in dessen Dorf ich wieder musste, schilderte dem Mann meine Problematik, der rief Freunde an, die kamen vorbei und sollten mich zum Dorf fahren. Währenddessen führte er mich noch zu einem Verschlag mit Plumpsklo, da ich mir ja immer noch was anderes anziehen wollte. Ich sah, wie er versuchte, durch den Spalt der Tür zu gucken, sich an meiner Tasche zu schaffen machen wollte, und stürmte wieder raus.

 

Die Kerle im Auto waren mir ziemlich suspekt. Und der Weg, den sie fuhren, kam mir ganz und gar nicht bekannt vor. Es wurde unheimlich, der eine versuchte meine Tasche zu öffnen, ich schimpfte, bekam sie nach hinten zu mir auf den Rücksitz, sie fragten mehrfach, ob ich Geld dabei hätte, mir wurde die ganze Sache viel zu komisch und ich hatte das erste Mal wirklich Angst in meinem Leben. Ich schrie „Stopp!“, sie hielten an, ich packte meine Tasche und stürmte aus dem Auto. Rannte zu einem kleinen Laden, völlig aufgelöst. Ganz viele junge Männer und Kinder kamen sofort auf mich zu, waren überfordert mit mir. Eine junge Europäerin stürmt aus einem Auto und steht da nun heulend und zitternd vor ihnen. Sie holten einen alten Mann aus dem Laden, der sprach Englisch. Sie beruhigten mich, und man merkte, wie gerne mich einige in den Arm nehmen und trösten wollten, aber niemand tat es, weil es sich dort nicht gehört. Der Mann rief bei meinem Freund an, fragte, wo ich hin muss, und fuhr mich dann zum Checkpoint, wo ich erwartet wurde.

 

Es stellte sich raus, dass die Jungs aus dem Auto den richtigen, nur einen anderen Weg fuhren. Oder ich erkannte die Stadt so leer einfach nicht. Ich hatte Angst, angefasst oder bedroht haben sie mich nie.

 

Warum ich das alles schreibe? Weil ich ebenso wie beim Thema Depression finde, dass das raus muss. Dass uns allen klar werden muss, dass es überall passiert. Auch unter uns. In jeder Kultur, in jeder Religion, in jeder Nation. Zu viele Freundinnen von mir sind Opfer sexueller Übergriffe. Über „Kleinigkeiten“ reden auch wir kaum, das nimmt man als Frau irgendwie hin. Und das ist ganz schlecht. Wir müssen alle darüber reden, nie aufhören und zeigen, dass wir alle ein Problem haben.

 

Damit Farinas kleine Maus so etwas nie erleben muss. Damit keine Frau so etwas je erleben muss.

 

Du liegst da wie ein Stein. Regungslos. Nichts geht mehr. Du willst schreien. Weinen. Aber es passiert… Nichts. Leere, Schmerz. Das ist alles was du fühlst. Aber ansonsten… Nichts. Das ist meine Depression.

Gucke ich mir heute Fotos von früher an sehe ich diese Leere in meinen Augen. Spüre diese Leere aus so vielen Momenten wieder, erinnere mich an sie. Aber heute kann ich sie zuordnen, sie verstehen. Oder eben auch nicht. Depressionen verstehen, sich selber oder anderen erklären warum man sich gerade so fühlt ist schwer, wenn nicht gar unmöglich. Es ist einfach so. Das zu akzeptieren ist schwierig. Für sich selber und noch mehr für andere.

Vor über einem Jahr hat man bei mir eine mittelschwere bis schwere Depression diagnostiziert. Eine Erlösung. Und eigentlich wollte ich schon viel länger darüber schreiben, denn ich bin der festen Überzeugung, dass Aufklärung wichtig ist. Für Betroffene und Angehörige. Aber ich finde erst jetzt die Worte, vielleicht weil gerade wieder eine depressive kurze Episode zu Ende geht.

Als ich mich am 4. August letzten Jahres selber in die Psychiatrie einwies gab es für mich keinen anderen Weg mehr. Eine innere Stimme leitete mich dorthin, nachdem ich den Vormittag über mehrfach zusammen gebrochen bin. Der Höhepunkt nach immer häufigeren Hochs und Tiefs in den Monaten zuvor. Ich dachte einfach, dass ich ein Burnout hätte. Arbeit, Studium… das war alles ein bisschen viel. Und sicher trug auch alles seinen Teil dazu bei. Aber nach ersten Gesprächen mit meinen Ärzten dort und der Diagnose wurde mir schlagartig klar, dass ich eigentlich schon seit 10 Jahren an dieser Krankheit litt.

Warum und wieso jemand Depressionen bekommt, das weiß man nicht. Auch ich weiß es nicht. Es gab vieles, was sie begünstigte und in vielen Fällen ist diese Krankheit auch vererbbar. Aber sie ist da und ich konnte es immer überspielen und selber gar nicht wahrnehmen. Jeder, dem ich während der sechs Wochen in der Klinik erzählte wo ich gerade bin, dachte ich verarsche ihn. Niemand dachte, dass ich so fröhliches Mädchen Depressionen haben könnte. Aber wie sollte es auch jemand sehen? Hatte oder habe ich eine depressive Phase dann blieb ich einfach liegen. Man kann sich gar nicht vorstellen wie es ist, tagelang ans Bett gefesselt zu sein und nicht aufstehen zu können, obwohl der Körper doch mechanisch intakt war. Das schlimmste bei mir ist jedes Mal gewesen, dass mein Kopf nur vor Ideen, Visionen, ja Tatendrang sprühte. Aber der schwere Körper, der sich wie ein Fels einfach nicht bewegen lassen wollte, hielt mich ab. Meist schaffe ich es dann doch, irgendwann aufzustehen. Mich hinzusetzen, an meinen PC mit dem festen Glauben, dass mein Kopf nun über meinen Körper siegte. Doch dann: Leere. Schreckliche Leere, die einen urplötzlich nicht mehr denken lässt. Gar nichts mehr machen lässt. Nur noch starren. Den Kopf auf den Tisch legen. Manchmal eine Träne die Wange runter kullern lassen. Aber eigentlich nur Leere und keine Kraft mehr wirklich weiter zu existieren. Froh, überhaupt noch Kraft zum Atmen zu haben. Und dabei irgendwie der Außenwelt zeigen, dass alles ok ist. Alle weiter in dem Glauben lassen, dass das Bild von der jungen, starken, ambitionierten jungen Frau, das sie haben, wahr ist.

Und es ist auch wahr. Es ist aber eben nur das halbe Bild.

Ob die Depressionen jemals verschwinden weiß ich nicht. Aber die Erkenntnis, dass sie da sind, war ein Segen. Mich plötzlich selber verstehen können, mich und mein Verhalten auch rückwirkend verstehen können, das ist eine Befreiung. Für mich und auch für meine Freunde. Denn sie wissen heute was mit mir los ist. Wissen meine stummen Hilferufe zu deuten und sind dann einfach da. Und das ist bei Depressionen und vor allem bei mir, das einzige was neben der professionellen Hilfe und Medikamenten wirklich hilft. Menschen, die mich kennen und einfach sagen: ich bin da für dich. Denn meist gibt es gar keinen Grund für eine depressive Episode. Sie ist einfach da. Es ist kein Unglücklichsein, kein negatives Ereignis. Das ist das heimtückische: Sie ist einfach plötzlich da.

Manchmal gibt es natürlich auch Gründe. Mein Umzug nach Berlin Anfang Oktober war der letzte. Ein Entschluss, der richtig war. Ich freute mich auf den Umzug und bereue es bis heute auf keinen Fall. Aber das Ende der Tübinger Zeit nach sechs Jahren, eine Zeit die mich sehr prägte und der Beginn von etwas ganz neuem, ganz allein in einer anderen Stadt, nicht wirklich nah, weder an Tübingen, noch an Hamburg, das kostet emotionale Kraft. Sehr viel Kraft. Und da macht dann der Körper wieder nicht mit. Aber heute zu wissen, was der Grund für meine körperlichen Reaktionen und meine Gedanken ist, ist ein Segen. Ich weiß jetzt, dass es meine Krankheit ist. Und ich weiß auch, dass es wieder vorbei geht. Dass ich mir Zeit geben muss und ich weiß, wie ich mir selber helfen kann. Und ich habe Menschen um mich herum die mir helfen. Offen zu sein und sich selber verstehen lernen sind für mich das Wichtigste im Umgang mit meiner Depression. Und der gute Start in Berlin, und die Herzlichkeit, die ich bei meinen beiden kurzen Besuchen im Oktober und jetzt gerade in Tübingen, meiner Herzheimat, erfahre, geben mir ganz viel Kraft. In der Hoffnung, dass der Kopf voller Ideen und Visionen in Zukunft viel viel häufiger über meinen Körper siegt.

Das letzte Jahr, das Jahr nach der Diagnose war mit eines der schönsten Jahre meines Lebens. Und ich bin schrecklich dankbar um die Menschen, die mich in diesem Jahr begleitet haben und immer für mich da waren. Ich danke Euch aus tiefstem Herzen.

Es geht mir gut. Das Leben, es ist wunderbar.

Ich bin eigentlich nicht so der Frühstücker. Mit ausgiebigen Frühstücken oder Brunches mit reichlich gedeckten Tischen kann man mich überhaupt nicht locken. Beim Frühstück bin ich total eigen – in Hotels finde ich meistens nie was. Außer Rührei. Und weil ich auch gerne bis zum bitteren Ende schlafe frühstücke ich auch zuhause sehr, sehr selten. Nicht mal am Sonntag wenn man ausschlafen könnte. Also gibt es meistens morgens auf dem Weg zur Arbeit oder Uni eine Butterbrezel vom Bäcker. Das reicht mir dann auch ein Weilchen. Der Hunger zum Mittagessen ist dann aber auch schrecklich groß. Ja ich bekomme regelrecht Heißhunger und muss dann schnell irgendwas essen. Meistens ist es dann nicht unbedingt was gesundes und nährstoffreiches.

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Bei Farina habe ich ganz häufig gesehen, dass sie sich Porridge zum Frühstück macht und das sah immer echt lecker aus. Etwas gesundes, das nicht zu süß ist wäre eine gute Alternative für mich. Zu meiner sonst fettigen Butterbrezel oder Wurstbroten die ich, wenn ich zuhause frühstücke, alternativ essen würde.

Doch bis ich es zum ersten Mal geschafft habe Porridge zum Frühstück zu machen hat es ziemlich lange gedauert. Ich habe nämlich oft Angst davor wie neues schmeckt. Und so ein Brei… ich weiß ja nicht. Und wie lange das bestimmt dauert! Als ich es dann doch mal gemacht habe war ich zweifach überrascht: Es geht super schnell und es schmeckt super lecker! Und es macht so lange satt! Mittlerweile mache ich mir fast jedes Wochenende zuhause Frühstück und recht oft schmeiß ich in der Firma den Herd an und mache mir dort Porridge, den ich dann esse, während ich meine Mails checke und beantworte.

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Für das leckere Frühstück braucht man auch nur ganz wenige Zutaten:

5 gehäufte Esslöffel zarte Haferflocken
200ml Milch oder halb Milch, halb Wasser
Obst nach Wahl

Dann einfach die Milch mit den Haferflocken in einen Topf geben, einmal aufkochen lassen und dann stelle ich den Topf auf eine kalte Herdplatte und lasse den Brei ziehen. Währenddessen schneide ich mein Obst. Standardmäßig eine Banane, eine Handvoll Blaubeeren und gerade jetzt ganz viele leckere Erdbeeren. Den Porridge in eine Schüssel geben und das Obst drauf geben. Schon fertig, wirklich ruck zuck gemacht und er hält mindestens bis zum Mittagessen so satt, dass man keinen Heißhunger bekommt 🙂

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Eure Ann Cathrin

Letzte Woche war es in Tübingen wieder soweit. Eines der beliebtesten Events in der Stadt ist das alljährliche Stocherkahnrennen, das dieses Jahr am 4. Juni stattfand und bei dem ich natürlich nicht fehlen durfte. Schließlich habe ich erst letztes Jahr erkannt wie toll dieses Event ist, indem ich damals nach 5 Jahren Tübingen zum ersten Mal da war, zum anderen haben Freunde von mir das diesjährige Rennen ausrichten müssen, denn, so sind die Regeln, der Verlierer des Vorjahres hat die schöne Aufgabe, das nächste Rennen auszutragen.IMG_6924

Wie auch letztes Jahr – das einzige Rennen an dem ich wie gesagt bisher war – war auch dieses Jahr das Wetter einfach herrlich. Eigentlich schon ein bisschen zu heiß. Die Sonne strahlte am wolkenfreien blauen Himmel auf Tübingen herab und in unsere wunderschöne Stadt strömten an dem Tag tausende von Menschen. Die ganze Neckarinsel, um die das Rennen stattfindet war voll. Viele waren schon sehr früh morgens dort um sich ein gutes Plätzchen zu sichern und ihre Picknickdecken auszubreiten. Aber auch auf der Neckarbrücke und an der berühmten Mauer, die eigentlich bei Sonnenschein immer voll ist, tummelten sich hunderte von Menschen. Laut unserer lokalen Nachrichten waren wohl über 10.000 Menschen dort. Wie voll es teilweise war könnt ihr hier auf diesem Foto sehen, als die Menschen nach dem Rennen von der Neckarinsel runter wollten.

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Bevor das eigentliche Rennen los geht, gibt es immer eine große Kostümparade, bei der sich teilnehmende Teams total toll und teilweise sehr aufwändig verkleiden und ihr ganzes Arrangement auf dem Stocherkahn einer Jury präsentieren. Von der Kostümparade als auch dem eigentlichen Rennen habe ich dieses Jahr leider nicht allzu viel mitbekommen, da ich für die Jungs möglichst viele Fotos gemacht habe um sie nachher auf ihren Social Media Kanälen zu teilen. Da das Netz auf der Neckarinsel völlig zusammenbrach bin ich permanent durch die Menschenmassen gelaufen um im nächstgelegenen Cafe das WLAN nutzen zu können. Aber etwas gutes hatte es auch: wenn man die Organisatoren kennt und auch ein Teil des Teams ist, kann man zum besten Platz des Rennens vorrücken. Am Nadelöhr wird es nämlich richtig eng und die Teams müssen dies mit ihren Kähnen zweimal durchfahren. Ein riesiges Gedrängel. Auf Instagram könnt Ihr jede Menge Fotos und Videos die ich dort gemacht habe angucken und das Gewusel betrachten. Ganz tolle und aufwändige Videos und Berichte gibt es auch vom Neckarstudenten – angucken lohnt sich auf jeden Fall! Und wer noch immer nicht genug hat, schaut sich diese professionellen Fotos auf Facebook an.

Gewonnen hat die ehemalige Fachschaft Sport. Die Sängerschaft Hohentübingen hat verloren und musste – wie es die Regeln des Rennens vorgeben – einen halben Liter Lebertran trinken. Natürlich jeder der 8 Teammitglieder und nächstes Jahr müssen sie das 61. Tübinger Stocherkahnrennen austragen.

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Am Abend ging es dann noch zum leckeren grillen und Spanferkel essen bei meinen Freunden. Und sie haben natürlich zurecht ihr tolles Event gefeiert, dessen Organisation vom Leiter des Ordnungsamtes als „so gut wie noch nie“ bezeichnet wurde. Stolz bin ich auch auf mich: Nachdem ich mir letztes Jahr durch unachtsames Verhalten an meinem Weinglas drei dicke Narben zugezogen habe, blieb es dieses Jahr bei einem leichten Sonnenbrand.

Achja, wer sich noch einen längeren Bericht über das Stocherkahnrennen, das von diesem Jahr, die Geschichte und dem ganzen Drumherum, dem sei der tolle Bericht vom SWR nahegelegt.

Und nun ein paar weitere Impressionen von mir. Eure Ann Cathrin

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Manchmal, da hätte man gerne ein Gericht das einfach zuzubereiten ist und nicht viele  Zutaten braucht. Am besten noch welche, die man eigentlich immer im Haus hat. Gerade wenn man Sonntagabend etwas leckeres essen möchte und wiedermal vergessen hat einzukaufen – wie es mir so oft passiert.

Hähnchen liebe ich – ich glaube, fast alle meine Rezepte hier sind mit Hähnchen, wenn es nicht gerade Kuchen oder Cupcake-Rezepte sind. Und Kartoffeln finde ich auch klasse, nur bin ich selber immer zu faul sie zu schälen und mir Salzkartoffeln zu machen. Außerdem koche ich selber auch nichts gerne, zu dem Salzkartoffeln passen könnten, also bleiben Salzkartoffeln ein Gericht, dass es nur bei Mama gibt – und darauf freue ich mich dann jedes Mal umso mehr.

Aber zurück zum Rezept. Das ist zwar mit Kartoffel, aber keinen Salzkartoffeln, sondern Ofenkartoffeln, denn es soll ja einfach gehen. Schnell ist das Rezept übrigens nicht denn es muss eine Stunde im Ofen garen, aber die paar Handgriffe zuvor gehen zum Glück blitzschnell. Was ihr dafür alles braucht:

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Zutaten

4 Hähnchenkeulen
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
8 EL Ölivenöl
2 EL Sojasoße
2 El Essig
1 Tl (braunen) Zucker
Kartoffeln, festkochend (so viel wie Hunger da ist)
Salz
Rosmarin
Thymian
frische Petersilie
Feldsalat
Dressing

1.
Für die Marinade für die Hähnchen in eine große Schüssel 4 EL Olivenöl, den Essig und die Sojasoße vermengen. Zucker hinzugeben, die Zwiebeln in dünne Spalten schneiden, den Knoblauch klein hacken und ebenfalls dazugeben. Die Keulen trennen und mit der Haut in die Marinade geben und gut verrühren, sodass das Hähnchen von ihr bedeckt ist. Während die Kartoffeln vorbereitet werden ziehen lassen.

2.
Die Kartoffeln gründlich waschen und putzen um sie von allen Erdresten zu befreien. In einer weiteren Schale das restliche Öl, eine ordentliche Prise Salz und Thymian und/oder Rosmarin einrühren. Die Kartoffeln mit Schale in mundgerechte Stücke schneiden und in dem Öl vermengen. Dann kommen die Kartoffeln auf ein Backblech und werden im auf 220 Grad vorgeheizten Ofen eine Stunde lang gebacken.

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3.
Das Hähnchen mitsamt der Marinade in eine Auflaufform geben. Die Stücke so hinlegen, dass die Haut nach oben zeigt. Das Hähnchen dann zu den Kartoffeln in den Ofen schieben – es muss ca. 40 Min lang backen.
Die Kartoffeln und das Hähnchen jeweils 20 Min (Kartoffeln) bzw. 10 Min (Hähnchen) vor Ende der Backzeit einmal wenden.

4.
Um auch ein bisschen grüne Beilage zu haben, habe ich einen Feldsalat gemacht und dazu einfach ein fertiges Dressing auf Ölbasis genommen. Gut verrührt, auf die Kartoffeln und das Hähnchen nach dem Backen noch frische, gehackte Petersilie gestreut und schon war das Essen für den Sonntagabend fertig!

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Ich hoffe, Euch schmeckt es ebenfalls so gut!

Eure Ann Cathrin

Der Frühling ist endlich da! Zeit für tolle Fotos und damit auch wieder viele neue und leckere Rezepte! Was wäre da besser als eine saftige Torte, die schon so schrecklich gut nach Sommer schmeckt?

Zwar sind die Erdbeeren, die es momentan gibt, noch nicht die besten, aber man kann sie essen und vor allem für eine leckere Erdbeer-Zitronen-Torte verwendenden. Diese Torte bekommt noch mehr zitronigen Geschmack durch Lemoncurd. Ich musste ja ehrlich gesagt erstmal googeln, was das ist – gehört habe ich es schon oft. Und: den Lemoncurd kann man auch ganz gut selber machen. Die Engländer essen ihn wohl auch als Brotaufstrich – also wer mag: es bleibt noch genügend über, um ihn auch morgens auf dem Brot oder zum Nachmittagstee zu genießen.

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Aber nun zu den Zutaten für die einzelnen Bestandteile der Torte:

Für die beiden Böden:

Zwei Springformen mit 18cm Durchmesser
6 Eier
1 Päckchen Vanillezucker
350g Zucker
350g warme Butter
2 Bio-Zitronen
350g Mehl
1 Päckchen Backpulver

Für den Lemoncurd:

75g Butter
3 Bio-Eier
3 Bio-Zitronen
250g Zucker
1 abgekochtes Marmeladenglas

Für die Creme:

400g Frischkäse, Doppelrahmstufe
30g Puderzucker
300ml Sahne
1 Päckchen Sahnesteif
100g vom Lemoncurd

etwas Erdbeermarmelade
500g frische Erbeeren

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1.
Den Backofen könnt Ihr schonmal auf 175 Grad vorheizen. Dann in einer Rührschüssel die Eier, Vanillezucker und den Zucker schaumig schlagen. Die weiche Butter nach und nach hinzu geben. Die Zitronen waschen, die Schale abreiben und die Zitronen dann gründlich auspressen. Mehl und Backpulver, sowie die Hälfte der abgeriebenen Zitronenschale mischen und abwechselnd mit dem Zitronensaft zu der Mischung geben und gut verrühren.
Den Teig gleichmässig in die vorgefetteten Springformen geben und für 50-55 Min backen. Danach 10 Min in der Springform auskühlen lassen, dann ohne Springform auf einem Kuchengitter vollständig erkalten lassen.

2.
Der Lemoncurd kann gut während der Backzeit zubereitet werden, dann hat er noch etwas mehr Zeit um abzukühlen. Dafür die Butter in einem Topf schmelzen lassen und dann zur Seite stellen. Die Zitronen waschen und die Schale abreiben und auch diese Zitronen gründlich auspressen.
Ca. 150ml Zitronensaft, die Zitronenschale und den Zucker zur Butter geben und unterrühren. Die Eier durch ein feines Sieb ebenfalls unter die Masse heben. Den Herd kurz auf die höchste Stufe stellen, damit der Lemoncurd sich gut erhitzt, dann aber schnell wieder auf kleine Flamme stellen. Der Lemoncurd darf nicht kochen! So lange erhitzen und dabei rühren, bis der Lemoncurd eindickt, in etwa wie Pudding.
Den Lemoncurd in das abgekochte Marmeladenglas füllen und sofort verschließen. Im Kühlschrank hält er sich dann ungefähr drei tage.

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3.
Für die Creme den Frischkäse in einer Rührschüssel cremig rühren, den Puderzucker hinzu geben. Die Sahne und das Sahnesteif hinzugeben und mit einem Rührbesen so lange rühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Zum Schluss den Lemoncurd unterheben.

4.
Nun wird die Torte zusammengesetzt! Die Erdbeeren waschen, die Hälfte halbieren und die anderen Hälfte entstielen und in dünne Scheiben schneiden. Einen Tortenboden mit Erdbeermarmelade bestreichen und mit Erdbeerscheiben belegen. Dann eine ordentliche Schicht Creme locker darüber legen und den zweiten Tortenboden auf setzen. Der zweite Tortenboden wird ebenfalls mit Creme bestrichen und die ganze Torte dann dünn mit der restlichen Creme überzogen. Zum Schluss kommen noch die halbierten Erdbeeren zur Dekoration oben drauf.

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Ich hoffe Euch schmeckt diese saftige Sommertorte!

Eure Ann Cathrin