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Dass das arabisch Thymian Gewürz „Zaatar“ bei uns zuhause hoch im Kurs steht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Schon durch die Posts zum syrischen Frühstück und zu den Zaatar Schnecken hat diese Gewürzmischung ihren Weg auf unseren Blog gefunden. Für all diejenigen, die diese Gewürzmischung nicht zuhause oder in erreichbarer Nähe haben, habe ich hier ein Zaatar-inspiriertes Rezept gefunden, welches ich leicht abgewandelt habe und eine tolle Abwechslung in der Brotauswahl ist: leckere Thymian Brötchen.

Thymian_Brötchen_3

Sie sind schön handlich, schmecken sowohl zu einem herzhaften Frühstück, als Zwischenmahlzeit mit Schwarztee, frischem Gemüse und etwas Feta oder auch zum Grillen statt dem üblichen Kräuterbaguette. Dazu sind sie schnell gemacht und schmecken durch den Thymian wirklich angenehm anders. In dem Rezept verwende ich getrockneten Thymian, wer jedoch frischen zuhause hat, kann auch diesen verwenden und nimmt da einfach nach Geschmack etwas mehr. Die Thymian Brötchen können außerdem sowohl vegan mit Sojajoghurt, als auch vegetarisch mit normalem Naturjoghurt gebacken werden. Die restlichen Zutaten sind ebenfalls nicht ausgefallen und in der Regel bereits zuhause vorhanden.

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Salate und ich befinden uns momentan in einer kleinen Beziehungskrise. Normalerweise kann ich mich besonders im Sommer fast hauptsächlich von Salat ernähren, er ist erfrischen, abwechslungsreich und gerade in dieser Jahreszeit schmecken die regionalen Gemüsesorten einfach am besten. Und auch sonst machen wir fast jeden Abend einen Salat zum Abendessen. Aber dieses Jahr ist es ein wenig anders. Seit meiner zweiten Schwangerschaft schmecken mir viele Sachen, die ich sonst gern gegessen habe, gar nicht mehr oder ich habe einfach keine Lust auf sie.

Am Anfang war es am schlimmsten: Von den meisten veganen Produkten – und sei es nur mein geliebter Paprikaaufstrich – wurde mir speiübel und stattdessen hatte ich Riesenappetit auf Ayran und Käse. Das hat sich nun zum Glück gelegt und ich habe fast wieder in meine alten Muster zurückgefunden. Aber mit dem Salat, den ich normalerweise mache, habe ich mich noch nicht wieder anfreunden können. Ich vermute stark, dass es am Zitronen-Olivenöl Dressing liegt, welches wir normalerweise zubereiten und bei dem mir, aus welchen Gründen auch immer, der Appetit vergeht. Aber zum Glück haben wir noch andere Salatvarianten in unserem Repertoire und eine davon mag ich besonders gern: Fattoush, ein syrischer Salat mit leckerem gerösteten Fladenbrot in der Hauptrolle.

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Das heutige Rezept müsst ihr einfach ausprobieren, wirklich. Entstanden ist es aus einer spontanen Idee heraus, die, wie sich nach dem ersten Geschmackstest herausstellte, einfach genial war. Ihr braucht nicht viel: Braune Linsen, Blätterteig, Gewürze und Kokoscreme. Das lässt sich alles super auf Vorrat zuhause haben und glaubt mir, zusammen können diese Zutaten wirklich beeindrucken. Statt Pilzen könnt ihr auch anderes Gemüse verwenden, von daher eignen sich die leckeren Blätterteigtaschen auch ideal zur Resteverwertung. Ich will auch gar nicht lange herumreden, schaut selbst und lasst das leckere Rezept allein auf euch wirken 😉

blätterteigtaschen_1

Ihr braucht (für 8 große Blätterteigtaschen):
1 EL Kokosöl
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
100 gr braune Linsen
600 ml Wasser
1 TL Gemüsebrühe
1 TL Curry, Pfeffer
4 Champignons
1 EL Kokoscreme
Salz, Paprikapulver
8 Blätterteigplatten (quadratisch)

blätterteigtaschen_2

Und so gehts:
1. Eine Stunde vorher den Blätterteig aus der Tiefkühltruhe nehmen.

2. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Das Kokosöl in einer tiefen Pfanne erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch etwa eine Minute anbraten. Currypulver und Pfeffer dazu geben und gut verrühren, sodass die Zwiebeln eine schöne gelbe Farbe angenommen haben. Die Linsen hinzugeben, eine weitere Minute mit anbraten. Dann mit dem Wasser und der Gemüsebrühe bedecken und bei mittlerer Hitze mit Deckel köcheln lassen, bis die Linsen fast durch sind.

3. Die Champignons in der Zwischenzeit putzen, halbieren und in Scheiben schneiden und nach etwa 25 Minuten zu den Linsen geben. Das Wasser ist nun zum größten Teil verkocht. Nach etwa einer halben Stunde sollten die Linsen durch sein. Nun die Kokoscreme und das Paprikapulver hinzugeben und mit Salz abschmecken.

4. Die angetauten Blätterteigplatten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Nun hängt es davon ab, wie groß eure Blätterteigtaschen am Ende sein sollen. Wollt ihr kleine Dreiecke, dann halbiert die Quadrate einmal diagonal, wollt ihr große (so wie ich), dann lasst sie so wie sie sind und gebt einen vollen EL der Füllung auf eine Seite des Blätterteigs. Feuchtet den Rand rundherum mit ein wenig Wasser an und klappt die Seiten aufeinander. Drückt sie mit einer Gabel aneinander. Wenn alle Platten verbraucht sind, stellt den Ofen auf 200° und lasst sie darin etwa 25 Minuten backen. Dann etwas abkühlen lassen und z.B. mit einem leckeren Salat genießen.

blätterteigtaschen_3

Meine kleine Familie war wirklich begeistert von den Blätterteigtaschen und hat sie sofort verschlungen. Am besten schmecken sie noch warm, sie lassen sich aber (vor allem, wenn sie in der kleineren Version gemacht wurden) auch super für unterwegs mitnehmen oder mitbringen. Probiert es wirklich aus, lohnt sich 🙂 Und vor allem: Wenn ihr spontane Ideen habt, unbedingt umsetzen, manchmal bringen sie ein neues Lieblingsrezept hervor.

Alles Liebe,
Farina

Momentan sind meine Tage gefühlt nur noch halb so lang wie noch vor ein paar Monaten. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich morgens früh das Haus verlasse und erst zurück komme, wenn es schon fast dunkel ist. Neben Mamasein, Studium, Arbeit und dem Blog kann da schon mal einiges liegen bleiben, das merke ich meistens am Wochenende. Um trotzdem eine gute Balance zu finden und sich nicht gestresst zu fühlen ist eine gute Planung für mich essentiell. Dazu gehört auch, dass ich mir mein Essen vorbereite und mit zur Arbeit nehme.

Zum Frühstück trinke ich momentan gerne einen grünen Smoothie, der gibt mir Energie, ist schnell gemacht und hält gut satt. Mittags muss es für mich dann aber etwas herzhaftes sein, außerdem brauche ich da auch öfter Abwechslung. Deswegen bin ich immer auf der Suche nach neuen Ideen, was ich gut vorbereiten könnte und sich gut mitnehmen lässt. Ein paar Anregungen dafür hatte ich hier schonmal aufgeführt. Eine weitere Alternative sind Fatayer, die ich schon im Beitrag zum syrischen Frühstück erwähnt habe. Man kann am Wochenende sehr gut eine größere Menge machen, für größere Abwechslung auch unterschiedlich füllen, und hat dann ohne viel Aufwand in der Woche gleich etwas für unterwegs, was einen von auf die Dauer doch teuren und oft ungesunden Bäckereibesuchen und Fastfoodessen abhält.

Fatayer_2

Das braucht ihr (für etwa 15 kleine Stücke):
Für den Teig
1 EL Trockenhefe
1 TL Zucker
3 EL lauwarmes Wasser
200 gr Mehl + etwas zum Ausrollen
60 gr Natur- oder Sojajoghurt
2 EL Olivenöl
1 TL Salz
1 TL Backpulver
Für die Käsefüllung (vegetarisch)
4 gehäufte EL Schafskäse
1 EL Olivenöl
1 TL Schwarzkümmel
1 TL getrocknete Minze
Für die Olivenfüllung (vegan)
2 EL entsteinte Oliven
3 EL veganen (Kräuter-)Frischkäse
Gewürze n.B.

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Und so gehts:
1. Für den Teig Hefe und Zucker mit dem warmen Wasser (nicht wärmer als 40°) vermengen und etwas ruhen lassen. In der Zwischenzeit Mehl (ich nehme Dinkelmehl), Joghurt, Öl, Salz und Backpulver in eine Schüssel geben und miteinander vermengen. Wenn die Hefe schäumt, diese zu der Mehlmischung geben und alles gut miteinander verkneten. Ist der Teig zu trocken gebt ihr etwas Wasser oder (Soja-)Milch hinzu, ist er zu klebrig noch etwas Mehl. Wirklich gut und sorgfältig durchkneten, bis ein elastischer und weicher Teig entstanden ist. Mit einem feuchten Küchentuch abdecken und etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen des Teigs in etwa verdoppelt hat.

2. Den Teig in auf eine bemehlte Arbeitsfläche nochmal gut durchkneten, in 15 gleichgroße Kugeln aufteilen und diese nochmal für etwa 15 Minuten mit dem Küchentuch bedecken. In der Zwischenzwit wird die Füllung hergestellt.

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3. Für die Käsefüllung wird der Schafskäse zerbröselt und mit etwas Olivenöl, Schwarzkümmel und etwas getrockneter Minze gut vermengt.
Für die vegane Füllung werden die Oliven grob gehackt und mit dem veganen Kräuterfrischkäse (ich habe meinen aus Cashewkernen im Thermomix selbst gemacht) vermengt. Wenn nötig noch mit Salz und Pfeffer abschmecken (Die Mengenangaben bei den Füllungen beziehen sich jeweils auf die Menge, die für alle 15 Teigteilchen benötigt werden).

4. Den Ofen auf 200° vorheizen. Nun werden die Teigkugeln auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 0,5 cm dick ausgerollt. Gebt beliebig viel Füllung in die Mitte des Teigkreises (er sollte sich noch gut schließen lassen), führt die Ränder des Kreises zueinander und drückt sie gut aneinander. Das so verschlossene Teigteilchen wird nun mit der so entstandenen „Naht“ nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt.

5. Wenn alle Fatayer gefüllt sind, werden diese noch mit etwas (Soja-)Milch bepinselt und mit etwas Schwarzkümmel und/oder Sesam bestreut. Im Ofen etwa 15 Minuten backen, bis sie etwas Farbe angenommen haben, aber noch nicht zu dunkel sind. Abkühlen lassen und ganz „original“ zum Schwarztee genießen.

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Ich bin ein riesiger Fan der Olivenfüllung und auch meine Tochter isst sehr gerne Fatayer. Sie eignen sich einfach perfekt, um sie mitzunehmen und sind super vorzubereiten, wenn es am nächsten Morgen schnell gehen muss. Bei der Füllung könnt ihr gerne kreativ werden, in der Türkei haben wir uns auf dem Weg zur Uni gerne ähnliche Teigteilchen mit einer Dillfüllung geholt, die auch sehr lecker war. Probiert es einfach aus.

Alles Liebe
Farina

Leckere Hefeteigfladen, bestrichem mit einer Mischung aus Olivenöl und arabischen Gewürzen: wenn Lahmacun die „türkische Pizza“ ist, dann ist Manaqish wohl die arabische (obwohl Lahmacun natürlich genauso auch im arabischen Raum beliebt und ihm zugehörig ist, aber wir wollen uns hier jetzt nicht über die Herkunft von Gerichten streiten 😉 ). Manaqish gibt es in verschiedenen Varianten und mit verschiedenen Belägen, ich zeige ich heute die schon im Post über das syrische Frühstück vorgestellte Version mit Zaatar. Sie werden traditionell zum Frühstück gegessen, dazu wird süßer schwarzer Tee getrunken.

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Ihr braucht (für 8-10 kleinere Teigfladen):
250 ml lauwarmes Wasser
0,5 TL Zucker
1 Päckchen Trockenhefe
360 gr Mehl
1 TL Salz
2 EL Olivenöl
Zaatar+Olivenöl

Und so gehts:
1. Das Wasser (nicht heißer als 40°), Zucker und die Hefe miteinander vermengen und kurz ruhen lassen. In einer großen Schüssel das Mehl, Salz, und Olivenöl miteinander vermengen und das Hefewasser hinzugeben. Alles miteinander vermischen und gut kneten bis der Teig schön geschmeidig ist. In einer geölten Schüssel abgedeckt etwa eine Stunde ruhen lassen.

2. Den Teig aus der Schüssel nehmen und nochmal gut durchkneten. Dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche kleine Bällchen formen. Die Größe der Bällchen hängt davon ab, wie groß eure Manaqish später sein sollen. Ich habe etwa zwetschgengroße Kugeln geformt. Die Teigbällchen nochmal abdecken und etwa 15 Minuten ruhen lassen.

3. Den Ofen auf 200° vorheizen. In der Zwischenzeit Zaatar und Olivenöl miteinander vermengen. Ich habe deswegen keine genauen Mengenangaben gemacht, weil jeder unterschiedlich viel Zaatar auf dem Teig haben mag. Die Mischung sollte sich gut verteilen lassen, also weder zu flüssig noch zu fest sein. Gebt das Öl einfach nach und nach hinzu, dann könnt ihr die Konsistenz eurem Geschmack anpassen.

4. Nun die Teigfladen ausrollen, sie sollten nicht ganz knusprig werden, also nicht zu dünn ausrollen. Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und die ganze Teigfläche mit der Zaatar-Öl Mischung bestreichen (geht am besten mit der Hand). Die Manaqish nun etwa 10 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, bis sie etwas Farbe angenommen haben, aber nicht zu fest sind. Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und genießen!

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Manaqish sind ein super Frühstück, wenn es mal etwas anderes geben soll als nur Brot oder Müsli. Auch zum Mitnehmen für Unterwegs eignen sie sich super. Meine kleine Tochter isst sie ebenso mit Begeisterung und kann gar nicht genug bekommen. Wenn man keine Lust hat, morgens vor dem Frühstück noch lange zu warten, bis der Hefeteig gegangen ist, lässt sich auch sehr gut eine größere Menge Manaqish machen, die dann eingefroren wird. Ich taue sie dann kurz in der Mikrowelle auf und schon sind sie wieder lecker fluffig wie frisch aus dem Ofen. Wirklich sehr zu empfehlen.

Alles Liebe,
Farina

Fattet Hummus ist ein syrisches Gericht, welches gerne zum Frühstück gegessen wird, aber auch zu jeder anderen Tages- und Nachtzeit hervorragend schmeckt (okay, vielleicht sollte man aufgrund des enthaltenen Knoblauchs vor dem Zahnarztbesuch vielleicht ein anderes Gericht wählen…). Der Name verrät demjenigen, der sich etwas in der arabischen Sprache auskennt schon, worum es geht: Fattet enthält die Bedeutung „zerpflücken“ oder „grob zerkleinern“ und bezieht sich in diesem Fall auf das Fladenbrot, welches für das Gericht geröstet und in kleine Stücke zerpflückt wird, Hummus bedeutet Kichererbse. Zusammen mit einer leckeren Soße aus Joghurt, Sesampaste und eben Knoblauch ergeben diese Komponenten ein wunderbares Gericht, was geschmacklich und optisch eine echte Abwechslung ist. Nächster Bonuspunkt: Es geht schnell und ihr braucht nicht viel. Seht selbst:

Fattet_Hummus_1

Ihr braucht (pro Person):
150 gr gekochte Kichererbsen
Kumin, Salz
1 arabisches Fladenbrot
1 EL Olivenöl
150 gr (Soja-) Joghurt
Saft von halber Zitrone
2 EL Sesampaste
1 Knoblauchzehe
Frische Petersilie

Und so gehts:
1. Kichererbsen in gesalzenem und mit Kumin gewürztem Wasser wenige Minuten kochen lassen. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und das Fladenbrot am Stück hineinlegen. Sobald es von der unteren Seite braun geworden ist, umdrehen und ebenfalls bräunen lassen. Dann das Brot auf einen Teller legen.

2. Joghurt, Sesampaste und gepressten Knoblauch miteinander vermengen und mit Zitronensaft, Kumin und Salz abschmecken. Petersilie fein hacken.

3. Das Brot mit der Hand auf einem tiefen Teller zu kleinen, mundgerechten Stücken zerbröseln und verteilen. Etwas Wasser der gekochten Kichererbsen über das Brot geben, sodass alles etwas Flüssigkeit abbekommt. Wie „weich“ das Brot später sein soll, könnt ihr hier selbst bestimmen. Etwa 3/4 der Kichererbsen auf dem Brot verteilen.

4. Nun die Joghurtsoße als oberste Schicht auf das Brot geben und verteilen. Die restlichen Kichererbsen darauf anrichten, mit der Petersilie garnieren und genießen.

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In Syrien wird dieses Gericht auch gerne mit Granatäpfeln dekoriert, was noch zusätzliche Farbtupfer und Geschmacksnuancen in dieses leckere Gericht bringt. Man kann zu diesem Gericht, wenn man möchte, natürlich auch zusätzlich Fleisch machen, aber Achtung: Es sättigt durch die Joghurtsoße wirklich stärker, als man vielleicht denkt. Ich  persönlich esse es gern im Sommer, da ich es durch den Joghurt auch „erfrischend“ finde, aber es schmeckt natürlich auch in der kälteren Jahreszeit sehr gut.

Habt ihr Fattet Hummus schon einmal probiert?

Alles Liebe,
Farina

Bevor Syrien für Bürgerkrieg und Flüchtlinge bekannt war, musste man häufig erklären, wo dieses vielen Menschen unbekannte Land überhaupt lag. Diejenigen, die es kannten und vielleicht sogar schonmal dort gewesen waren, schätzten Land und Leute für ihre unübertroffene Gastfreundschaft, Vielfalt, Geschichte und auch für die leckere Küche. Das Bild von Syrien hat sich durch die Ereignisse der letzten Jahre stark gewandelt, Syrien ist überall präsent und mittlerweile jedem ein Begriff. Vieles ist jedoch weiterhin unbekannt, aber das Interesse wächst. So vielfältig die syrische Gesellschaft war, so bunt und reichhaltig an verschiedenen Gerichten ist auch das syrische Essen. Heute möchte ich euch einen Einblick in verschiedene syrische Frühstücksvarianten geben, die natürlich je nach Region auch andere Zubereitungsarten kennen – meine hier vorgestellten Gerichte sind eher typisch für Aleppo.

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Brot (arab. Khubz) und Tee (arab. Chai)
Essentiell für arabisches Essen allgemein ist das typische dünne Fladenbrot, hier in Deutschland könnt ihr es auch in den meisten türkischen Läden kaufen (vom türkischen Fladenbrot unterscheidet es sich stark in der Dicke) oder auch selber backen. Fast alles wird mit diesem Brot gegessen: Joghurt, Kartoffeln und manchmal sogar Reis! Und vor allem für das arabische Frühstück ist es nicht wegzudenken.

Und auch ein süßer schwarzer Tee gehört zum syrischen Frühstück unbedingt dazu. Mit frischer Minze, Zitrone oder auch mit Walnüssen im Teeglas. Natürlich gibt es ihn nicht nur zum Frühstück, sondern wird eigentlich den ganzen Tag über getrunken.

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Joghurt (arab. Laban), Käse (arab. Jubna) und Labnah
Milchprodukte bilden die Basis für viele arabische (Frühstücks-) Gerichte. Oft wird Joghurt aus Schafs- oder Kuhmilch serviert, der dem griechischen/türkischen Joghurt ähnlich ist und damit sehr fetthaltig. Beliebt ist auch Labnah, welches ihr ganz einfach selbst machen könnt, indem ihr Joghurt mit ein wenig Salz vermengt und ihn über Nacht abtropfen lasst und anschließend mit etwas Olivenöl und Schwarzkümmel bestreut. Geschmacklich kann man Labnah vielleicht mit Schmand vergleichen. Es gibt natürlich auch verschiedene Käsesorten, die in Syrien gerne zum Frühstück gegessen werden, wie z.B. Schafskäse oder auch ein besonderer, gummiartiger Käse, der Halloumi ähnelt und in Wasser gekocht warm – natürlich mit Fladenbrot – gegessen wird.

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Oliven (arab. Zeytoun), Zeyt&Zaatar
Zaatar ist eine Gewürzmischung, die typisch für den Nahen Osten und natürlich auch Syrien ist und hauptsächlich aus Thymian, Sumach, geröstetem Sesam und Salz besteht. Gegessen wird er so: Man tunkt ein Stück Brot in gutes Olivenöl und danach in ein Schälchen mit Zaatar. Schmeckt wirklich sehr lecker, probiert es mal aus! Und wo wir schon bei Olivenöl sind: Da Syrien ein Hauptanbaugebiet für Oliven war, dürfen auch diese, ob schwarz oder grün, natürlich nicht auf dem Frühstückstisch fehlen.

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Manaqish
Eine weitere Verwendungsmöglichkeit für Zaatar ist das Backen von Manaqish. Das sind kleine Teigfladen, die mit einer Olivenöl-Zaatar Mischung bestrichen und im Ofen gebacken werden. Traditionell isst man Manaqish zum Tee. Statt mit Zaatar werden sie auch häufig mit einer Art Schafkäse belegt und gebacken. Ein Rezept für Zaatar Manaqish findet ihr hier.

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Foul
Dieses Gericht könnte euch bekannt vorkommen, denn wir haben das Rezept dazu schon vor einiger Zeit hier gepostet. Der aleppinische Foul besteht aus dicken Bohnen, die in einer Joghurt-Sesam-Soße schwimmen. Traditionell wird dieses Gericht häufig freitags morgens oder nach dem Freitagsgebet gegessen.

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Hummus
Natürlich darf auch Hummus in dieser Auflistung nicht fehlen. Auch wenn es für den deutschen Magen vielleicht komisch klingt: Zum Frühstück gibt es ihn sogar häufig mit Falafel. In deutschen Supermärkten ist er mittlerweile ganz einfach zu bekommen, aber ihn selbst zu machen ist wirklich kein großer Aufwand, hier findet ihr unser Hummus Rezept.

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Fattet Hummus
Das Wort Fatteh trägt die Bedeutung „zerkleinern“ oder „zerpflücken“ in sich, bei diesem Gericht ist es das Brot, welches zerpflückt wird. Neben dem gerösteten Brot besteht es noch aus Kichererbsen und einer Joghurt-Sesam-Soße. Das Rezept dazu findet ihr hier.

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Fatayer
Diese kleinen Teilchen nennen sich Fatayer und sind den türkischen Pogaca sehr ähnlich. Sie bestehen aus einem Hefeteig, der mit Schafskäse, Oliven, Hähnchen oder Paprika gefüllt ist und werden eher unterwegs gekauft und gegessen. Das Rezept dazu steht auch schon in den Startlöchern.

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Mamouniyeh
Natürlich gibt es nicht nur herzhafte Frühstücksarten in Syrien, auch dieser Griesbrei mit dem schönen Namen Mamouniye ist sehr beliebt. Er hat einen leckeren Karamellgeschmack und wird mit einem sehr salzigen Käse oder Kaymak, einer Art Schichtsahne (ihr könnt auch Mascarpone nehmen) getoppt. Ich nehme für die vegane Variante gerne ganz unarabisch Apfelmus. Ein Rezept für Mamouniye findet ihr hier (wir nehmen allerdings für 2 Personen das doppelte Rezept).

Natürlich umfasst dieser Beitrag nicht alle Arten des syrischen Frühstücks, es werden z.B. auch gerne Eier oder Rührei, Butter und Marmelade oder Makdous (super leckere mit Walnuss gefüllte und eingelegte kleine Auberginen) gegessen. Außerdem gibt es, wie anfangs schon angesprochen, natürlich in verschiedenen Städten auch verschiedene „Spezialitäten“ und regionale Besonderheiten.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick das syrische Frühstück und seine Vielfalt geben. Probiert doch mal das ein oder andere aus, ich verspreche euch, es lohnt sich 🙂

Alles Liebe,
Farina

Eines meiner allerliebsten Reisgerichte ist Biryani. Das sagt euch nichts? Biryani ist ein indisches Gericht und besteht hauptsächlich aus gewürztem Reis mit Fleisch, es gibt aber auch Varianten mit Fisch oder Gemüse. Auch Zwiebeln, Nüsse und Joghurt dürfen bei den meisten Biryani Gerichten nicht fehlen und geben den typischen Geschmack. Gegessen habe ich es das erste Mal in Saudi Arabien und war direkt begeistert von der Vielfalt der Aromen, die der Reis angenommen hatte. Deswegen war es auch nur eine Frage der Zeit, bis ich angefangen habe herumzuexperimentieren und mir mein eigenes Gemüse Biryani zuhause zu kochen. Es gibt traditionell natürlich verschiedene regionale Zubereitungsarten und verschiedene Rezepte, ich habe mit diesem Rezept mittlerweile die perfekte vegetarische Variante für mich gefunden. Mein Mann macht sich dazu gerne Butter Chicken und so sind alle glücklich =) Es scheint vielleicht anfangs etwas aufwändig, aber es lohnt sich wirklich auszuprobieren, der Geschmack ist es wert.

Biryani_1

Das braucht ihr (für 2 hungrige Personen):
Gemüse eurer Wahl (z.B. 1 Karotte, 1,5 Paprika, 1 Zucchini, TK Erbsen)
1 mittelgroße Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Stück Ingwer (etwa 1-2 cm)
2 EL Kokosöl
1 TL Kreuzkümmel, 4 Kardamomkapseln, 4 Nelken, Zimtstange, Lorbeerblatt
250 ml Passierte Tomaten
3-4 EL (Soja-)Joghurt
0,5 TL Kurkuma, 0,5 TL Garam Masala, Prise Chiliflocken, etwas gemahlener Koriander, Salz, Pfeffer
200 gr Langkorn Reis (z.B. Basmati)
4 Kardamomkapseln, 5 Nelken, 5 Pfefferkörner, 1 Zimtstange, Salz
Safran+etwas Wasser

Und so gehts:

1. Das Gemüse (Menge und Sorte nach eurem Geschmack) waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken oder pressen. In einem ausreichend großen Topf Wasser zum Kochen bringen und das Gemüse darin zur Hälfte garen. Dann aus dem Topf nehmen und 1-2 Minuten in eine Schüssel mit sehr kaltem Wasser geben. Abgießen und zur Seite stellen.

2. Etwa 1 EL Kokosöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze zum schmelzen bringen. Kreuzkümmel, Kardamomkapseln, Nelken, Zimtstange und das Lorbeerblatt in das Öl geben und rösten, bis sie leicht braun werden und sich ihr Duft entfaltet. Zwiebeln hinzugeben und eine Minute mitbraten, dann Ingwer und Knoblauch in die Pfanne geben und eine weitere Minute mitbraten.

3. Tomatensoße in die Pfanne geben (Achtung, kann spritzen), erhitzen und etwa 3-4 Minuten mitkochen. Die Pfanne von der Platte nehmen und den (Soja-)Joghurt einrühren. Die Pfanne wieder zurück auf den Herd stellen und Kurkuma, Garam Masala, Chiliflocken und gemahlenen Koriander hinzugeben. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Nun das Gemüse zu Soße geben, vermengen und die Pfanne abdecken. Das Gemüse sollte nun in der Soße kochen, bis es gar ist.

4. In der Zwischenzeit Reis, Kardamomkapseln, Nelken, Pfefferkörner, Zimtstange und Salz in einen Topf geben, mit ausreichend kochendem Wasser übergießen und kochen, bis der Reis etwa 3/4 durch ist, dann den Reis vom Herd nehmen und abgießen.

5. Safranfäden in einem Teeglas Wasser auflösen. Kokosöl in einem großen Topf zum Schmelzen bringen, die Hälfte des Reis in den Topf geben. Darauf dann das Gemüse mit der Soße geben und mit dem restlichen Reis bedecken. Das Safranwasser über den Reis geben den Topf bedecken, am besten mit Alufolie oder einem Küchentuch zwischen Topf und Deckel, sodass er wirklich dicht ist und das Ganze bei geringer Hitze 25 Minuten garen.

Biryani_2

Nun könnt ihr den Reis anrichten (versucht dabei am besten gleich, Kardamomkapseln, Nelken und die anderen ganzen Gewürze auszusortieren, denn darauf zu beißen ist keine wirkliche Freude) und die Geschmacksvielfalt des Gemüse Biryani genießen. Bei uns wird es wirklich gerne gegessen und ich mag, wie der Reis den Geschmack der Joghurt Soße annimmt. Wem einfach „nur“ Reis mit Gemüse nicht reicht kann auch Fleisch dazu machen oder mit dem Gemüse in der Sauce kochen und anschließend wie im Rezept beschrieben mit dem Reis zusammen garen.

Kennt ihr Biryani und mögt es auch so gern wir ich?

Alles Liebe

Farina

In ein paar Tagen ist es mal wieder so weit und es stehen Feiertage vor der Tür. Und bevor ihr jetzt vielleicht panisch überlegt, ob ihr irgendwas vergessen habt oder ob ihr vielleicht noch einkaufen müsst, weil die Geschäfte geschlossen haben: Keine Angst! Ich rede nicht von gesetzlichen Feiertagen hier in Deutschland, sondern vom islamischen Opferfest. Das ist der höchste Feiertag für die Muslime, an dem an die Geschichte von Abraham/Ibrahim und seinem Sohn Ismail gedacht wird. Viele schlachten an diesem Tag ein Opfertier und verteilen das Fleisch an Arme und Bedürftige. Und wie es an Feiertagen auf der ganzen Welt wohl so üblich ist, werden traditionell auch die Verwandten und Nachbarn besucht, man sitzt beisammen, trinkt Tee oder Kaffee und genießt die ein oder andere selbst gebackene Süßigkeit.

Maamoul 5

Aus diesem Grund habe ich heute ein Rezept für ein besonderes Gebäck für euch, welches in Syrien und der restlichen Levante an den Feiertagen, also auch am Fest zum Ende des Ramadan, gebacken und gegessen wird. Man fängt schon einige Tage vorher an und backt gleich eine große Menge, da die leckeren Teilchen sehr schnell verspeist sind. Ich mag diese Tradition sehr gern, vor allem, wenn man mit der Familie zusammen backt, man kann es wahrscheinlich gut mit dem Plätzchenbacken in der Adventszeit vergleichen. Das Gebäck heißt Maamoul und besteht zum großen Teil aus Gries und wird mit einer Füllung aus Datteln oder Nüssen zubereitet. Hier gibt es natürlich in jedem Haushalt ein eigenes Rezept, manche nehmen nur Gries, manche mischen Mehl dazu und wieder andere nutzen Hefe. Mein Rezept ist einfach das, was uns am besten schmeckt, mit einer leckeren Füllung aus Walnüssen und etwas Zimt. Und das benötigt ihr:

Maamoul 3

Zutaten für etwa 25 Stück:
Für den Teig:
350 gr Hartweizengries
80 gr Mehl
40 gr Zucker
1 Prise Salz
180 gr Butter oder Alsan
0,5 bis 1 Teeglas Wasser
1 EL Orangenblüten- oder Rosenwasser
Für die Füllung:
100 gr Walnüsse
2 gehäufte EL (Rohrohr-)Zucker
Zimt
Orangenblüten- oder Rosenwasser
Außerdem:
Puderzucker

Maamoul 1

Und so gehts:
1. Hartweizengries, Mehl, Zucker und Salz miteinander in einer großen Schüssel vermengen. Die Butter oder pflanzliche Margarine in kleine Stücke schneiden und mit den Händen mit den trockenen Zutaten in der Schüssel gut verkneten, bis ein krümmeliger Teig entstanden ist. Das Orangenblüten- oder Rosenwasser und etwa die Hälfte des Wassers hinzugeben und nochmals sehr gut kneten, bis die Masse relativ glatt ist. Die Schüssel abdecken und etwa 30 Minuten stehen lassen.

2. Für die Füllung könnt ihr natürlich auch mit den Nüssen variieren, ich mische gerne noch ein paar Cashewkerne unter. Alle Zutaten in einen Mixer geben und zerkleinern, bis die Nüsse gehackt sind (nicht zu fein). Noch einmal gut miteinander vermengen, damit der Zucker gleichmäßig verteilt ist.

3. Nun kommt der „anstrengendste“ Teil: Ihr müsst den Teig so lange kneten, bis er gut zusammenhält und die einzelnen Grieskörner nicht mehr an der Hand kleben. Dafür könnt ihr den Teig aneinander reiben und die Teigkugel auch mal auf ein Tablett oder in die Schüssel „werfen“. Gebt währenddessen nach und nach den Rest des Wassers hinzu. Das kann schonmal 30 Minuten dauern, ist aber sehr wichtig. Ihr merkt, dass ihr fertig seid, wenn der Teig gut zusammenhält und ihr eine Kugel formen könnt, die beim Formen nicht zerfällt und keine Risse bekommt. Ist der Teig immer noch zu klebrig, gebt etwas mehr Mehl hinzu, ist er zu trocken und bröselig, noch etwas Wasser.

Maamoul 2

4. Den Ofen auf 200° Ober- und Unterhitze vorheizen. Nun geht es ans Füllen. Ihr formt wie gesagt eine Kugel, macht dann mit dem Finger eine Kuhle in diese und formt diese so aus, dass die Wände etwas dünner werden, aber noch gut halten. Dann gebt ihr etwas von der Füllung in diese Kuhle, verschließt die Öffnung, sodass die Füllung von dem Teig bedeckt ist. Wenm ihr nun eine Form für Maamoul habt, dann drückt die Kugel in die Form und „klopft“ sie anschließend heraus und legt das fertige Teilchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Habt ihr keine Form, könnt ihr einfach die Kugel etwas flach drücken und mit einer Gabel ein Muster darauf pressen. Hier findet ihr eine schöne bebilderte Anleitung dazu.

5. Wenn ein Blech voll ist, dieses für etwa 20 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Sie müssen nicht braun werden, sollten aber fest sein, hebt sie einfach mit einer Gabel oder einem Messer hoch und schaut, wie sie von unten aussehen. Wenn sie fertig sind, großzügig mit Puderzucker bestreuen und auskühlen lassen. In einer dichte Dose halten sie sich eine ganze Zeit lang. Es sei denn, sie stehen in Reichweite, dann halten sie garantiert nicht lange!

Maamoul 4

Es scheint vielleicht etwas aufwändig, lohnt sich aber allemal! Probiert es mal aus 🙂

Was ist euer liebstes Festtagsgebäck (egal für welchen Festtag)?

Alles Liebe,
Farina

In den letzten Wochen dominierte ein Thema die Medien- und auch die Bloglandschaft: Flüchtlinge. Nicht irgendwo weit weg, nein, Flüchtlinge hier vor Ort, bei uns. Man laß von Ereignissen und Zuständen, die einen sprachlos und kopfschüttelnd zurück ließen, aufgewühlt, traurig, wütend. Aber man konnte auch von tollen Aktionen lesen, von Menschen, die sich engagieren, die nicht wegschauen, sondern aktiv daran mitwirken, dass sich Menschen nach langer und oft gefährlicher Flucht willkommen fühlen können (ein sehr toller und spannender Einblick z.B. hier).

Viel wollen wir auf diesem Blog gar nicht mehr zu der momentanen Situation in Deutschland und der Welt sagen, geht es doch mehr denn je darum, wirklich und offline etwas zu tun, statt nur zu „teilen“ „liken“ und „hashtaggen“. Trotzdem möchten wir euch hier gerne ein Projekt vorstellen, von dem ihr vielleicht an anderer Stelle schon gelesen habt und welches durch sein geniales Konzept besticht: Verschiedene Menschen durch ein gemeinsames Interesse an einen (Ess-)Tisch zu bringen.

Die Rede ist von dem großartigen „Über den Tellerrand kochen„. Der Verein Überdentellerrand e.V. hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, durch das Kochen Menschen zusammenzubringen und ihnen dadurch einen neuen Zugang zum Thema Asyl zu ermöglichen. Ich bin durch die Videoserie auf dem Youtube Kanal ellevant auf das Projekt aufmerksam geworden und war vom ersten Video an begeistert von dem Konzept. Dort werden Menschen verschiedener Herkunft vorgestellt, die Gerichte aus ihren Heimatländern zubereiten und dabei über ihre (Flucht-)Geschichten sprechen. Man erfährt so neben leckeren Rezepten, wie unterschiedlich die jeweiligen Geschichten sind und was sie doch gemeinsam haben: Sie sind alle Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen mussten und nun hier sind. Bei uns in Deutschland.

Mujaddara 1

In den letzten Wochen habe ich auch oft gelesen, dass viele bisher nicht viel über die jeweiligen Herkunftsländer und Kulturen gewusst haben, durch den Kontakt und Gespräche mit Flüchtlingen sich aber zum ersten Mal mit so etwas wie den jeweiligen Landesküchen auseinandergesetzt haben (z.B. hier). Das finde ich total spannend und möchte euch in diesem Sinne wirklich ans Herz legen, einige Rezepte nachzukochen und so kulinarisch „auf Tuchfühlung“ mit unseren neuen Nachbarn und Mitmenschen zu gehen. Eines der auf Youtube vorgestellten Rezepte ist z.B. bei uns sowieso schon lange ein Alltagsgericht, welches ich euch gerne weiterempfehle: Mujaddara. Es besteht ganz simpel aus Bulgur, Linsen und Zwiebeln. Wir machen dazu noch einen einfachen mit Summakh gewürzten Salat und fertig ist ein sättigendes und auch gesundes Gericht.

Wie „Über den Tellerrand kochen“ zeigt, gibt es viele Möglichkeiten, auf einer gemeinsamen Ebene zusammenzukommen und sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen, voneinander zu lernen oder eben einfach miteinander zu kochen.

Alles Liebe, Farina