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Und ich spüre noch immer Deine Hand, als Du die Meine nahmst und sie ganz fest hieltst. Spüre das Glück in mir, als ich aufschaute und das Strahlen in Deinen Augen sah. Höre, wie Du mir „I love you“ ins Ohr flüstertest, als Du auf meinem Schoß saßt, während wir über die holprigen Straßen fuhren.

Ich öffne morgen noch immer meine Augen und sehe Dich, obwohl Du nicht da bist. Stelle mir vor, wie wir uns wieder minutenlang angucken würden, grinsen, und irgendwann beginnen zu sagen „ich will nicht, dass Du gehst“.  Ich sehe uns noch immer vorm Spiegel stehen, beratend, welche Farbe des Tuches wohl am besten zu meinem Outfit passe. Höre Dich sagen, „nimm Dir einfach ein Tuch von mir, Du bist jetzt meine Schwester“. Spüre Deine Hände, die mir jeden Tag das Tuch um Kopf legten, damit auch ja alles richtig sitzt.

Ich schmecke noch immer Deinen Tee auf meiner Zunge. Der Tee, der nach Geborgenheit schmeckte. Der Tee, der jeden Tag zu einem der schönsten meines Lebens machte. Ich sehe Dich lachen, weil Du mir versucht mit einzelnen Wörtern und Handzeichen etwas zu erklären und ich es wieder nicht verstehe. Ich spüre noch immer Deine Umarmungen, voller Wärme und Zuneigung, wie nur eine Mutter sie geben kann.

Ich höre Dich noch immer, wie Du mit mir redest, und vermutlich gar nicht merkst, dass ich Dich nicht verstehe.  Aber ich höre Dir zu, spende Dir Trost. Reiche Dir Taschentücher, damit Du Deine Tränen nicht ins Kopftuch wischen musst; und wünschte Du könntest mir jetzt welche reichen für meine Tränen.

Mein Bauch schmerzt noch immer, von dem ganzen leckeren Essen, das allein Du gekocht hast. Und er schmerzt von dem vielen Gelächter, wegen Dir. Wegen Deinen vielseitigen Sprachkenntnissen, Deinen beeindruckenden Gymnastikübungen, Deinen unendlich vielen Brüdern.

Ich will wieder mit Dir unterm Sternehimmel tanzen. Dein unschuldiges Kichern hören. Kein Wort mit Dir reden und Dich dennoch mehr als genug verstehen. Dir noch einmal meine liebste Kette umhängen, damit irgendwas von mir bei Dir bleibt. Dich auf meinem Schoß wiegen, Dich in den Schlaf singen.

Ich habe bei jedem Einzelnen ein Stück meines Herzens gelassen und mehr zurück bekommen, als ich je erwarten konnte.

Ich vermisse Euch.