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Am letzten Wochenende durften wir wieder an einem Bloggertreffen teilnehmen und dieses Mal hatten wir sogar ein Heimspiel: In Tübingen fand der alljährliche Schokoladenmarkt statt und wir waren mittendrin. Während Ann Cathrin extra aus Berlin angeflogen kam, konnte ich mich also morgens mehr oder weniger gemütlich mit dem Fahrrad auf den Weg machen. Das Ziel: Die SchokoWerkstatt von Ritter Sport, in dem wir auch auf die anderen Blogger/innen und den Organisator der chocolART trafen. Das Wetter meinte es wohl gut mit uns und zeigte sich – eiskalt und sonnig – von seiner besten Seite.

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Morgens um 10:00 Uhr kam man noch leicht durch die verhältnismäßig leere Tübinger Altstadt – dies sollte sich in den nächsten Stunden ändern.

Zuerst erfuhren wir viele interessante Details zur chocolART, die dieses Jahr ihr 10. Jubiläum hatte. Ich wusste z.B. vorher nicht, wie das Schokofestival entstanden ist oder dass seitens der Organisatoren einen großen Wert auf faire Produktion und das Stichwort „Slow Food“ gelegt wird. So darf von den Ausstellern auf dem Markt, beispielsweise für die beliebten heißen Trinkschokoladen nur TüBio Milch verwendet werden (in den 6 Tagen des Markts sind es bis zu 5000 Liter!), die jeden morgen frisch angeliefert wird und regionale, faire und biologische Milchhaltung unterstützt. Begonnen hat die chocolART mit 30 Ständen, mittlerweile sind über 100 internationale Aussteller fester Bestandteil des Marktes und die chocolART in Tübingen der größte Schokomarkt Deutschlands. Die schokoladigen Argumente ziehen jedes Jahr 300.000 Besucher an – zum Vergleich: Tübingen selbst hat etwa 90.000 Einwohner.

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Achtung, es folgt eine kleine Bilderflut.

Weiter ging es im Programm und wir durften in der Schokowerkstatt unsere eigene Schokolade machen. Dazu wählten wir zwischen Zutaten wie getrockneten Himbeeren, Smarties oder auch Chili unsere Favoriten aus, die dann mit leckerer Schokolade vermischt und in eine quadratisch praktisch gute Form gebracht wurden. Während die Schokolade trocknete hatten wir Zeit, die Schokoladenverpackung mehr oder weniger kreativ zu designen und die anderen Blogger/innen kennenzulernen.

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Anschließend – draußen drängte sich schon eine Gruppe von Kindern vor das Zelt, die nun an der Reihe waren, ihre eigene Schokolade herzustellen – ging es für uns wieder in die Kälte und zum Stand der Madlon Confiserie, bei dem Herr Madlon uns von seiner Genuss – Philosophie und seinem ganzen Stolz, seinen Pralinen Kreationen berichtete. Seine Anti – Stress Praline kommt beispielsweise mit einer Gebrauchsanleitung für den richtigen Genuss daher und an seiner Erzählung war die Leidenschaft für seine Arbeit nicht zu übersehen.

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Auch hier durfte eine Kostprobe nicht fehlen, bevor es zum nächsten Stand weiterging.

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Weiter ging es zum ShowRoom, einem Zelt mit Fenstern, in dem die mittlerweile schon sehr zahlreichen Besucher von außen live die Produktion der beliebten Chocolinos bewundern konnten. Von Konditor Johannes Becker erfuhren wir mehr über die Herstellung und durften jeden dort mit unseren Fragen über die schokoladigen Kunstwerke löchern.

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Auch hier durften sich die Chocolino und andere Kreationen einem Geschmackstest von uns unterziehen, der ohne Frage bestanden wurde.

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Mit nun schon einigem an Schokolade intus bewegten wir uns ein paar Meter weiter und bekamen – live übersetzt – auf dem Marktplatz etwas über die Produkte und Geschichte der L’Artigiano Perugino – Chocolateria aus Tübingens Partnerstadt in Italien erzählt. Darauf folgte der wohl süßeste Teil des Tages: Wir durften uns einmal kreuz und quer durch den Stand probieren – und dieser hatte von Schokolade mit Früchten über Nüsse und Gewürze wirklich einiges zu bieten. Besonders die weiße Schokolade mit Cranberrys und die Haselnussschokolade haben einen großen Zuspruch in der Bloggerrunde gefunden.

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Gefühlte 5 kg Schokolade später ging es dann zum Mittagessen, nun aber herzhaft. Im Stadtmuseum wird jedes Jahr von dem Lions Club Tübingen ein Essen angeboten, dessen Erlös einem sozialen Zweck zu Gute kommt. Nach dem Essen hatten wir Zeit, uns auf eigene Faust den Markt und das schöne Tübingen anzuschauen, was allerdings bei den Menschenmassen, die mittlerweile durch die Tübingen Altstadt strömten, gar nicht mehr richtig entspannt möglich war.

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Der nächste Programmpunkt war mein persönliches Highlight: Das faire Schokoladentasting mit dem beeindruckenden Jan Marcel Schubert. Jeder, der sich zur Schokomarkt-Zeit in Tübingen aufhält sollte versuchen, an diesem Schokoladentasting teilzunehmen (man muss sich vorher anmelden), es gibt so viel zu erfahren, sowohl geschmacklich als auch über die Hintergründe der Schokoladenproduktion.

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Die dort gewonnenen Informationen bestärken mich persönlich nochmal darin, Wert auf faire Produkte zu legen und auch beim Thema Schokolade weiterhin das Prinzip „lieber weniger/seltener und dafür gut und fair“ zu verfolgen, denn gerade in diesem Bereich kann man selbst mit seinen Entscheidungen wirklich einen Unterschied machen.

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Nach dem fairen Schokotasting folgte dann noch ein obligatorisches Gruppenbild, bevor es dann dunkel wurde und wir uns durch die Menschenmassen langsam zum Rathaus vorarbeiteten, wo u.a. die Ausstellstücke aus dem Konditorenlehrlingswettbewerb bestaunt wurden.

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Mit Einbruch der Dunkelheit fogte dann auch die wunderbare Illuminierung der Häuserfassaden, einem geradezu magischen Anblick.

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Wir hatten alle zusammen einen wirklich tollen Tag mit viel Input. Auch in den vorigen Jahren waren wir zwar schon als Besucher auf der chocolART gewesen, jedoch ist der große Nachteil an der riesigen Resonanz und dem enormen Besucherstrom, dass man meist, besonders am Wochenende, mittlerweile aber oft auch schon unter der Woche, gar nicht so viel sehen kann, wie man gern möchte.  Umso herzlicher bedanken wir uns für die tolle Gelegenheit, einmal etwas hinter die Kulissen blicken und schmecken zu dürfen, neue tolle Bekanntschaften zu schließen und die chocolART einfach zu genießen.

Der Herbst ist im September entgültig eingezogen und mit ihm leckere Zwetschgen, Äpfel und ganz viel Kürbis. Das ist auch an unseren Rezepten im letzten Monat nicht spurlos vorbei gegangen, es wurde viel experimentiert und noch mehr genossen. Nun durften wir den Oktober schon wieder begrüßen, der einiges Neues für uns bereit hält. Wir freuen uns darauf und sind gespannt, was die nächsten 31 Tage für uns bereit halten. Auf dem Blog wird es auf jeden Fall weiterhin einiges zu lesen geben. Was wir im September so gemacht haben, sehr ihr wie immer hier in unserem Instagram Rückblick. Viel Spaß damit!

Farina

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1. Unsere erste Räubersachen Bestellung ist angekommen und wurde den ganzen Monat sehr gern verwendet. Ich finde das Konzept richtig klasse und werde bei Gelegenheit demnächst über unsere Erfahrungen berichten.

2. Zwetschgen und Äpfel schmecken gerade so richtig gut. In unserer Biokiste durften sie deswegen nie fehlen. Auch das Tochterkind ist ganz wild nach „Affel“ (was sowohl Apfel als auch Zwetschge sein kann).

3. Nach der ersten Kürbissuppe in diesem Jahr durfte auch eine leckere Kürbis-Spinat Pfanne mit Bulgur nicht fehlen. Darauf freue ich mich jedes Jahr.

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4. Einige Bleche Maamoul wurden im September gebacken und verspeist, schließlich fand das Opferfest statt, an dem diese Leckereien nicht fehlen dürfen.

5. Beim jährlichen Umbrisch Provenzalischen Markt in Tübingen konnte ich mich an diesen schönen Artischocken Blüten gar nicht satt sehen. Die Farben waren einfach umwerfend.

6. Was gehört zu den weniger beliebten Dingen im Herbst? Genau, Erkältungen. Die wurden dann auch schon mal kuschelnd auf dem Sofa verbracht.

Ann Cathrin

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1. Der September wurde ein Monat voller Abschiede. Nochmal mit zwei Herz-Jungs im Bett kuscheln, Pizza essen und fernsehen.

2. Wochenende in Berlin. Ich wurde auf die #cnight ins Konrad-Adenauer-Haus eingeladen auf der auch die Kanzlerin über aktuelle Herausforderungen der Digitalisierung sprach.

3. Berlin. Liebe.

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4. Geeeheeeebuuuuurtstag! Der September ist MEIN Monat. Krönchen selber gebastelt und seit diesem Tag trinke ich nur noch aus meinem wundervollem Geschenk: Einem Einhorn-Becher.

5. Zum Frühstück gab es jetzt ziemlich häufig Feigen auf den Porridge. Einfach lecker.

6. Tübingen. Ich werde dich vermissen. Das letzte Bild von mir vor der Skyline als Bewohnerin. Ab morgen geht es auf zu neuen Ufern. P.S. wie findet Ihr meine neue Haarfarbe?

Seid Ihr schon bereit für einen (hoffentlich goldenen) Oktober?

Folgt uns auf Instagram! @auftuchfuehlung @anncathrin87 @farinaborussia

Letzte Woche war es in Tübingen wieder soweit. Eines der beliebtesten Events in der Stadt ist das alljährliche Stocherkahnrennen, das dieses Jahr am 4. Juni stattfand und bei dem ich natürlich nicht fehlen durfte. Schließlich habe ich erst letztes Jahr erkannt wie toll dieses Event ist, indem ich damals nach 5 Jahren Tübingen zum ersten Mal da war, zum anderen haben Freunde von mir das diesjährige Rennen ausrichten müssen, denn, so sind die Regeln, der Verlierer des Vorjahres hat die schöne Aufgabe, das nächste Rennen auszutragen.IMG_6924

Wie auch letztes Jahr – das einzige Rennen an dem ich wie gesagt bisher war – war auch dieses Jahr das Wetter einfach herrlich. Eigentlich schon ein bisschen zu heiß. Die Sonne strahlte am wolkenfreien blauen Himmel auf Tübingen herab und in unsere wunderschöne Stadt strömten an dem Tag tausende von Menschen. Die ganze Neckarinsel, um die das Rennen stattfindet war voll. Viele waren schon sehr früh morgens dort um sich ein gutes Plätzchen zu sichern und ihre Picknickdecken auszubreiten. Aber auch auf der Neckarbrücke und an der berühmten Mauer, die eigentlich bei Sonnenschein immer voll ist, tummelten sich hunderte von Menschen. Laut unserer lokalen Nachrichten waren wohl über 10.000 Menschen dort. Wie voll es teilweise war könnt ihr hier auf diesem Foto sehen, als die Menschen nach dem Rennen von der Neckarinsel runter wollten.

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Bevor das eigentliche Rennen los geht, gibt es immer eine große Kostümparade, bei der sich teilnehmende Teams total toll und teilweise sehr aufwändig verkleiden und ihr ganzes Arrangement auf dem Stocherkahn einer Jury präsentieren. Von der Kostümparade als auch dem eigentlichen Rennen habe ich dieses Jahr leider nicht allzu viel mitbekommen, da ich für die Jungs möglichst viele Fotos gemacht habe um sie nachher auf ihren Social Media Kanälen zu teilen. Da das Netz auf der Neckarinsel völlig zusammenbrach bin ich permanent durch die Menschenmassen gelaufen um im nächstgelegenen Cafe das WLAN nutzen zu können. Aber etwas gutes hatte es auch: wenn man die Organisatoren kennt und auch ein Teil des Teams ist, kann man zum besten Platz des Rennens vorrücken. Am Nadelöhr wird es nämlich richtig eng und die Teams müssen dies mit ihren Kähnen zweimal durchfahren. Ein riesiges Gedrängel. Auf Instagram könnt Ihr jede Menge Fotos und Videos die ich dort gemacht habe angucken und das Gewusel betrachten. Ganz tolle und aufwändige Videos und Berichte gibt es auch vom Neckarstudenten – angucken lohnt sich auf jeden Fall! Und wer noch immer nicht genug hat, schaut sich diese professionellen Fotos auf Facebook an.

Gewonnen hat die ehemalige Fachschaft Sport. Die Sängerschaft Hohentübingen hat verloren und musste – wie es die Regeln des Rennens vorgeben – einen halben Liter Lebertran trinken. Natürlich jeder der 8 Teammitglieder und nächstes Jahr müssen sie das 61. Tübinger Stocherkahnrennen austragen.

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Am Abend ging es dann noch zum leckeren grillen und Spanferkel essen bei meinen Freunden. Und sie haben natürlich zurecht ihr tolles Event gefeiert, dessen Organisation vom Leiter des Ordnungsamtes als „so gut wie noch nie“ bezeichnet wurde. Stolz bin ich auch auf mich: Nachdem ich mir letztes Jahr durch unachtsames Verhalten an meinem Weinglas drei dicke Narben zugezogen habe, blieb es dieses Jahr bei einem leichten Sonnenbrand.

Achja, wer sich noch einen längeren Bericht über das Stocherkahnrennen, das von diesem Jahr, die Geschichte und dem ganzen Drumherum, dem sei der tolle Bericht vom SWR nahegelegt.

Und nun ein paar weitere Impressionen von mir. Eure Ann Cathrin

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In Tübingen braucht man als Student eigentlich kein Auto, man kommt dank dem Semesterticket überall mehr oder weniger gut mit Bus oder Bahn hin und umgeht so nebenbei auch die undankbare Aufgabe, hier einen Parkplatz zu finden. Man muss keine Versicherung, Reperatur oder Tankkosten fürs Auto bezahlen. Dennoch gibt es manchmal die Momente, in denen man sich einfach wünscht, ein Auto zu haben. Zum Beispiel, wenn man größere Sachen von A nach B transportieren muss, zum Ikea nach Sindelfingen fahren will oder auch einfach mal einkaufen gehen fahren will, ohne tausend Tüten zu schleppen – von denen garantiert eine reißen wird.

Zum Glück gibt es in Tübingen und vielen weiteren Städten eine Alternative zum Autokauf oder zur teuren einmaligen Automietung. Eine, bei der man sogar die Wahl zwischen vielen verschiedenen Autos hat, je nach Anlass. Ich spreche vom Carsharing, bei uns in Tübingen TeilAuto.

Quelle: http://www.tuebinger-wochenblatt.de

Bei uns kam der konkrete Anlass, dass wir uns dafür entschieden haben, als wir umgezogen sind. Wir mussten dringend zum Ikea, aber für das Geld, dass wir bezahlt hätten, wenn wir ein Auto bei der Autovermietung gemietet hätten, hätten wir uns schon ein weiteres Möbelstück kaufen können. Auf der Suche nach anderen Möglichkeiten sind wir aufs Carsharing gestoßen. Wir als Studenten profitieren dort zusätzlich von vielen Ermäßigungen – so beträgt z.B. die Kaution statt 400€ nur 200€.

Das ganze läuft dann so ab, dass man in einer der Carsharing Zentralen einen Vertrag abschließt, eine einmalige Anmeldegebühr von 50 € bezahlt und die Kaution hinterlegt. Man bezahlt dann noch eine monatliche Gebühr von 7 €, bzw. ermäßigten 3,50 €. Man kann dann zwischen verschiedenen Automodellen wählen, die auch unterschiedliche Preisklassen haben (je nach Verbrauch) und ganz bequem übers Internet buchen.

Seit einem Monat nutzen wir das Carsharing jetzt und wir sind wirklich von dem Konzept überzeugt. Es lohnt sich eher nicht dafür, weiter und für längere Zeit wegzufahren, aber für Leute wie uns, die nur ab und zu und innerhalb der Stadt und im Umkreis mal ein Auto brauchen ist es wirklich ideal und ich rate jedem dazu, sich einfach mal über die Angebote in der Nähe zu informieren.

Nutzt ihr auch ein ähnliches Angebot oder habt damit schon Erfahrungen? Was macht ihr, wenn ihr zu einem bestimmten Anlass ein Auto benötigt?
Eure Farina

Als ich nach Tübingen gezogen bin, entschied ich mich nach einer ersten kleinen Wohnungssuchtour dafür, doch ins Studentenwohnheim zu ziehen, beworben hatte ich mich vorsichtshalber vorher schon. Denn die Preise für Wohnungen in Tübingen sind wirklich unverschämt hoch und überhaupt eine Wohnung zu finden, bei der es nicht gleich 30 andere Bewerber gibt, ist schon eine Herausforderung für sich.

Also zog ich zunächst für die ersten zwei Semester in ein Zimmer im Wohnheim, in dem ich für einen guten Preis in einer zwar nicht zentralen, aber wie ich finde sehr schönen Lage wohnte. Nach meinem Auslandssemester im dritten Jahr zogen wir in eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Familienwohnheim, gleiche Lage und für zwei Personen sogar ein noch günstigerer Preis. Da wohnen wir bis jetzt. Allerdings gibt es vom Studentenwerk aus die Beschränkung der Wohnzeit auf 6 Semester, weshalb wir im September ausziehen müssen.

In einem dieser Häuser mit Neckar-Blick eine Wohnung zu finden, ist wohl der Traum jedes Tübingers...

In einem dieser Häuser mit Neckar-Blick eine Wohnung zu finden, ist wohl der Traum jedes Tübingers…

Da uns klar war, dass sich die Wohnungssuche nicht unbedingt leicht gestalten würde, haben wir bereits im Oktober letzten Jahres mit der Suche angefangen: Wir schauten auf wg-gesucht.de, in der Zeitung, gaben eine Annonce auf und schauten später auch beim Makler. Anfangs hatten wir noch gewisse Vorstellungen, was wir unbedingt haben wollten und was nicht. Das haben wir dann nach ca. 3 Monaten aufgegeben, wir wollten einfach nur noch eine bezahlbare Wohnung finden. Pro Monat hatten wir bestimmt 8 – 12 Besichtigungen, je nach dem, wie hoch das Angebot war. Wir haben in den letzten zwei Monaten nur noch Zusagen gemacht, da wir einfach irgendeine Wohnung haben wollten. Teilweise wurden wir nicht genommen, die Vermieter wollten uns nicht oder es wurde dann doch nur eine Person gewünscht und kein Paar. Klar, wenn ich Vermieter in Tübingen wäre, würde ich auch lieber fest angestellte Personen nehmen, als Studenten, die womöglich kein ausreichend hohes Einkommen haben und nach kurzer Zeit wieder weg ziehen.

Wir hatten somit nicht die besten Voraussetzungen im Konkurrenzkampf um die Wohnungen. Aber im letzten Monat, als wir zwei Maklerbesichtgungen hatten (wir waren zu dem Zeitpunkt auch bereit, Provision zu bezahlen, damit wir überhaupt was finden), waren wir eigentlich recht zuversichtlich: Wir hatten das Gefühl, einen guten Eindruck gemacht zu haben, die Zahl der Mitbewerber schien nicht sehr hoch zu sein und wir hatten eine schnelle Zusage gemacht. Was soll ich sagen: Nach drei Wochen haben wir nicht mal eine Absage bekommen. Nach einer Nachfrage um den Stand der Dinge hieß es, man hätte uns eine Mail geschrieben. Diese ist aber nie angekommen. Nach dieser Odysse kann man schon mal verzweifeln.

Alle Besichtigungen haben wir bisher zu zweit gemacht. Am letzten Wochenende war ich dann auf der Zahnräder Konferenz und wir bekamen spontan ein Besichtigungsangebot für den Samstag, sodass mein Mann alleine ging. Die Wohnung hat eine super Lage und er sagte sofort zu. Und was soll ich sagen? Wir haben die Wohnung. Am Freitag, bevor ich gefahren bin, habe ich noch zum Spaß gesagt: „Wenn wir diese Wohnung bekommen, dann lag es bisher an mir bzw. meinem Aussehen.“ Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß in diesen Situationen nie, ob man sich in solchen Situationen zu schnell in etwas hineinsteigert, deswegen bin ich vorsichtig, wenn es um die Aussage „Und alles nur wegen meines Kopftuchs“ geht. Allerdings habe ich, bevor ich es getragen habe, auch immer gedacht, es würde in dieser Hinsicht generell übertrieben. Mittlerweile habe ich jedoch meine Erfahrungen gemacht, was die Außenwahrnehmung einer Kopftuchträgerin angeht. Und leider muss ich sagen, ein bitterer Beigeschmack bei dieser Wohnungszusage bleibt.

Nachtrag: Mein Gefühl war wohl tatsächlich nicht ganz unberechtig. Ich habe heute Nachmittag noch eine Antwort von einer Maklerin bekommen, mit der wir eine Wohnung noch vor Ostern besichtigt hatten. Begründung dafür, dass man sich bisher nicht gemeldet hätte: In den arabischen Ländern bekomme man ja viel Besuch, deswegen hätten die Vermieter doch Bedenken. Vergeben sei die Wohnung jedoch nicht. Da fehlen mir echt die Worte [zumal wir vor und während der Besichtigung mehrmals versichert haben, dass wir ruhige Mieter sind].

Achtung, nicht erschrecken, euch erwartet nun eine kleine Bilderflut. Undzwar mit Impressionen vom Schokoladenmarkt und dem verschneiten Tübingen – bei Tag und Nacht.

Los gehts mit dem Schokomarkt bei Tag – unter der Woche am Vormittag war noch nicht so viel los, allerdings hatten noch nicht alle Stände geöffnet.

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Und bei Nacht:

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Es ist so schön, wenn Nachts die ganzen Lichter und Laternen in der Stadt leuchten. Schade ist nur, dass der Markt immer so voll ist, dass man fast eine Chance hat, wirklich die verschiedenen Schokoladen an den Ständen zu sehen oder zu probieren. Deswegen gibts auch davon keine Photos. Tolle Bilder könnt ihr u.a. aber hier sehen. Trotz alldem war es wieder ein wundervoller und diesmal auch sehr kalter Markt. Womit wir auch direkt zum Winter in Tübingen kommen:

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Noch ist es nicht kalt genug, dass das Wasser auch einfriert. Aber meinetwegen muss es auch nicht unbedingt kälter werden, es ist so schon kalt genug!

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Die Schlittenspuren sind so toll! Man könnte die Kinder stundenlang beobachten während sie im Schnee tollen.

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Es liegen ungefäht 2 Stunden Zeitunterschied zwischen den beiden Bildern.

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Ich liebe einfach diesen Moment, wenn die Straßenlaternen gerade angehen.

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So, das war nun erstmal genug an Bildern. Was macht ihr mit dem vielen Schnee? Schneeballschlachten, Schneemannbauen oder lieber zuhause im Warmen bleiben?

Eure Farina

Gott bewahre!
Ok, nein, so schlimm wäre es nun auch nicht.

Bei Farina gehört’s dazu, bei mir ist’s wiedermal nur rum gesponnen…

Mein Konvertieren zum Islam ist komischerweise bei vielen Thema. Wie ich jüngst feststellen musste, sogar bei Leuten, die ich gar nicht wirklich kenne. Da bekomme ich plötzlich mitten auf der Autobahn Glückwünsche übermittelt: „Ich wünsche Dir alles gute für Deinen Weg.“ – Huch? Woher wusste derjenige, dass ich auf der Autobahn bin? Wusste er natürlich nicht. Man sah mich angeblich in der örtlichen Moschee, in der ich mich zum Islam bekannt haben soll. War scheinbar ein anderes Mädchen mit dem gleichen (oder zumindest ähnlichem Namen). Missverständnis geklärt – alles gut. Obwohl das Gerücht wohl noch immer in Tübingen rum schwirrt.

Während ein Großteil meiner Freunde und Bekannten es vermutlich begrüßen würde, wenn ich zum Islam konvertiere, wäre so eine Nachricht für meine Freunde im Norden und die meisten meiner Familie sicher eine Schreckensnachricht. Ich spüre oft bei Gesprächen diese Angst, die Tochter, die Freundin an den Islam zu verlieren. Diese dezente Frage „… aber Du bist doch nicht … oder?“ stellt sich immer öfter. Dazu noch nebenbei die Beobachtungen wenn ich im Norden bin „Isst sie auch noch brav Schweinefleisch und trinkt Alkohol?“. Ich finde es ziemlich ulkig und kann hiermit beruhigen: ja tue ich. Bitte keine Panik.

Diese Angst meiner Familie und Freunde macht mir Angst. Ja, durch mein Studium und meinen Freundeskreis hier in Tübingen beschäftige ich mich unglaublich viel mit dem Islam. Ich mag ihn auch. Nur nicht für mich. Das weiß eigentlich auch jeder. Dennoch ist da bei vielen diese Angst um mich. Doch womit begründen sie sie? Was wäre so schrecklich daran, wenn ich mich entscheiden würde Muslima zu sein? Dass ich dann evtl. ein Kopftuch tragen würde und fünfmal am Tag beten würde? Würde so etwas irgendwas an einem Verhältnis zwischen zwei Menschen ändern? Meiner Meinung nach nicht – nach deren scheinbar schon. Ich verstehe es nicht.

Man hat Angst um mich, ich habe Angst um die anderen. Was veranlasst sie dazu, so eine Angst vor dem Islam zu haben? Wäre es besser wenn ich Katholikin werden würde? Wann ja, warum? In Gesprächen versuche ich immer nach dem Grund zu forschen. Und das einzige was ich erkenne ist blanke Unwissenheit. Vielleicht kommt die Angst daher. Man hat oftmals Angst vor etwas was man nicht kennt.

So wie es ist, bin ich glücklich und zufrieden. Das soll auch erstmal so bleiben. Wenn sich daran irgendetwas ändern soll, dann wird das so passieren; aber ob und wann, dass weiß heute keiner. Ich bin froh, dass man mich hier in meinem Freundeskreis so nimmt wie ich bin. Mit meinen religiösen Ansichten, mit meinem Bedarf an kontroversen Diskussionen über Religionen, aber auch meinem Interesse an der Kultur und Religion von dem Großteil meiner Freunde. Ich bin Ihnen dankbar, dass sie das alles mit machen, mir neue Erkenntnisse und Ansichten offenbaren und mich teilhaben lassen – und das ohne auch nur einmal von mir zu verlangen zu konvertieren. Das ist ihnen wichtig, und das ist mir wichtig. Und so lebe ich mit allen mein wundervolles Studentenleben in Tübingen weiter und bin glücklich – als Kryptomuslimin, wie mich hier so mancher liebevoll nennt. 🙂

– Ann Cathrin

In Tübingen haben wir das Privileg, an einer Uni mit Schloss zu studieren. Und mit „Schloss“ meine ich ein richtiges Schloss mit Türmen und allem drum und daran, welches 1087 das erste Mal erwähnt wurde und somit auf eine lange Geschichte zurückblickt. Einige Fächer, wie z.B. die Ethnologie, haben das besondere Glück, ihre Institute IM Schloss zu haben, was dann zwar bedeutet, dass man fast täglich einen nicht ganz unsteilen Berg hochsteigen muss um seine Seminare und Vorlesungen zu besuche (was vor allem mit schwerer Tasche echt anstrenend sein kann), was aber auch heißt, dass man in wunderbaren Räumlichkeiten lernen kann, von denen aus man einen wunderschönen Blick über Tübingen und Umgebung hat.  Das Schloss und sein Museum (das man als Student umsonst besuchen kann) sind natürlich auch ein Touristenmagnet, weshalb es durchaus sein kann, dass man gerade ein Referat hält und auf einmal verwirrte Japaner im Raum stehen und anfangen, ganz begeistert Photos zu schießen, weil sie denken, dass wir zum Schlossinventar gehören. Auch kommen manchmal große Persönlichkeiten auf das Schloss, z.B.  kam vor ein paar Semestern mal die Prinzessin von Thailand vorbei. Aber meistens sind es dann doch eher Schulklassen aus Italien oder Frankreich.

Im Sommer ist es auf dem Schloss besonders schön. Dann ist der Springbrunnen des Schlossinnenhofes in Betrieb, in dem sich Tauben baden. Der Schlossinnenhof ist allgemein ein wundervoller Ort. Mit seiner Balustrade, die im Übrigen direkt in unser Ethno-Institut führt, verleitet er mich jedesmal zum Träumen. Wie muss es früher gewesen sein, wenn rauschende Feste gefeiert wurden. Wie kamen die Menschen den Hügel hinauf, hat man Hufgeklapper auf dem Kopfsteinpflaster gehört? Wie war die Sicht, als noch nicht alles mit hohen Gebäuden vollgebaut war? Wer hat in den Türmen gewohnt? Waren die Menschen glücklich? Und und und.

Im Sommer blühen außerdem die Blumen vor der alten Sternwarte, die Studenten sitzen draußen im Schatten unter den Bäumen und warten auf die nächste Vorlesung, währen Eidechsen sich entweder sonnen oder aufgescheucht von Mauerspalt zu Mauerspalt huschen. Abends finden „Fledermausführungen“ statt, da es ein großes Weinfass im Schloss gibt, in dem sich Fledermäuse eingenistet haben. Zusätzlich alldem beinhaltet der Schlossgraben eine Bogenschießanlage, an der auch häufig gegrillt wird.

Doch auch wenn es nebelig ist, bin ich sehr gerne auf „meinem“ Schloss. Vor allem wenn man oben ist, und merkt, dass die Wolken so tief hängen, dass man gerade mitten in einer steht. Dann kann man natürlich nicht auf Tübingen schauen. Aber hey, man steht in einer Wolke, wie cool ist das?

Im Schloss wurden auch schon bedeutende wissenschaftliche Fortschritte gemacht, wurde doch 1869 in der Schlossküche (dem heutigen Sekretariat) durch Friedrich Miescher das Nuklein entdeckt. Das gibt einem natürlich ein besonderes Gefühl der Ehre, in diesen wunderbaren Gemäuern studieren zu dürfen. Schade, dass ich mit Ethnologie schon fertig bin. Denn wenn man nicht aufrgund von Veranstaltunen hoch laufen „muss“, kommt man doch seltener in den Genuss der Aussicht und Atmosphäre des Schlosses. Manche Studenten, die z.B. Naturwissenschaften studieren und deren Institute somit fernab des Schlosses liegen, waren sogar noch nie hier oben. Dabei lohnt sich die Anstrengung allemal.

Oder was meint ihr?

Das letzte Wochenende war einfach perfekt. Ich weiß nicht, ob ich jemals schon ein so schönes Wochenende erleben durfte. Voll sonnendurchfluteter Momente, schöner Musik, leckerem Essen und schönen Menschen. Vielmehr will ich nicht sagen, diejenigen, die dabei waren wissen, was ich meine. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an alle Beteiligten. Es war wunderbar und ich weiß nicht, wie ich euch auch nur einen Bruchteil meiner Dankbarkeit darüber ausdrücken könnte.

Ein Aspekt der Schönheit des Wochenendes war mit Sicherheit das Wetter: Es war richtig sonnig, sodass ich nun sogar einen Kopftuchabdruck auf der Stirn habe (ja, sowas gibt es). Diesen verdanke ich meinem Platz in der Sonne, auf dem ich am Samstag ein paar Stunden mit Freunden und Familie saß und gebannt einer wundervollen Stimme lauschte, die unglaubliche, lebendige Geschichten erzähle. Es handelte sich um die Stimme von Rafik Schami, meinem absoluten Lieblingsautor und einem weiteren Hauptgrund für die Schönheit dieser besonderen Tage. Vor ein paar Wochen hatte ein Freund uns darauf aufmerksam gemacht, dass Rafik Schami nach Tübingen kommen und aus seinem Buch lesen wird. Die Veranstaltung sollte im Rahmen der Gründung des Vereins Schams e.V. (Arabisch für „Sonne“) stattfinden, der sich die „Förderung und Unterstützung von syrischen Kindern und Jugendlichen“ zum Ziel gesetzt hat. So flossen auch die gesamten Eintrittsgelder als Spenden in diesen Topf. Als ich davon erfuhr, konnte ich mein Glück kaum fassen: Ich sollte gleichzeitig Rafik Schami sehen, den Mann, wegen dem ich schon nach Heidelberg fahren wollte, um ihn zu besuchen (ohne dass er davon wüsste, geschweige denn eine Ahnung hätte, wer ich bin), da ihn zu sehen einer meiner großen Träume war, und dann auch noch einen Verein zu finden, der sich diesem Zwecke verschrieben hat und bei dem man womöglich mithelfen könnte? Unglaublich!

Und am Samstag war es dann tatsächlich soweit. Wir saßen ganz vorne in der Sonne. Die Veranstaltung fand im Innenhof des Wilhelmsstifts statt, einem sehr schönen Ort mit toller Atmosphäre und begann mit einem Gespräch zwischen Rafik Schami und Wolfgang Niess über die derzeitige Situation in Syrien und vor allem über die Kinder dort. Ich denke darüber muss ich nicht viele Worte verlieren, die Bilder und Berichte aus Syrien sprechen für sich. Es war auf jeden Fall ein sehr aufschlussreiches und packendes Gespräch, aufgelockert durch die einzigartige Art Schamis.

Anschließend erzählte Rafik Schami einige Geschichten aus seinem Buch „Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte„. Ach was erzählte…er brachte sie zum Leben! Wenn er erzählt wird nämlich alles lebendig, man bekommt Sehnsucht nach Orten, an denen man noch nie war, nach einer längst vergangenen Zeit. Man riecht förmlich die Orangenbäume, wenn er die Damaszener Innenhöfe mit ihren Springbrunnen, Pflanzen, schattigen Plätzchen, Geräuschen und Gerüchen beschreibt… ich kann wirklich jedem nur empfehlen, einmal eine Veranstaltung von Rafik Schami zu besuchen und sich selbst von dem Zauber seiner Stimme, sowie von seiner Herzlichkeit zu überzeugen.

Am Ende, die Zeit verging wie im Fluge, konnte man sich die Bücher noch von ihm signieren lassen und ein paar Worte mit ihm wechseln. Ich war natürlich so aufgeregt, dass ich vergaß, nach dem Verein und Möglichkeiten, sich in diesem zu engagieren, zu fragen. Dafür habe ich jetzt per Email an den Verein direkt angefragt und bin nun sehr gespannt auf die Antwort. Drückt mir die Daumen!

Ich bitte jeden von euch, den Verein Schams e.V. weiter bekannt zu machen und je nach Möglichkeit vielleicht sogar etwas zu spenden. Jeder Cent hilft und kommt auch wirklich bei denen an, die es brauchen und geht nicht in Verwaltungskosten etc. unter!

Ist er nicht toll? Rafik Schami hat so eine unglaubliche Ausstrahlung… aber ich gerate schon wieder ins Schwärmen. Damit könnte ich noch Stunden weitermachen. Ich kann es immer noch nicht ganz begreifen, dass ich ihn wirklich gesehen habe 🙂