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Salate und ich befinden uns momentan in einer kleinen Beziehungskrise. Normalerweise kann ich mich besonders im Sommer fast hauptsächlich von Salat ernähren, er ist erfrischen, abwechslungsreich und gerade in dieser Jahreszeit schmecken die regionalen Gemüsesorten einfach am besten. Und auch sonst machen wir fast jeden Abend einen Salat zum Abendessen. Aber dieses Jahr ist es ein wenig anders. Seit meiner zweiten Schwangerschaft schmecken mir viele Sachen, die ich sonst gern gegessen habe, gar nicht mehr oder ich habe einfach keine Lust auf sie.

Am Anfang war es am schlimmsten: Von den meisten veganen Produkten – und sei es nur mein geliebter Paprikaaufstrich – wurde mir speiübel und stattdessen hatte ich Riesenappetit auf Ayran und Käse. Das hat sich nun zum Glück gelegt und ich habe fast wieder in meine alten Muster zurückgefunden. Aber mit dem Salat, den ich normalerweise mache, habe ich mich noch nicht wieder anfreunden können. Ich vermute stark, dass es am Zitronen-Olivenöl Dressing liegt, welches wir normalerweise zubereiten und bei dem mir, aus welchen Gründen auch immer, der Appetit vergeht. Aber zum Glück haben wir noch andere Salatvarianten in unserem Repertoire und eine davon mag ich besonders gern: Fattoush, ein syrischer Salat mit leckerem gerösteten Fladenbrot in der Hauptrolle.

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Bevor Syrien für Bürgerkrieg und Flüchtlinge bekannt war, musste man häufig erklären, wo dieses vielen Menschen unbekannte Land überhaupt lag. Diejenigen, die es kannten und vielleicht sogar schonmal dort gewesen waren, schätzten Land und Leute für ihre unübertroffene Gastfreundschaft, Vielfalt, Geschichte und auch für die leckere Küche. Das Bild von Syrien hat sich durch die Ereignisse der letzten Jahre stark gewandelt, Syrien ist überall präsent und mittlerweile jedem ein Begriff. Vieles ist jedoch weiterhin unbekannt, aber das Interesse wächst. So vielfältig die syrische Gesellschaft war, so bunt und reichhaltig an verschiedenen Gerichten ist auch das syrische Essen. Heute möchte ich euch einen Einblick in verschiedene syrische Frühstücksvarianten geben, die natürlich je nach Region auch andere Zubereitungsarten kennen – meine hier vorgestellten Gerichte sind eher typisch für Aleppo.

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Brot (arab. Khubz) und Tee (arab. Chai)
Essentiell für arabisches Essen allgemein ist das typische dünne Fladenbrot, hier in Deutschland könnt ihr es auch in den meisten türkischen Läden kaufen (vom türkischen Fladenbrot unterscheidet es sich stark in der Dicke) oder auch selber backen. Fast alles wird mit diesem Brot gegessen: Joghurt, Kartoffeln und manchmal sogar Reis! Und vor allem für das arabische Frühstück ist es nicht wegzudenken.

Und auch ein süßer schwarzer Tee gehört zum syrischen Frühstück unbedingt dazu. Mit frischer Minze, Zitrone oder auch mit Walnüssen im Teeglas. Natürlich gibt es ihn nicht nur zum Frühstück, sondern wird eigentlich den ganzen Tag über getrunken.

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Joghurt (arab. Laban), Käse (arab. Jubna) und Labnah
Milchprodukte bilden die Basis für viele arabische (Frühstücks-) Gerichte. Oft wird Joghurt aus Schafs- oder Kuhmilch serviert, der dem griechischen/türkischen Joghurt ähnlich ist und damit sehr fetthaltig. Beliebt ist auch Labnah, welches ihr ganz einfach selbst machen könnt, indem ihr Joghurt mit ein wenig Salz vermengt und ihn über Nacht abtropfen lasst und anschließend mit etwas Olivenöl und Schwarzkümmel bestreut. Geschmacklich kann man Labnah vielleicht mit Schmand vergleichen. Es gibt natürlich auch verschiedene Käsesorten, die in Syrien gerne zum Frühstück gegessen werden, wie z.B. Schafskäse oder auch ein besonderer, gummiartiger Käse, der Halloumi ähnelt und in Wasser gekocht warm – natürlich mit Fladenbrot – gegessen wird.

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Oliven (arab. Zeytoun), Zeyt&Zaatar
Zaatar ist eine Gewürzmischung, die typisch für den Nahen Osten und natürlich auch Syrien ist und hauptsächlich aus Thymian, Sumach, geröstetem Sesam und Salz besteht. Gegessen wird er so: Man tunkt ein Stück Brot in gutes Olivenöl und danach in ein Schälchen mit Zaatar. Schmeckt wirklich sehr lecker, probiert es mal aus! Und wo wir schon bei Olivenöl sind: Da Syrien ein Hauptanbaugebiet für Oliven war, dürfen auch diese, ob schwarz oder grün, natürlich nicht auf dem Frühstückstisch fehlen.

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Manaqish
Eine weitere Verwendungsmöglichkeit für Zaatar ist das Backen von Manaqish. Das sind kleine Teigfladen, die mit einer Olivenöl-Zaatar Mischung bestrichen und im Ofen gebacken werden. Traditionell isst man Manaqish zum Tee. Statt mit Zaatar werden sie auch häufig mit einer Art Schafkäse belegt und gebacken. Ein Rezept für Zaatar Manaqish findet ihr hier.

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Foul
Dieses Gericht könnte euch bekannt vorkommen, denn wir haben das Rezept dazu schon vor einiger Zeit hier gepostet. Der aleppinische Foul besteht aus dicken Bohnen, die in einer Joghurt-Sesam-Soße schwimmen. Traditionell wird dieses Gericht häufig freitags morgens oder nach dem Freitagsgebet gegessen.

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Hummus
Natürlich darf auch Hummus in dieser Auflistung nicht fehlen. Auch wenn es für den deutschen Magen vielleicht komisch klingt: Zum Frühstück gibt es ihn sogar häufig mit Falafel. In deutschen Supermärkten ist er mittlerweile ganz einfach zu bekommen, aber ihn selbst zu machen ist wirklich kein großer Aufwand, hier findet ihr unser Hummus Rezept.

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Fattet Hummus
Das Wort Fatteh trägt die Bedeutung „zerkleinern“ oder „zerpflücken“ in sich, bei diesem Gericht ist es das Brot, welches zerpflückt wird. Neben dem gerösteten Brot besteht es noch aus Kichererbsen und einer Joghurt-Sesam-Soße. Das Rezept dazu findet ihr hier.

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Fatayer
Diese kleinen Teilchen nennen sich Fatayer und sind den türkischen Pogaca sehr ähnlich. Sie bestehen aus einem Hefeteig, der mit Schafskäse, Oliven, Hähnchen oder Paprika gefüllt ist und werden eher unterwegs gekauft und gegessen. Das Rezept dazu steht auch schon in den Startlöchern.

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Mamouniyeh
Natürlich gibt es nicht nur herzhafte Frühstücksarten in Syrien, auch dieser Griesbrei mit dem schönen Namen Mamouniye ist sehr beliebt. Er hat einen leckeren Karamellgeschmack und wird mit einem sehr salzigen Käse oder Kaymak, einer Art Schichtsahne (ihr könnt auch Mascarpone nehmen) getoppt. Ich nehme für die vegane Variante gerne ganz unarabisch Apfelmus. Ein Rezept für Mamouniye findet ihr hier (wir nehmen allerdings für 2 Personen das doppelte Rezept).

Natürlich umfasst dieser Beitrag nicht alle Arten des syrischen Frühstücks, es werden z.B. auch gerne Eier oder Rührei, Butter und Marmelade oder Makdous (super leckere mit Walnuss gefüllte und eingelegte kleine Auberginen) gegessen. Außerdem gibt es, wie anfangs schon angesprochen, natürlich in verschiedenen Städten auch verschiedene „Spezialitäten“ und regionale Besonderheiten.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick das syrische Frühstück und seine Vielfalt geben. Probiert doch mal das ein oder andere aus, ich verspreche euch, es lohnt sich 🙂

Alles Liebe,
Farina

In ein paar Tagen ist es mal wieder so weit und es stehen Feiertage vor der Tür. Und bevor ihr jetzt vielleicht panisch überlegt, ob ihr irgendwas vergessen habt oder ob ihr vielleicht noch einkaufen müsst, weil die Geschäfte geschlossen haben: Keine Angst! Ich rede nicht von gesetzlichen Feiertagen hier in Deutschland, sondern vom islamischen Opferfest. Das ist der höchste Feiertag für die Muslime, an dem an die Geschichte von Abraham/Ibrahim und seinem Sohn Ismail gedacht wird. Viele schlachten an diesem Tag ein Opfertier und verteilen das Fleisch an Arme und Bedürftige. Und wie es an Feiertagen auf der ganzen Welt wohl so üblich ist, werden traditionell auch die Verwandten und Nachbarn besucht, man sitzt beisammen, trinkt Tee oder Kaffee und genießt die ein oder andere selbst gebackene Süßigkeit.

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Aus diesem Grund habe ich heute ein Rezept für ein besonderes Gebäck für euch, welches in Syrien und der restlichen Levante an den Feiertagen, also auch am Fest zum Ende des Ramadan, gebacken und gegessen wird. Man fängt schon einige Tage vorher an und backt gleich eine große Menge, da die leckeren Teilchen sehr schnell verspeist sind. Ich mag diese Tradition sehr gern, vor allem, wenn man mit der Familie zusammen backt, man kann es wahrscheinlich gut mit dem Plätzchenbacken in der Adventszeit vergleichen. Das Gebäck heißt Maamoul und besteht zum großen Teil aus Gries und wird mit einer Füllung aus Datteln oder Nüssen zubereitet. Hier gibt es natürlich in jedem Haushalt ein eigenes Rezept, manche nehmen nur Gries, manche mischen Mehl dazu und wieder andere nutzen Hefe. Mein Rezept ist einfach das, was uns am besten schmeckt, mit einer leckeren Füllung aus Walnüssen und etwas Zimt. Und das benötigt ihr:

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Zutaten für etwa 25 Stück:
Für den Teig:
350 gr Hartweizengries
80 gr Mehl
40 gr Zucker
1 Prise Salz
180 gr Butter oder Alsan
0,5 bis 1 Teeglas Wasser
1 EL Orangenblüten- oder Rosenwasser
Für die Füllung:
100 gr Walnüsse
2 gehäufte EL (Rohrohr-)Zucker
Zimt
Orangenblüten- oder Rosenwasser
Außerdem:
Puderzucker

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Und so gehts:
1. Hartweizengries, Mehl, Zucker und Salz miteinander in einer großen Schüssel vermengen. Die Butter oder pflanzliche Margarine in kleine Stücke schneiden und mit den Händen mit den trockenen Zutaten in der Schüssel gut verkneten, bis ein krümmeliger Teig entstanden ist. Das Orangenblüten- oder Rosenwasser und etwa die Hälfte des Wassers hinzugeben und nochmals sehr gut kneten, bis die Masse relativ glatt ist. Die Schüssel abdecken und etwa 30 Minuten stehen lassen.

2. Für die Füllung könnt ihr natürlich auch mit den Nüssen variieren, ich mische gerne noch ein paar Cashewkerne unter. Alle Zutaten in einen Mixer geben und zerkleinern, bis die Nüsse gehackt sind (nicht zu fein). Noch einmal gut miteinander vermengen, damit der Zucker gleichmäßig verteilt ist.

3. Nun kommt der „anstrengendste“ Teil: Ihr müsst den Teig so lange kneten, bis er gut zusammenhält und die einzelnen Grieskörner nicht mehr an der Hand kleben. Dafür könnt ihr den Teig aneinander reiben und die Teigkugel auch mal auf ein Tablett oder in die Schüssel „werfen“. Gebt währenddessen nach und nach den Rest des Wassers hinzu. Das kann schonmal 30 Minuten dauern, ist aber sehr wichtig. Ihr merkt, dass ihr fertig seid, wenn der Teig gut zusammenhält und ihr eine Kugel formen könnt, die beim Formen nicht zerfällt und keine Risse bekommt. Ist der Teig immer noch zu klebrig, gebt etwas mehr Mehl hinzu, ist er zu trocken und bröselig, noch etwas Wasser.

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4. Den Ofen auf 200° Ober- und Unterhitze vorheizen. Nun geht es ans Füllen. Ihr formt wie gesagt eine Kugel, macht dann mit dem Finger eine Kuhle in diese und formt diese so aus, dass die Wände etwas dünner werden, aber noch gut halten. Dann gebt ihr etwas von der Füllung in diese Kuhle, verschließt die Öffnung, sodass die Füllung von dem Teig bedeckt ist. Wenm ihr nun eine Form für Maamoul habt, dann drückt die Kugel in die Form und „klopft“ sie anschließend heraus und legt das fertige Teilchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Habt ihr keine Form, könnt ihr einfach die Kugel etwas flach drücken und mit einer Gabel ein Muster darauf pressen. Hier findet ihr eine schöne bebilderte Anleitung dazu.

5. Wenn ein Blech voll ist, dieses für etwa 20 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Sie müssen nicht braun werden, sollten aber fest sein, hebt sie einfach mit einer Gabel oder einem Messer hoch und schaut, wie sie von unten aussehen. Wenn sie fertig sind, großzügig mit Puderzucker bestreuen und auskühlen lassen. In einer dichte Dose halten sie sich eine ganze Zeit lang. Es sei denn, sie stehen in Reichweite, dann halten sie garantiert nicht lange!

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Es scheint vielleicht etwas aufwändig, lohnt sich aber allemal! Probiert es mal aus 🙂

Was ist euer liebstes Festtagsgebäck (egal für welchen Festtag)?

Alles Liebe,
Farina